Pellet Heizung
So heizen Sie mit Pelletöfen

Angesichts schwankender Öl- und Gaspreise gewinnen alternative Heizformen an Beliebtheit. In immer mehr Haushalten stehen Öfen, die mit Pellets heizen. In Bezug auf Emissionen gelten diese mittlerweile als vergleichbar mit Öl- und Gasfeuerungen und sind genauso gut regelbar. "Geringe Staubemissionen sind beim Neukauf ein wichtiges Kriterium", sagt Reiner Verbert, Energie-Experte bei TÜV Rheinland. Die Pellets werden automatisch vom Vorratsbehälter in den Brennraum befördert, bis die eingestellte Zimmertemperatur erreicht ist. Die hohe Nutzwärme und der dadurch große Wirkungsgrad von Pelletöfen sorgen für eine sehr gute Energiebilanz.

Warum heizen mit Pellets?

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit

Ein großer Vorteil der Pellet Heizung ist ihre Umweltfreundlichkeit. Pellets werden aus Abfallprodukten der Holzverarbeitung hergestellt, wie Sägemehl und Holzspänen. Diese Reststoffe werden zu kleinen, zylindrischen Pellets gepresst, die eine hohe Energiedichte haben. Da das Ausgangsmaterial nachwächst und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, trägt die Pellet Heizung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Beim Verbrennen der Pellets wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat, was zu einer nahezu klimaneutralen Bilanz führt.

Kosteneffizienz

Pellet Heizungen können langfristig Kosten sparen. Die Preise für Holzpellets sind in der Regel stabiler und oft günstiger als fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas. Zudem sind Pellet Heizungen effizienter, da sie einen höheren Wirkungsgrad haben. Moderne Pelletkessel erreichen Wirkungsgrade von über 90 %, was bedeutet, dass ein Großteil der im Brennstoff enthaltenen Energie tatsächlich in Wärme umgewandelt wird.

Komfort und Automatisierung

Pellet Heizungen bieten einen hohen Bedienkomfort. Viele Systeme sind vollautomatisiert und können über Wochen hinweg ohne manuellen Eingriff betrieben werden. Die Pellets werden in einem großen Lagerraum oder einem Silo aufbewahrt und automatisch in den Kessel transportiert. Zudem lassen sich moderne Anlagen bequem über Smartphone-Apps steuern, was die Handhabung noch einfacher macht.

Komfortmerkmale:

  • Automatische Beschickung: Kein manuelles Nachlegen notwendig.
  • Geringer Wartungsaufwand: Pellet Heizungen benötigen nur gelegentlich eine Reinigung.
  • Flexible Heizzeiten: Programmierbare Thermostate ermöglichen eine bedarfsgerechte Steuerung.

Nachteile der Pellet Heizung

Hohe Anfangsinvestitionen

Einer der größten Nachteile der Pellet Heizung sind die hohen Anschaffungskosten. Die Installation einer Pellet Heizung kann erheblich teurer sein als die einer konventionellen Öl- oder Gasheizung. Neben dem Kessel selbst müssen auch Lager- und Fördersysteme installiert werden. Diese Anfangsinvestition kann für viele Hausbesitzer abschreckend sein.

Platzbedarf

Pellet Heizungen benötigen mehr Platz als andere Heizsysteme. Es muss ein geeigneter Lagerraum oder ein Silo für die Pellets vorhanden sein, was in kleineren Häusern oder Wohnungen problematisch sein kann. Der Lagerraum muss zudem trocken und gut belüftet sein, um die Qualität der Pellets zu gewährleisten.

Wartungsaufwand

Obwohl moderne Pellet Heizungen weitgehend automatisiert sind, ist dennoch ein gewisser Wartungsaufwand erforderlich. Der Kessel muss regelmäßig gereinigt und die Asche entleert werden. Zudem sollten die Lager- und Fördersysteme regelmäßig überprüft werden, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.

Wirtschaftlichkeit und Kosten

Die Anschaffungskosten für eine Pellet Heizung sind zwar höher als für eine herkömmliche Öl- oder Gasheizung, aber es gibt zahlreiche Förderprogramme, die die Investition attraktiv machen. Bund und Länder bieten Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen für den Einbau von Pellet Heizungen an. Außerdem gibt es spezielle Programme zur Förderung von erneuerbaren Energien, die ebenfalls genutzt werden können.

Kostenübersicht:

Kostenfaktor Preisbereich
Pelletkessel 5.000 - 15.000 Euro
Lagerraum/Silos 2.000 - 5.000 Euro
Installationskosten 2.000 - 5.000 Euro
Förderungen Bis zu 45% der Kosten

Betriebskosten und Einsparpotenzial

Pellets sind in der Regel günstiger als fossile Brennstoffe. Die Betriebskosten einer Pellet Heizung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Pelletpreis, der Effizienz des Kessels und dem Wärmebedarf des Hauses. In der Regel liegen die jährlichen Heizkosten mit Pellets unter denen von Öl und Gas. Zudem sind die Preise für Pellets in den letzten Jahren stabil geblieben, während fossile Brennstoffe starken Preisschwankungen unterworfen sind.

Betriebskosten im Vergleich(Stand Mai 2024):

Heizungsart Jahreskosten für 15.000 kWh
Pellets 800 - 1.000 Euro
Heizöl 1.200 - 1.400 Euro
Erdgas 1.000 - 1.200 Euro

Technische Details und Installation

Eine Pellet Heizung besteht aus mehreren Komponenten, die zusammen ein effizientes Heizsystem bilden. Der Pelletkessel ist das Herzstück der Anlage. Hier werden die Pellets verbrannt und die entstehende Wärme wird auf das Heizsystem übertragen. Ein Fördersystem transportiert die Pellets vom Lagerraum oder Silo in den Kessel. Moderne Steuerungstechnologien sorgen dafür, dass die Heizung automatisch und effizient arbeitet.

Komponenten einer Pellet Heizung:

  • Pelletkessel: Verbrennung und Wärmeerzeugung
  • Fördersystem: Automatischer Transport der Pellets
  • Lagerraum/Silo: Vorratsspeicherung der Pellets
  • Steuerungseinheit: Regelung und Überwachung der Heizanlage

Installation und Wartung

Die Installation einer Pellet Heizung sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden. Dabei müssen der Platz für den Kessel, der Lagerraum für die Pellets und das Fördersystem berücksichtigt werden. Die Wartung einer Pellet Heizung ist relativ unkompliziert. In regelmäßigen Abständen sollten der Kessel und das Fördersystem gereinigt werden, um eine optimale Effizienz zu gewährleisten. Auch der Aschebehälter muss geleert werden, was jedoch nur alle paar Wochen notwendig ist.

Staatliche Förderprogramme für Pellet Heizungen

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

In Deutschland gibt es zahlreiche Förderprogramme, die den Umstieg auf Pellet Heizungen unterstützen. Ein zentrales Programm ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese Förderung bietet Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen für die Installation von Pellet Heizungen in Bestandsgebäuden und Neubauten. Die Höhe der Förderung kann bis zu 45 % der förderfähigen Kosten betragen, wenn eine alte Ölheizung ersetzt wird.

Marktanreizprogramm (MAP)

Ein weiteres wichtiges Programm ist das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Rahmen des MAP können Hausbesitzer, die auf eine Pellet Heizung umstellen, einen Investitionszuschuss erhalten. Die genaue Höhe der Förderung hängt von der Art der Heizung und der spezifischen Umstände des Projekts ab, beträgt aber in der Regel mehrere tausend Euro.

Regionale Förderprogramme

Zusätzlich zu den bundesweiten Programmen gibt es auch zahlreiche regionale Förderprogramme. Diese werden von den Bundesländern, Städten oder Gemeinden angeboten und können weitere finanzielle Anreize bieten. Es lohnt sich, bei der lokalen Energieagentur oder dem Rathaus nachzufragen, welche speziellen Förderungen in Ihrer Region verfügbar sind.

Drei Tipps zur Auswahl und Installation einer Pellet Heizung

Beratung und Planung

Vor der Entscheidung für eine Pellet Heizung ist eine gründliche Beratung und Planung unerlässlich. Ein Energieberater kann Ihnen helfen, die richtige Größe und das passende Modell für Ihre Bedürfnisse zu finden. Außerdem sollten Sie die baulichen Voraussetzungen prüfen lassen, insbesondere den Platz für den Pelletlagerraum und die Möglichkeit, die Fördertechnik zu installieren.

Qualität der Pellets

Die Qualität der Pellets spielt eine entscheidende Rolle für den effizienten Betrieb der Heizung. Achten Sie darauf, dass die Pellets nach DINplus oder ENplus zertifiziert sind. Diese Zertifizierungen garantieren eine gleichbleibend hohe Qualität und einen optimalen Brennwert.

Fachgerechte Installation

Die Installation einer Pellet Heizung sollte immer von einem Fachmann durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Komponenten korrekt eingebaut und eingestellt sind. Eine unsachgemäße Installation kann nicht nur die Effizienz der Anlage beeinträchtigen, sondern auch Sicherheitsrisiken mit sich bringen.

Wir fassen für Sie zusammen

Pellet Heizungen sind eine umweltfreundliche, effiziente und wirtschaftlich attraktive Alternative zu fossilen Brennstoffen. Sie tragen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen bei und nutzen nachwachsende Rohstoffe. Trotz höherer Anschaffungskosten machen Förderprogramme und niedrige Betriebskosten die Pellet Heizung zu einer lohnenden Investition. Staatliche Förderprogramme können den Umstieg finanziell erleichtern und die wirtschaftliche Attraktivität der Pellet Heizung weiter erhöhen. Mit einer sorgfältigen Planung und der richtigen Beratung kann die Entscheidung für eine Pellet Heizung jedoch eine lohnende Investition in eine nachhaltige und kosteneffiziente Zukunft sein.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.

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