Home Staging: Der erste Eindruck zählt

Home Staging

Unter Home Staging wird im Rahmen des Immobilienmarketings das verkaufsfördernde Herrichten und Inszenieren einer Verkaufsimmobilie verstanden. Es umfasst den gezielten Einsatz von Möbeln, Dekoration und Licht sowie die Gestaltung von Wänden und Fußböden, mit dem Ziel, eine möglichst breite Käuferschicht für ein Verkaufsobjekt zu begeistern. Immer mehr Immobilienmakler bedienen sich dieser Vermarktungstechnik, um hierdurch ihren Vermarktungserfolg positiv zu beeinflussen: Also den Verkaufszeitraum zu verkürzen und gleichzeitig den Erlös zu steigern.

Im Rahmen von Home Staging wird das Verkaufsobjekt für die Immobilien-Besichtigung so hergerichtet, dass es den Kaufinteressenten bestmöglich ein Gefühl für das Potential der Räume vermittelt. Die Interessenten werden statt durch kahle Räume, durch eine wohnliche Umgebung mit ansprechender Einrichtung und Wohlfühl-Ambiente geführt. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass eine noch bewohnte Immobilie den potentiellen Käufer nicht durch zu viele persönliche Gegenstände abschreckt.

Der Kaufinteressent soll ein Gefühl von der Größe der Räume und der Wohnqualität der Immobilie erhalten, um sich diese mit den eigenen Möbeln, der Wunsch-Tapete sowie eigenen Dekorationsgegenständen vorstellen zu können.

Vorteile des Home Staging

Mit einer durch Home Staging professionell hergerichteten Immobilie können Makler vielen Kauf-Einwänden bereits im Vorhinein die Grundlage entziehen und leichter einen fairen Markt-Preis für ihr Verkaufsobjekt erzielen. Preisverhandlungen, die lediglich auf der Optik der Immobilie basieren, erübrigen sich oft vollständig. Ein weiterer entscheidender Vorteil des Home Staging ist die Verkürzung der Vermarktungsdauer sowie die geringere Anzahl an Besichtigungsterminen.

Und dass sich die finanzielle sowie zeitliche Investition in Home Staging lohnt, zeigt sich zu guter Letzt, wenn die Immobilie nicht nur schneller, sondern auch zu einem höheren Preis verkauft werden konnte. So sind Preissteigerungen von bis zu 15% in „gestagten“ Immobilien inzwischen keine Ausnahme mehr.

Home Staging-Anbieter oder Eigenleistung?

Professionelles Home Staging setzt ein gewisses Maß an Praxiserfahrung sowie relevante Branchenkenntnisse über aktuelle Wohn- und Design-Trends voraus. Beispielsweise verfügt der Verband „Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign® e.V.“ (DGHR) mit rund 250 aktiven Mitgliedern über weitreichende Home Staging-Kompetenz und versteht sich entsprechend als der erste Ansprechpartner für die Vermittlung qualifizierter Home Staging-Anbieter in Deutschland.

Das Herrichten und Ausstatten eines Verkaufsobjektes gemäß Home Staging-Technik kann ein Makler aber durchaus auch selbst übernehmen und sich getreu dem Motto „Übung macht den Meister“ relativ schnell einfache Einrichtungstechniken aneignen; ein gewisses Design-Interesse sowie Spaß am Einrichten sind hierbei selbstverständlich von Vorteil.

Ablauf des Home Staging

Wird für das Home Staging ein ausgebildeter Innenarchitekt oder Designer beauftragt, so wird mit diesem zunächst abgestimmt, wie eine Ausstattung der Räume generell aussehen könnte. Wichtig ist hier die Abstimmung der Einrichtung auf die durch den potentiellen Käufer geplante Nutzung.

Die Umgestaltung kann ein Profi innerhalb eines kurzen Zeitraumes durchführen; ebenso schnell lassen sich die gestalterischen Elemente und Möbel nach dem erfolgreichen Verkauf der Immobilie wieder entfernen. Der beauftragende Makler muss sich lediglich um die Abstimmung der jeweiligen Termine zwischen Eigentümer und Home Stager kümmern.

Die Kosten für eine professionelle Gestaltung der Räume variieren je nach Anbieter. Werden Preise pro Quadratmeter vereinbart, so können diese sich bei einer Wohnung von 100m² auf ca. 300,- EUR belaufen. Andere Anbieter berechnen eine erfolgsabhängige Service-Gebühr als prozentualen Anteil am Verkaufspreis; dieser bewegt sich meist zwischen 1 und 3%.

Übernimmt der Makler die Ausstattung der Räume selbst, so muss er neben einer gewissen Anfangsinvestition in Möbel und Accessoires insgesamt bis zu zwei Tage seiner Arbeitszeit einplanen.

Zunächst wird in der zu verkaufenden Immobilie jegliche Unordnung beseitigt, die Räume werden gründlich gereinigt, Eingangsbereich und Vorgarten ansprechend hergerichtet. Anschließend erfolgt die eigentliche Gestaltung entsprechend der definierten Käufer-Zielgruppe. Beispielsweise sollten allzu dominierende Möbelstücke entfernt werden, um die Immobilie größer wirken zu lassen und es dem potentiellen Käufer besser zu ermöglichen, sich die Raumgestaltung nach eigenen Wünschen vorzustellen. Persönliche Gegenstände, Krimskrams oder Sammlungen sollten entfernt werden, um das Objekt so neutral wie möglich zu präsentieren. Wichtigen Räumen kann bei Bedarf ein frischer, neutraler Anstrich gegeben werden.

In leerstehenden Objekten lässt sich durch wenige Möbelstücke, gezielt eingesetzte Accessoires sowie optimal erleuchtete Räume auf sehr einfache Art und Weise ein wohnliches Ambiente herstellen. Bei dem Kauf der Einrichtungsgegenstände sollte darauf geachtet werden, dass diese schlicht und puristisch gehalten werden. Für die anfängliche Investition in einen Grundstock an Möbeln und Dekoration sollte der Makler rund 1.000,- EUR veranschlagen. Da das Mobiliar regelmäßig wiederverwendet werden kann, stellt die gekaufte Ausstattung gegenüber gemietetem Mobiliar jedoch häufig die bessere Alternative dar.

Quelle: HAUSGOLD

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