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Schönheitsreparaturen: BGH Urteil entlastet Mieter

Mieter können sich freuen: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Mittwoch entschieden, dass Mieter beim Auszug nicht renovieren oder Schadenersatz zahlen müssen, wenn die Wohnung bereits beim Einzug unrenoviert übergeben wurde. Damit sind in diesem Fall Klauseln im Mietvertrag ungültig, die den Mieter zu Schönheitsreparaturen verpflichten.

Der BGH stoppt so die beliebte Praxis von Vermietern in deutschen Großstädten, die Kosten für Schönheitsreparaturen auf die Mieter abzuwälzen. Laut BGH ist dies jedoch im Rahmen der Immobilienpreisentwicklung eine unangemessene Benachteiligung des Mieters, die nun verboten ist. Reparaturklauseln sind in Mietverträgen unrenovierter Wohnungen nur dann gültig, wenn der Mieter für seine Schönheitsreparaturen beim Einzug auch einen angemessen Ausgleich erhält.

Schönheitsreparaturen: Böden und Fliesen zählen nicht dazu

Wird die Wohnung allerdings beim Einzug renoviert übernommen, ist der Vermieter berechtigt, den ausziehenden Mieter vertraglich zur Renovierung zu verpflichten. Die ganze Wohnung muss dann aber nicht erneuert werden. Zu den üblichen Schönheitsreparaturen gehören übliche Gebrauchsspuren, die mit spezieller Farbe oder Tapeten behoben werden können.

Fußböden und Teppichböden, die während der Wohndauer nicht beschädigt wurden, fallen auch nicht unter die Kategorie Schönheitsreparaturen. Dies gilt auch für Badezimmer- und Küchenfliesen. Dübellöcher müssen aber dennoch geschlossen werden – denn die zählen zu den nötigen Schönheitsreparaturen.

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