Schimmel-Reinigungsmittel

Schimmel: Wer hat Schuld und was sind die Ursachen?

Schimmelpilze in der Wohnung sind sowohl für Mieter als auch für Vermieter ärgerlich. Abgesehen davon, dass sie gesundheitsgefährdend sein können, fallen für deren Beseitigung Kosten an. Oft ist auch nicht ganz klar, ob Mieter oder Vermieter für den Schimmelpilzbefall verantwortlich ist, was zu Konflikten führen kann. Wir klären auf, wie und warum Schimmel entsteht und welche Rechten und Pflichten Mieter und Vermieter haben. 

Bevor die Ursache des Schimmelpilzbefalls überhaupt festgestellt wurde, sind die meisten Vermieter der Meinung, dass der Mieter diese durch falsches Lüften oder Heizen verursacht hat. Jedoch sind die Ursachen für die Schimmelpilze vielseitiger. Damit die Schimmelpilze nämlich wachsen können, ist ein erhöhter Feuchtegehalt auf Bauoberflächen erforderlich. Dieser erhöhte Feuchtegehalt muss aber nicht zwangsläufig durch den Mieter verursacht werden. Auch Baumängel können bei der Schimmelbildung eine wichtige Rolle spielen.

Habe ich Schimmel in der Wohnung?

Schimmel kann man nicht immer auf den ersten Blick erkennen. So sollte man also schon jedem kleinsten Verdacht nachgehen. Beispielsweise kann durch eine Probe von einer verdächtigen Stelle an der Wand oder der Untersuchung der Raumluft ermittelt werden, ob Schimmelbefall besteht. Eine Probe kann auch selbst entnommen und eingeschickt werden. Hierfür bieten verschiedene Institutionen entsprechende Verfahren für bereits 50 Euro an. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich aber auch mit einem Hygrometer selbst messen – diese sind für etwa 20 Euro erhältlich. Im Winter sollte die Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 50 Prozent betragen. Für unser Wohlbefinden hingegen sind etwa 60 Prozent Luftfeuchtigkeit empfehlenswert. So steht man also vor einem kleinen Dilemma: Sehr trockene Luft reizt die Schleimhäute und Atemwege und kann zu Kopfschmerzen führen, sehr feuchte Luft fördert die Schimmelbildung in der Wohnung. Wer allerdings sicher sein möchte, kommt nicht um einen Sachverständigen herum.

Warum muss Schimmel entfernt werden?

Schimmelpilze sind zwar natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und in der Regel völlig unschädlich, jedoch wird bei einigen von ihnen vermutet, dass sie Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen. Schließlich werden sie über die Atemwege oder die Haut aufgenommen. Außerdem erzeugen sie schlechte Gerüche und können Schäden am Putz verursachen. Solange der Schimmel noch auf Wand, Tapete oder Kachel sitzt, kann er mit wenig Aufwand bekämpft werden. Tiefer sitzende, schon abgetötete Schimmelpilze in Fugen können mit Dampfreinigern beseitigt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann hochprozentiger Alkohol oder ein Chlorreiniger dem Schimmel zu Leibe rücken. Wichtig ist aber, die Ursache des Schimmels zu bekämpfen.

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Wie entstehen Schimmelpilze?

Bei einer ausreichenden Erwärmung der Raumluft bindet diese die Feuchtigkeit. Warme Luft kann aufgrund des höheren Energiegehaltes mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kühlere Luft. Treffen warme und feuchte Luft mit einer kühlen Oberfläche zusammen, steigt die relative Feuchtigkeit an der Oberfläche an. Bei Überschreitung der maximalen Aufnahmefähigkeit des Mauerwerks oder anderer Oberflächen fällt Tauwasser an der Oberfläche an, welches bereits bei einer Sättigungsfeuchte der Oberfläche von 80% zu Schimmelschäden führt.

Wer ist für den Schimmel verantwortlich?

Geht es um die Frage nach der Schuld am Schimmelbefall, ist es üblich, dass der Vermieter die Ursache beim Mieter und seinem Heiz- und Lüftungsverhalten sucht. So einfach ist es jedoch nicht und das sollten Mieter auch nicht immer akzeptieren. Wird ein Schimmel in der Wohnung entdeckt, ist es sehr wichtig, zuallererst den Vermieter schriftlich darüber in Kenntnis zu setzen.  Wird der Schimmelschaden nicht freiwillig vom Vermieter beseitigt, muss der Mieter seinen Anspruch gerichtlich geltend machen. Da das Gericht die Ursachen des Schimmelschadens natürlich nicht kennt – genau so wenig wie die baulichen Gegebenheiten und das Nutzungsverhalten des Mieters – wird hierbei ein Sachverständiger eingeschaltet. Dieser untersucht die Schadensursache.

Stellt der Sachverständige fest, dass der erhöhte Feuchtegehalt nicht durch den Mieter, sondern von einem Baumangel verursacht wurde, ist der Vermieter verpflichtet, den Schimmelschaden und dessen Ursache auf seine Kosten zu  beseitigen. Hier sollte der Vermieter prüfen, inwieweit die Gebäudeversicherung für den Schaden aufkommt. Außerdem darf der Mieter in diesem Fall seine Miete mindern. Stellt der Sachverständige fest, dass kein Baumangel die Schimmelpilze verursacht hat, so untersucht er, ob das Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters den Schaden verursacht haben könnte.

Schimmel vermeiden: Unsere fünf Tipps

Überall in der Wohnung entsteht Feuchtigkeit. Diese muss durch richtiges Lüften entweichen, um gesundheitsgefährdenden Schimmel in der Wohnung zu vermeiden. Hier einige wichtige Tipps:

  1. Zwei-bis vier Mal täglich die Fenster für jeweils etwa zehn Minuten öffnen. Empfehlenswert ist Stoßlüften anstelle von Dauerlüften mit gekippten Fenstern. Insbesondere das Badezimmer und die Küche sind die feuchtesten Räume im Haus. Aus diesem Grund sollte man in diesen Räumen besonders häufig lüften, vor allem direkt nach dem Kochen oder Duschen.
  2. Einen besonders effektiven Luftaustausch erreicht man durch das Querlüften der Räume. Öffnet man gleichzeitig die Fenster in gegenüberliegenden Räumen, entsteht ein Luftzug, der die Feuchtigkeit gut aufnehmen kann.
  3. Auch das Heizen spielt eine wichtige Rolle: Während des Lüftens sollten die Heizungen ausgestellt sein. Ansonsten geht zu viel wertvolle Energie aus dem Fenster verloren.
  4. Lassen Sie zwischen Möbeln und Wand mindestens zehn Zentimeter Abstand, damit die Raumluft dazwischen richtig zirkulieren kann.
  5. Kondenswasser ist ein Zeichen für falsches Lüften! Da Fenster die kälteste Stelle im Raum sind, lagert sich dort die Feuchtigkeit ab, wenn sie nicht durch richtiges Lüften aus dem Fenster gelassen wird. Ist Ihr Fenster also häufig mit Kondenswasser beschlagen, ist das meist ein Zeichen für falsches Lüft- bzw. Heizverhalten.

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