Legionellen

Legionellen: Gefährliche Keime im Wasser

Immer wieder liest man in den Medien davon, dass Schwimmbäder oder Schulen wegen Legionellen geschlossen werden. Zahlreichen Mietern flattern zudem Warnbescheide ins Haus, dass eine hohe Konzentration von Legionellen nachgewiesen wurde. Doch was sind das eigentlich für Keime? Und was sollten Mieter und Vermieter tun, wenn Legionellen nachgewiesen werden?

Infektionsquellen und Symptome

Legionellen, lateinisch Legionella pneumophila, sind Bakterien, die sich vor allem dort vermehren, wo lauwarmes Wasser in Leitungen steht. Wenn man mit Legionellen verseuchten Wasserdampf einatmet – zum Beispiel beim Duschen – gelangt der stäbchenförmige Erreger in die Lunge. Dort können sie schwere Lungenentzündungen hervorrufen, aber auch Harnweginfekte oder grippeähnliche Erkrankungen sind möglich. Meist beginnt eine Infektion mit Husten, Durchfall oder Fieber.

Legionellen können jedoch nicht nur in der Dusche eingeatmet werden, auch Klimaanlage, Whirlpools oder Inhalationsapparate können Infektionsquellen sein. Dabei sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem besonders gefährdet: chronisch Erkrankte, Senioren und Babys. Im Magen-Darm-Trakt sind Legionellen in der Regel harmlos, so dass Trinkwasser weiter verwendet werden kann.

Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland bis zu 30.000 Menschen im Jahr an Legionellose. Eine Behandlung mit Antibiotika ist zwar möglich, die Sterblichkeitsrate liegt aber dennoch bei etwa 15 Prozent. Infektionen mit Legionellen sind meldepflichtig.

Höhe der Belastung erfragen

Nach der neuen Trinkwasserverordnung musste bis Ende 2013 das Wasser aller Mietshäuser hinsichtlich der Legionellenbelastung untersucht werden. Bei öffentlichen Gebäuden besteht sogar jährlich die Pflicht, das Wasser auf Legionellen zu untersuchen. Wird der Grenzwert von 100 Legionellen pro 100 Milliliter überschritten, ist das Gesundheitsamt zu informieren.

Wer von seinem Vermieter ein Schreiben erhält, in dem auf eine hohe Legionellen-Konzentration aufmerksam gemacht wird, sollte den genauen Wert erfragen. Vorsicht ist ab einem Wert von 10.000 Legionellen in 100 Milliliter Wasser geboten. Experten raten bei einer solchen Konzentration davon ab, zum Beispiel die Dusche zu nutzen.

Wie kann man sich vor Legionellen schützen?

Es gibt einige Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor einer Legionellose zu schützen. Dazu zählt, die Dusche bei geöffnetem Fenster kurz laufen zu lassen. Das gilt vor allem, wenn man die Dusche zum Beispiel aufgrund eines Urlaubs länger nicht benutzt hat. Auch das regelmäßige Reinigen und Entkalken von Wasserhähnen und Duschköpfen sollte beachtet werden. So haben die Bakterien keinen Nährboden. Wer das Wasser nicht verschwenden will, kann es zum Beispiel noch zum Blumengießen nutzen.

Auch eine ausreichende Wassertemperatur ist wichtig. Erst bei 60 Grad werden die Bakterien zuverlässig abgetötet. Die Wassertemperatur sollte also nicht unter diesen Wert gedrosselt werden.

Eigentümer sollten Installationen für Kalt- oder Warmwasser nur von Fachfirmen durchführen lassen und ihre Anlagen außerdem regelmäßig warten. Über die Trinkwasserqualität können Verbraucher sich generell beim örtlichen Wasserversorger oder auch bei den kommunalen Gesundheitsbehörden informieren.

Mietwohnung: Befall ist nicht sofort ein Mangel

Wer von seinem Vermieter oder der Hausverwaltung eine Benachrichtigung über eine erhöhte Legionellen-Konzentration bekommt, ist nicht zwangsläufig berechtigt, die Miete zu mindern. Das Amtsgericht München urteilte, dass ein Mangel erst dann bestehe, wenn der Grenzwert für eine Gesundheitsgefährdung erreicht sei. Der Fall:

Ein Vermieter hatte geklagt, weil einer seiner Münchener Mieter aufgrund des Legionellen-Befalls eine Monatsmiete einbehalten hatte. Er forderte die ausstehende Miete ein und bekam vor dem Amtsgericht München Recht. Die Richter sahen keinen Mietmangel aufgrund einer Gesundheitsgefährdung, da die nachgewiesene Legionellen-Konzentration zu keiner Zeit über dem Grenzwert gelegen habe, so dass nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen sei, die über das normale Lebensrisiko hinausgehe.