Grunderwerbssteuer

Grunderwerbsteuer: Anstieg in Brandenburg auf 6,5 Prozent

Bereits zum zweiten Mal in wenigen Jahren erhöht Brandenburg die Grunderwerbsteuer. Für alle Kaufabschlüsse, die ab dem 1. Juli vertraglich festgehalten wurden, gilt nun in Brandenburg die erhöhte Grunderwerbsteuer. Diese wurde um 30 Prozent auf 6,5 Prozent angehoben. Schon im Jahr 2011 hob Brandenburg die Grunderwerbsteuer auf fünf Prozent an und erzielte damit laut dem Ministerium für Finanzen Brandenburg allein im Jahr 2014 Mehreinnahmen in Höhe von 54 Millionen Euro. Dennoch stieg die Anzahl der Baugenehmigungen im Land Brandenburg im Zeitraum von 2011 bis 2014 um elf Prozent. Dies geht aus einer Berechnung des Amts für Statistik Berlin Brandenburg hervor.

Erhöhung der Grunderwerbsteuer auch in anderen Ländern

Brandenburg steht mit dem Anstieg der Grunderwerbsteuer nicht allein da: Zuletzt hatten Nordrhein-Westfalen und das Saarland die besagte Steuer auf 6,5 Prozent angehoben. Jedoch schwanken die jeweiligen Sätze der Grunderwerbsteuer regional zum Teil stark. Während das Saarland bereits zum dritten Mal die Grunderwerbsteuer angehoben hat, liegt diese in Sachsen und Bayern unverändert bei 3,5 Prozent.

In Bezug auf den Anstieg der Grunderwerbsteuer ist vor allem das Datum vom Abschluss des notariellen Vertrages wichtig. Wenn es vor dem 1. Juli liegt, gilt in Brandenburg für den jeweiligen Fall der alte Grunderwerbsteuersatz von fünf Prozent. Daher ist beispielsweise das Datum vom Zahlungseingang des Kaufpreises unerheblich, solange der Kaufvertrag vor dem 1. Juli abgeschlossen wurde.

Grunderwerbsteuer nur schwer zu umgehen

Die Grunderwerbsteuer wird immer dann erhoben, wenn unbebaute oder bebaute Grundstücke gekauft werden. Prinzipiell muss jeder die Grunderwerbsteuer zahlen, der am Kaufvorgang beteiligt ist. Oft ist es jedoch der Fall, dass sie vertraglich auf nur einen der Beteiligten übertragen wird, meist auf den Käufer. Steuerfreibeträge gibt es bei der Grunderwerbsteuer in diesem Sinne nicht, lediglich eine Freigrenze in Höhe von 2500 Euro. Es muss also keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden, wenn der Kaufpreis 2500 Euro nicht überschreitet. Sobald die Freigrenze überschritten wird, muss die Grunderwerbsteuer jedoch für die gesamte Kaufsumme gezahlt werden. Fälle, bei denen von einer Besteuerung abgesehen wird, gibt es nur sehr wenige. Hierzu zählt der Grundstückserwerb durch Erbe und Schenkung oder Verkauf unter nahen Verwandten.

Die Grunderwerbsteuer wird generell von allem berechnet, was aufgewendet wird, um das jeweilige Grundstück zu kaufen. Hierzu zählt zum einen der Kaufpreis des Grundstücks, jedoch auch übernommene Verbindlichkeiten wie Hypotheken, Grundpfandrechte und weitere Kosten. Die Zahlung der Grunderwerbsteuer wird spätestens einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig.