Luxus Apartments modernes Zimmer mit Couch, Tisch und Regal

Immer mehr Luxus Apartments für Studierende

Egal, ob Hamburg, München oder Frankfurt, immer mehr Immobilieninvestoren entdecken den Markt für junge Leute, speziell für Studierende, und bauen regelrechte „Edel-Studentenbuden“. Gleichzeitig finden sich auf dem Immobilienmarkt – nicht nur im hochwertigen Segment in Form von Luxus Apartments – immer mehr möblierte Wohnungen.

Entsprechend wundert es kaum, dass Studenten und Studentinnen in Deutschland immer höhere Mieten zahlen. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ war Anfang Oktober zu lesen, dass die Mieten in manchen Städten um bis zu 70 Prozent gestiegen sind.

Viele der luxuriösen, privat finanzierten Apartmentgebäude mit der Kernzielgruppe Studierende zeichnen sich nicht nur durch ihren Standort in begehrten Lagen oder der Nähe zu Szenevierteln aus. Sie bieten auch exklusive Services, die in einem herkömmlichen Studentenwohnheim kaum bis gar nicht zu finden sind. Oder kurzgefasst: Die Luxus Apartments für Studierende bieten hohe Wohnqualität in kosmopolitischer Atmosphäre.

Exklusive Services für Studierende

Wer ein Bild vom Studenten in einer einfachen Studenten-WG im Kopf hat, wird beim Rundgang in einem der neuen Luxus Apartments eine große Überraschung erleben. Nicht selten finden sich hier:

  • Pförtner-Service
  • Learning Lounge mit TV
  • Fitness Lounge
  • Washing Lounge mit Waschmaschinen und Trocknern
  • Highspeed-Internet
  • Tiefgaragenstellplätze
  • Fahrradabstellplätze

Die Luxus Apartments sollen hochwertiges studentisches Wohnen gewährleisten und sind meist modern möbliert. Sie verfügen über eine kleine Küche und ein modernes Bad.

Luxus Apartments sind im Trend

Im Immobilien-Fachjargon werden solche Apartments, wie oben beschrieben, als „Mikrowohnungen“ bezeichnet. „Nach Schätzungen des Deutschen Studentenwerks (DSW) haben Unternehmen in den vergangenen Jahren 10.000 bis 15.000 solcher luxuriösen Appartements geschaffen – etwa so viele Unterkünfte wie die Studentenwerke“, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Investoren werden auf den aufgeheizten Immobilienmarkt in deutschen Großstädten hingewiesen und mit der Investition in Luxus Apartments wird eine gute Rendite versprochen. Tenor: Der Bedarf ist da, und die Margen sind interessanter als im klassischen Wohnungsbau. Man kann kleine Wohneinheiten bauen und diese teuer vermieten.

Kein Wunder, dass nicht nur Privatpersonen in Luxus Apartments als Kapitalanlage investieren, sondern auch traditionelle Anleger wie Versicherungen, Fonds- und Kapitalgesellschaften haben diesen Markt für sich entdeckt.

Gern wird auch ein Vergleich mit anderen Ländern, speziell Großbritannien, vorgenommen. Danach passe Deutschland sich diesen anderen anderen Ländern an. In Großbritannien wachse das Geschäft mit den Luxus-Unterkünften seit Langem stetig.

Und sollte die Nachfrage nach Mikrowohnungen doch einmal sinken, so bieten viele Bauherren von vornherein eine modulare Bauweise an, die es ermöglicht, die zahlreichen einzelnen Zimmer zu größeren Einheiten zu verbinden.

Studenten aus dem Ausland mieten ohne Besichtigung

Die meisten Immobilien-Experten sind sich einig: Luxus Apartments für Studierende sind kein vorübergehendes Phänomen. In sämtlichen Groß- und Universitätsstädten entstehen inzwischen solche Wohnanlagen. Besonders groß ist die Nachfrage auch bei Studenten aus dem Ausland. Diese informieren sich via Internet über die Stadt, in der sie künftig studieren werden und haben in vielen Fällen gar keine Möglichkeit, vor Ort nach einer Bleibe zu suchen. Entsprechend mieten sie eine Wohnung, ohne diese vorab selbst zu besichtigen. Das spart dem Vermieter Zeit und Aufwand und somit Geld.

Tatsächlich studieren immer mehr ausländische junge Leute in Deutschland: Seit 2004/2005 hat sich die Zahl der Erstsemester aus dem Ausland fast verdoppelt, so „Die Welt“ im August 2017.  Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass für hochqualifizierte Berufseinsteiger Auslandserfahrung immer wichtiger werde.  Deutschland sei besonders beliebt, weil hierzulande bisher kaum Studiengebühren erhoben werden. Nur in Baden-Württemberg und künftig wohl auch in Nordrhein-Westfalen müssen Nicht-EU-Ausländer für die Universitäts-Ausbildung zahlen.

Nicht nur edle Appartements für Studierende sind teuer

Nicht nur Studierende, die in Luxus Apartments leben, zahlen hohe Mieten (500 Euro für ein 1-Zimmer-Appartement sind keine Seltenheit). Grundsätzlich ist das Leben für Studenten und Studentinnen in Deutschland in den letzten Jahren teurer geworden. Sie müssen immer mehr Geld für Miete ausgeben. „Den stärksten prozentualen Anstieg der Nettomietpreise seit 2010 verzeichnete demnach Berlin mit 70,2 Prozent – von sechs auf elf Euro pro Quadratmeter“, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Es folgten Stuttgart mit 62,2 Prozent und München mit 53,1 Prozent. In Hamburg sei die Nettomietbelastung für Studierende danach um 30,6 Prozent von neun auf zwölf Euro pro Quadratmeter gestiegen.“ Die Preise seien aber auch in Kiel (plus 35,3 Prozent), Bonn (24,9 Prozent), Leipzig (23,6 Prozent) und Köln (22,3 Prozent) gestiegen. Den geringsten Anstieg verzeichne Jena (9,7 Prozent).

Immer mehr möblierte Wohnungen

Die durchschnittlichen Mietpreissteigerungen sind nicht nur mit der zunehmenden Verknappung von Wohnraum in beliebten Lagen zu begründen. Relevant ist auch, dass in deutschen Großstädten immer mehr möblierte Mietwohnungen angeboten werden. Viele Mietervereine meinen, dass  viele Eigentümer ihre Wohnungen nur deshalb möbliert anbieten, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Dank eines „Möbel-Zuschlags“ könne verschleiert werden, wie hoch die eigentliche Kaltmiete ist. Schon mehrere Gerichte haben sich damit beschäftigt, wie hoch der Zuschlag sein darf. Gängig ist, dass der Vermieter zwei Prozent des Zeitwerts der Möbel auf die Monatsmiete aufschlagen darf. Ist das Mobiliar beim Einzug beispielsweise 5000 Euro wert, darf die Miete 100 Euro höher sein als bei einer nicht eingerichteten.

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Mieten für Studentenbuden stark gestiegen, 02.10.2017

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Luxus-Appartementhäuser für Studenten boomen, 30.08.2016

Die Welt: Steuergeld für ausländische Studenten? Das lohnt sich!, 4.8.2017