So können sich Bauherren auf die Bauabnahme vorbereiten
Tipps und Checkliste

Neben der offiziellen Bauabnahme durch das Bauamt ist die Abnahme durch den Bauherren einer der wichtigsten Termine beim Hausbau. Schließlich erklärt der Bauherr durch die Abnahme, dass das Gebäude fertig und mängelfrei ist. Hier erfahren Sie, wie Sie sich am besten auf die Abnahme Ihres neuen Zuhauses vorbereiten können.

Welche Bedeutung hat die Bauabnahme?

Mit der Unterzeichnung der Bauabnahme gehen alle Gefahren und Risiken auf den Hauseigentümer über. Damit sind verschiedene rechtliche Aspekte verbunden, die relevant werden können, wenn nachträgliche Mängel festgestellt oder bei der Bauabnahme nicht beachtet werden. Vor der Abnahme ist es nämlich noch die Aufgabe des Bauunternehmers, das Haus beispielsweise gegen Diebstahl und Beschädigung zu versichern.

Oft versuchen Bauunternehmen den privaten Hausbauer bei der Abnahme des Gebäudes zu übervorteilen. Da die Abnahme jedoch weitreichende Auswirkungen in Bezug auf Haftung und Gewährleistungsfristen hat, sollte nicht zu voreilig gehandelt und Mängel kritiklos in Kauf genommen werden. Denn etwaige Baumängel können beim Bauunternehmer geltend gemacht werden und sie von diesem kostenfrei beheben lassen.

Wurde also beim Termin der Abnahme nicht auf Mängel geachtet und wurden diese im Nachhinein festgestellt, so kann es schwierig werden, nachträglich nachzuweisen, dass diese auch tatsächlich durch das Bauunternehmen entstanden sind. Da der Hausbesitzer das nicht kann, muss die Firma auch nicht nachbessern.

Mangelfreie Immobilien haben einen positiven Effekt auf den Immobilienwert. Es liegt also in dem Interesse des Abnehmers, genau darauf zu achten, dass die Immobilie keine Mängel aufweist und wenn doch, dass diese schnellstmöglich beseitigt werden.

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Was sollte vor der Bauabnahme beachtet werden?

Vor der Abnahme sollte das Haus sehr gründlich auf Baumängel inspiziert werden. Idealerweise wird hierfür ein Bausachverständiger hinzugezogen, damit nichts übersehen wird. Findet der Bausachverständige Mängel, werden diese notiert und anschließend beim offiziellen Abnahmetermin ins Protokoll geschrieben. Im Folgenden sehen Sie eine beispielhafte Checkliste mit Punkten, die Sie vor der Abnahme besonders kontrollieren sollten:

  • Räume: Maße, Wände, Böden, Decken, Türen und Fenster, Lichtschalter, Steckdosen, Heizkörper, Fußbodenbelag, Feuerlöscher sowie Küche
  • Anlagen und Geräte: Heizungsanlage, Warmwasseraufbereitung, Wasserentkalkungsanlage, Türsprechanlage, Herd und Notstromaggregat
  • Außenanlage: Hausnummer, Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom, Beleuchtung, Tor, Carport/Garage und Grünanlagen
  • Dokumentation: Zählerstände, Bedienung der technischen Anlagen und Pflegeanleitungen
  • Leitungen: TV, Internet, Telefon, Alarmanlage, Wasser, Heizung und Klimaanlage
  • Dach: Schornstein, Dachfenster, Dachrinnen, Antennen sowie Blitzableiter
  • Kanalisation: Abwasserprotokoll, Schachtabdeckung sowie Laubfang
  • Bauelemente: Fassaden, Türen und Fenster

Wie läuft die Abnahme ab?

Auch bei der Bauabnahme selbst sollte der Sachverständige mit dabei sein. Er achtet darauf, dass ein ordnungsgemäßes Protokoll erstellt wird. Es ist nicht unüblich, dass bei dem Termin viele Mängel ins Protokoll kommen. Normalerweise jedoch vereinbaren die Parteien einfach einen weiteren Termin, zu dem alle Mängel beseitigt sein müssen. Hier sehen Sie beispielhafte Aspekte, die in einem Protokoll nicht fehlen dürfen:

  1. der Name des Bauherrn
  2. die Auftragsnummer und das Datum des Bauvertrags zwischen Bauherrn und Bauunternehmer
  3. Auflistung der Personen, die bei der Baubegehung anwesend sind
  4. die Adresse des errichteten Gebäudes
  5. Benennung der abzunehmenden Leistungen
  6. eine Liste aller sichtbaren neuen, aber auch der bereits bekannten und noch nicht behobenen Mängel
  7. ein Termin für eine zweite Bauabnahme, zu dem alle Mängel zu beseitigen sind
  8. Ort und Datum der Bauabnahme
  9. die Unterschriften des Bauherrn und des Bauunternehmers

Was passiert bei entdeckten Mängeln?

Natürlich ist niemand verpflichtet, ein Gebäude abzunehmen, das nicht mangelfrei ist. Sind Sie der Meinung, dass etwas nicht gemäß der vertraglichen Vereinbarung erstellt wurde, dann äußern Sie dies auch. Denn wer Mängel kritiklos in Kauf nimmt, vergibt leichtfertig seine Rechte. Es kann vorkommen, dass das Treppengeländer noch montiert werden muss oder die Heizung nicht funktioniert.

Natürlich kann aber auch nur das verlangt werden, was im Bauvertrag auch vereinbart wurde. Viele bemerken nicht, dass ihr Bauvertrag unvollständig ist.

Lassen Sie also sicherheitshalber schon vor der Unterschrift vom Profi prüfen, ob auch alles vollständig ist. Sie können dafür zum Beispiel bei einem Anwalt für Architektenrecht oder bei der Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes anfragen.

Solchen Experten fällt nicht nur auf, ob etwas im Vertrag fehlt, sondern auch, ob die Zahlungspläne überzogen oder die Termine zu vage formuliert sind. So können Sie sich viel Stress und Zeit ersparen.

Gilt die Bezahlung als Bauabnahme?

Ja, denn was viele nicht wissen: Ein Gebäude kann auch durch schlüssiges Handeln abgenommen werden. Dies geschieht dann, wenn Sie eine endgültige Rechnung akzeptieren und auch bezahlen. Damit haben Sie dann den Bau offiziell akzeptiert. Aus diesem Grund sollten die Schlussrate also immer zurückgehalten werden, bis das Gebäude wirklich beendet und förmlich abgenommen ist.

Wir fassen für Sie zusammen

Mit der Bauabnahme werden alle Risiken und Gefahren auf den Eigentümer über gewälzt. Zudem ist es sehr wichtig, dass bei einer Bauabnahme auf Mängel geachtet wird. Sprechen Sie diese direkt an. Zudem wissen Sie nun, was vor der Abnahme beachtet werden sollte und wie diese abläuft.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.

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Häufig gestellte Fragen:

Es gibt einige Faktoren, die vor einer Bauabnahme genauer begutachtet werden sollten. Zu diesen gehören zum Beispiel Außenanlagen, Leitungen oder Räume.

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Es gibt viele wichtige Aspekte, die in einem Abnahmeprotokoll enthalten sein sollten. Zu diesen gehören beispielsweise die Namen der Anwesenden, die Mängelliste oder die Unterschriften.

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Sie können zum Beispiel die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes oder einen Anwalt für Architektenrecht anfragen. Diese besitzen das notwendige Wissen, um den Vertrag auf Richtigkeit sowie Vollständigkeit zu prüfen.

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Wir raten Ihnen davon ab, Verträge zu akzeptieren, die Teilabnahmen vorsehen. Diese sind schließlich nicht im Interesse des Bauherren, da die Baufirma die Haftung für den jeweiligen Bauabschnitt an den Hausbesitzer übertragen möchte.

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