Haus mit Garten

Ein gepflegter Garten steigert den Immobilienwert

Das Rauschen der Blätter im Wind, frischer Blütenduft, barfuß über den Rasen laufen… Gartenbesitzer wissen, wie erholsam es ist, die Zeit im eigenen Grün zu verbringen. Viele Menschen finden nicht nur beim Chillen im Liegestuhl innere Ruhe. Auch die Gartenarbeit bedeutet für sie Erholung und Entspannung. Studien bestätigen, dass sich der regelmäßige Aufenthalt in Grünanalagen positiv auf die Gesundheit auswirkt. Stresssymptome werden verringert. Wussten Sie aber auch, dass ein gepflegter Garten den Immobilienwert steigert?

Ein eigener Garten steigert das Wohlbefinden. In mehrfacher Hinsicht kann der Garten zu einer echten Wertanlage werden, physisch und psychisch, aber auch finanziell. Spätestens wenn Eigentümer ihr Haus verkaufen, ist ein gepflegter Garten bares Geld wert. „Ein gepflegter Garten steigert den Wiederverkaufswert eines hiesigen Eigenheims im Schnitt um 18 Prozent“, sagt Heribert Wettels von der deutschen Husqvarna-Tochter Gardena.

Gefühlssache Immobilienverkauf

Für Immobilienverkäufer lohnt es sich durchaus, potentiellen Käufern ein Haus mit gepflegtem Garten zu präsentieren. Denn beim Immobilienkauf ist der erste Eindruck entscheidend. Zumindest den Vorgarten sieht der Interessent als erstes. Wer einen gepflegten Garten sieht, der vermutet auch ein sorgsam instand gehaltenes Haus. Und umgekehrt: Ein ungepflegter Garten lässt vermuten, dass der Eigentümer sich wenig um sein Haus kümmert. Diese Assoziationen kommen dem Betrachter noch vor der eigentlichen Hausbesichtigung. Der erste Eindruck schlägt unmittelbar auf die Stimmung des Interessenten. Ist der Eindruck gut, steigert das die Stimmung und erhöht das Kaufinteresse. Ist der erste Eindruck weniger gut, wird das Kaufinteresse gedämpft. Ein gepflegter Garten beeinflusst den Immobilienwert.

Schönheit ist relativ, Gepflegtheit nicht

Was schön ist und was nicht, liegt im Auge des Betrachters. Der eine bevorzugt einen kurz geschnittenen Rasen. Er mag ordentlich mit Kies umrandete Blumenbeete sowie akkurat geschnittene Hecken und Büsche. Der andere zieht hingegen einen vermeintlich wilden Garten vor. Hier steht das natürliche Wachstum der Pflanzen im Vordergrund. So unterschiedlich die Stilrichtungen auch sind, eines sollten alle Gärten vor dem Verkauf gemein haben: Sie sollten einen gepflegten, liebevoll und methodisch durchdachten Eindruck hinterlassen. Der Betrachter erkennt intuitiv, wie wichtig dem Hauseigentümer der Garten ist.

Den Garten auf Vordermann bringen

Wer die Gartenpflege in den letzten Jahren vernachlässigt hat, sollte den Garten vor dem geplanten Immobilienverkauf noch auf Vordermann bringen. So erhöhen Sie die Verkaufschancen und den Immobilienwert. Eine Gartenneugestaltung ist in der Regel mit viel Arbeit und Kosten verbunden. Manchmal sind geringfügige Investitionen schon ausreichend, um einen gepflegten Eindruck zu vermitteln:

  • Mähen Sie den Rasen, vertikutieren Sie ihn ggf. vorher.
  • Befreien Sie den Plattenbelag von Wegen und der Terrasse von Moos und Unkraut.
  • Harken Sie Laub.
  • Schneiden Sie Hecken und Büsche.
  • Säubern Sie Pflanzenkübel und Blumenkästen, bevor Sie sie frisch bepflanzen.
  • Achten Sie darauf, dass der Eingangsbereich einen sauberen, einladenden Eindruck macht.
  • Prüfen Sie, dass die Außenbeleuchtung funktioniert.
  • Beseitigen bzw. reparieren Sie Stolperfallen, wie einen herumliegenden Gartenschlauch oder lockere Gehwegplatten.
  • Reparieren Sie kaputte Gegenstände, wie zum Beispiel eine defekte Schaukel, oder entfernen Sie sie.
  • „Verstecken“ Sie weniger attraktive Gegenstände (z. B. Mülltonnen) hinter einer Fassade oder in einem Schuppen.
  • Streichen Sie ggf. das Gartenhäuschen oder bessern Sie beschädigte Fassaden aus.
  • Richten Sie, wenn möglich, einladende Sitzplätze im Garten ein.

Beliebte Gartenstile

Den Immobilienwert bzw. den Verkaufspreis einer Immobilie dank eines gepflegten Gartens zu erhöhen, ist also durchaus möglich. Wichtig ist dabei nicht in erster Linie, wie Sie Ihren Garten gestaltet haben, sondern dass der Garten einen gepflegten Eindruck hinterlässt. Es gibt ganz unterschiedliche Stilrichtungen für die Gartengestaltung. Typische Gärten in Deutschland sind der „natürliche Garten“, der „gemütliche Garten“, der „praktische Garten“ und der „stylische Garten“.

Der natürliche Garten

Im natürlichen Garten stehen eine bunt gemischte, heimische Blütenvielfalt und das natürliche Wachstum der Pflanzen im Vordergrund. Hier finden Sie zum Beispiel eine Blumenwiese, eine Streuobstplantage, einen Stein- oder der Bauerngarten, aus dem Kräuter, Gemüse und Salate während der Saison frisch geerntet werden können, oder ein Insektenhotel. Der natürlicher Garten bietet Platz für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Tier, denn die zahlreichen, unterschiedlichen Pflanzen locken Bienen, Schmetterlingen und Vögel an. Gartenmöbel aus Holz passen perfekt ins Ambiente.

Der gemütliche Garten

Der gemütliche Garten ist besonders bei Familien mit kleinen Kindern beliebt. Großzügige Rasenflächen sind mit Spielgeräten ausgestattet. Ein Gartenhaus bietet nicht nur Platz für Gartengeräte, sondern auch für Dreirad, Kettcar und Co. Gemüsebeete, Obststräucher und -bäume sind nicht nur für Kinder interessant, sie sorgen auch für eine gesunde Ernährung aus dem eigenen Garten. Parallelen zum natürlichen Garten sind also durchaus vorhanden. Gemütliche Sitzgruppen und eine Grillecke laden zum langen Verweilen im Garten ein.

Der praktische Garten

An einem praktischen Garten erfreuen sich vor allem berufstätige Menschen oder solche, die viel auf Reisen sind. Besonders großzügige Rasenflächen, langsam wachsende Heckenpflanzen, blühende Gehölze und Beerensträucher versprechen leichte Pflege. Um Unkrautjäten zu minimieren, sind Blumenbeete gern mit Gartenvlies unterlegt, mit Humus aufgeschüttet und mit flach wurzelnde Pflanzen versehen.

Der stylische Garten

Im stylischen Garten erkennen Sie auf dem ersten Blick eine architektonisch geplante Linie. Eyecatcher sind auffällige Akzente, zum Beispiel moderne Beleuchtungskörper, Skulpturen, Springbrunnen oder Pool-Anlagen. Exotische Pflanzen sind häufig nach Farben und Wuchshöhe angeordnet. Typisch ist die Konzentration auf einfarbig blühende Blumen, die im Zusammenspiel mit immergrünen Gehölzen wie z.B. Kirschlorbeeren oder Zypressen stehen sowie einem englischen Zierrasen.

Gartenarbeit lohnt sich

Ein gepflegter Garten ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine Investition, die sich lohnt. Indem sie ihren Garten pflegen, können Hausbesitzer in Deutschland den Wert ihres Grund und Bodens durchschnittlich um 18 Prozent steigern. Wenn man die notwendigen Aufwände für die Gartenpflege mit berücksichtigt heißt dies: Für jeden Euro, den man in seinen Garten steckt, bekommt man 2,60 Euro bei einem eventuellen Verkauf des Hauses wieder heraus. Das hat der Global Garden Report 2011, eine internationale Studie von Husqvarna und Gardena, ergeben.

Wenn Haus und Garten eine Einheit bilden

Bilden Haus und Garten eine gepflegte Einheit, gestaltet sich ein geplanter Immobilienverkauf wesentlich einfacher. Sowohl das Haus als auch der Garten sollten daher möglichst konsequent instand gehalten und gepflegt werden. Ausgaben für Haus und Garten lohnen sich nicht nur kurzfristig vor einem Verkauf, sondern auch kontinuierlich, um den Immobilienwert zu erhalten und die Lebensfreude der Bewohner zu steigern. Ein Garten dient nicht selten als Ort des Rückzugs und der Entschleunigung. Bei dem hohen Tempo unserer Alltagswelt gelingt es vielen Menschen, im Garten zur Ruhe zu kommen. Der Wert eines Gartens liegt nämlich auch in den Dingen, die man für Geld nicht kaufen kann: Zeit und Ruhe. Und wenn Sie Ihr geliebtes Haus doch verkaufen, dann haben Sie aufgrund der Pflege die Chance auf einen guten Verkaufspreis erhöht – dank eines besseren Immobilienwerts.

Quelle: Husqvarna Global Garden Report 2011