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Einbruchschutz: Fördermittel vom Staat beantragen

Einbruchschutz wird immer wichtiger. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Einbrüche um 10 Prozent. Gerade wenn die „dunkle Jahreszeit“ beginnt, schlagen viele Einbrecher in den Abendstunden zu. Umso wichtiger ist es jetzt, sich gut zu schützen und es den Tätern so schwer wie möglich zu machen. In vielen Häusern laden Fenster, Haus- und Wohnungstüren Einbrecher geradezu ein. Denn die Schlösser sind veraltet. Fenster und Terrassentüren verfügen lediglich über Standardbeschläge. Ein Profi benötigt keine Minute, um diese zu knacken. Dabei können Eigentümer und Mieter in Deutschland sogar Fördermittel erhalten, wenn sie ihr Haus professionell vor Einbrechern sichern.

Für Maßnahmen zum Einbruchschutz können Mieter und Eigentümer seit Ende 2015 unter der Fördernummer 455 Zuschüsse bei der staatlichen KfW-Bank beantragen. Die KfW zahlt bis zu 10 Prozent der Kosten zwischen 2.000 und 15.000 Euro. Gezahlt wird für Material und Handwerkerleistungen. HAUSGOLD erläutert, wo und wie Fördergelder vom Staat für Einbruchschutz beantragt werden. Außerdem klären wir zwei große Irrtümer zum Thema Einbruchschutz.

„Einbrecher kommen nachts!“ – Irrtum

Einbrecher scheuen die Begegnung mit Hausbewohnern. Nach den Ergebnissen einer Studie liegen daher die bevorzugten Tatzeiten zwischen 14:00 und 20:00 Uhr. Dann, wenn viele Bewohner außer Haus sind, zum Beispiel bei der Arbeit oder beim Einkaufen. Die Stunden der Dämmerung werden besonders gerne für einen Einbruch gewählt. Sorgen Sie deshalb für ausreichende Beleuchtung.

 „Wer rein will, kommt rein!“ – Irrtum

Einbrecher benutzen bevorzugt Gelegenheiten, die sich ihnen bieten. Und so lädt manches Haus zum unbefugten Betreten ein. Einladungen für Einbrecher sind:

  • gekippte Fenster,
  • Haus- und Wohnungstüren, die nur zugezogen wurden,
  • überquellender Briefkasten kombiniert mit Tag und Nacht heruntergelassenen Rollläden, die auf die Abwesenheit der Bewohner hinweisen.

Dabei lässt sich schon mit wenig Aufwand der Einbruchschutz verbessern lässt. Im letzten Jahr zeigte sich, dass 41,7 % aller Einbrüche im Versuch stecken blieben. Fachleute werten dies als Beweis, dass sich Einbruchschutz lohnt.

Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz

Wer seinen persönlichen Einbruchschutz verbessern und damit die Sicherheit seines Eigentums erhöhen möchte, kann folgenden Maßnahmen vornehmen:

  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster
  • Einbruchhemmende Gitter und Rollläden einbauen
  • Einbau und Nachrüstung einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren
  • Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen, Alarmanlagen, Bewegungsmeldern, Türspione
  • Neue einbruchhemmende Fenster

Wer dabei richtig vorgeht, kann sich sogar Fördermittel für Einbruchschutz sichern. Weiterer Vorteil, wenn Ihr Haus auf dem neuesten Stand ist: Modernisierungen wirken sich positiv auf die Hausbewertung aus.

Fördermittel für Einbruchschutz sind begehrt

Die Beantragen von Fördergeldern kann sich durchaus lohnen. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zahlt 10 Prozent der Kosten zwischen 2.000 und 15.000 Euro für Material und Handwerkerleistungen. Das sind bis zu 1.500 Euro. Weil das Fördergeld so begehrt ist, sind die Fördertöpfe für 2016 jedoch fast leer. Daher plant der Bundestag, der KfW-Bank im nächsten Jahr die fünffache Menge an Zuschussgeldern für Einbruchschutz Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. In Summe wären das 50 Millionen Euro. Ende November entscheidet sich, ob die Mittel bewilligt werden.

Trotz der fast leeren Kassen können Interessenten aber weiterhin Anträge stellen. Sie bekommen eine vorläufige Zusage, müssen die Belege über die Arbeiten aber binnen sechs Monaten nach der Antragstellung einreichen. Das gelte auch, wenn der Antrag beispielsweise in diesem Oktober gestellt wurde. Der Tag der vorbehaltlichen Zusage zählt als Start für die 6-Monats-Frist. Wer sie nicht sicher einhalten kann, sollte überlegen, ob er das Fördergeld erst ab Januar 2017 beantragt.

Kosten beim Finanzamt geltend machen

Privatleute können, laut der Zeitschrift „test“ (Oktober 2016), seit Kurzem zusätzlich zum Zuschuss auch einen günstigen Förderkredit für ihre Investitionen bekommen. Der Zinssatz betrage zurzeit 0,75 Prozent. Zudem bestehen auch einige regionale Fördermöglichkeiten. Außerdem können Steuerzahler einige Kosten beim Finanzamt absetzen.

Förderung für Einbruchschutz

Die Beantragung von Fördermitteln der KfW ist einfach und schnell gemacht. Denken Sie jedoch daran, den Zuschuss vor einer Auftragserteilung zu beantragen. Das entsprechende Antragsformular ist auf der Internetseite kfw.de hinterlegt. Man kann es digital ausfüllen. In der Regel erhält man wenige Tage nach dem Absenden eine Bestätigung sowie die KfW-Fördernummer. Und dann können die Handwerker loslegen. Warten Sie also unbedingt, bis Sie die KfW-Zusage erhalten. Die KfW fordert, dass die Arbeiten von einem Fachbetrieb ausgeführt werden müssen. Ein Meisterbetrieb muss es jedoch nicht sein. Wichtig ist, dass die Arbeiten nicht von Laien durchgeführt werden.

Die Handwerker-Rechnungen müssen Sie vorstrecken. Sobald alles erledigt und bezahlt ist, können Sie die Auszahlung bei der KfW beantragen. Im KfW-Verwendungsnachweis werden hierzu vom Handwerker und vom Kunden die durchgeführten Arbeiten und Kosten aufgeführt. Die Bearbeitung dauert rund zwei Monate. Danach wird Ihnen der Zuschuss überwiesen.

Mehrere Fördertöpfe kombinieren

Die KfW legt größten Wert darauf, dass die Reihenfolge bei der Beantragung genau eingehalten wird, damit keine Missverständnisse entstehen und Gelder möglicherweise nicht gezahlt werden können. Außerdem weist die Bank darauf hin, dass sich Modernisierungen auf jeden Fall lohnen und dass sich mehrere Fördertöpfe miteinander kombinieren lassen – zum Beispiel der Topf Einbruchschutz mit dem zur energetischen Sanierung des Hauses oder dem Topf Barrierereduzierung. Auch Fördermittel für Sachverständige können beantragt werden. Wer schlau kombiniert, könne nach Angaben der KfW insgesamt Zuschüsse in Höhe von bis zu 12.250 Euro erzielen.

KfW: Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW ist die größte deutsche Förderbank, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen, Städte, Gemeinden sowie gemeinnützige und soziale Organisationen. Bei der Finanzierung des Wohnungsbaus ist die KfW kaum wegzudenken. Wer ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen will, der finanziert die vielleicht größte Investition seines Lebens über seine Hausbank. Gleiches gilt in der Regel für spätere Investitionen zur energetischen Sanierung oder um Barrieren, beispielsweise fürs Alter, abzubauen. Damit die Finanzierung erschwinglich bleibt, kommt die KfW zusätzlich zur Hausbank ins Spiel und schließt Finanzierungslücken. Ganz besonders fördert die KfW Häuser, die besonders energieeffizient sind.

Tag des Einbruchschutzes

Übrigens: Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ findet jährlich am Tag der Zeitumstellung der „Tag des Einbruchschutzes“ statt. Dann, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet. In diesem Jahr am 30. Oktober 2016. Nutzen Sie die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde, um sich über Einbruchschutz zu informieren und die Sicherheitsempfehlungen der Polizei in Ihrem Alltag umzusetzen.