Wohnfläche

Falsche Wohnfläche. Was muss ein Mieter tolerieren?

Häufig gibt es die Situation, dass Mieter in Wohnhäusern bezüglich ihrer angemieteten Wohnfläche gewisse Zweifel mitbringen. Manche sind durchaus berechtigt. Wer allerdings zu viel zahlt, muss häufig mit der Situation leben. Erst ab einer Abweichung von zehn Prozent ist eine Mietminderung möglich.

Besonders eifrige Mieter untersuchen akribisch die exakte Wohnfläche und ärgern sich, wenn sie zu viel zahlen. „Falsche Angaben bei der Wohnfläche sind Betrug an Mieterinnen und Mietern. Es ist völlig inakzeptabel, dass der Referentenentwurf von Heiko Maass das auch noch zum Gesetz machen will. Wohnflächenabweichungen dürfen nicht länger geduldet werden“, kommentiert Caren Lay von der Linken gegenüber der Internetseite FOCUS Online.

Toleranzschwelle bei der angemieteten Wohnfläche?

Ausgangspunkt ist ein Urteil vom Bundesgerichtshof aus dem Jahr 2004. Dort ist von einer Toleranzschwelle die Rede, welche erst ab zehn Prozent Abweichung zum Problem wird. Bei einer Mieterhöhung gilt diese Vorgehensweise allerdings nicht mehr. In einem weiteren Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2015 ist die exakte Wohnfläche ausschlaggebend. Es fehlt allerdings bis heute eine eindeutige gesetzliche Regelung. „Das Problem ist, dass sich die tatsächliche Wohnfläche in der Praxis kaum ermitteln lässt“, sagt Sprecher Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus und Grund zu FOCUS Online.

Ist die exakte Berechnung der Wohnfläche möglich?

Kritische Stimmen sind der Meinung, dass das heute nicht mehr stimmt. Kritisiert wird der Gesetzentwurf auch vom DMB (Deutscher Mieterbund). Der Fernsehsender MDR zitiert einen Sprecher in seinem Magazin „Umschau“: ,,Mit der heutigen Messtechnik sei es überhaupt kein Problem, die Wohnfläche exakt auszumessen“.

Die Politik ist gefragt

Ursprünglich wurde im Koalitionsvertrag ins Auge gespeilt, die tatsächliche Wohnfläche als Berechnung für die Miete zuzulassen. Dem MDR-Magazin liegt ein noch nicht öffentlicher Referentenentwurf aus dem Bundesjustizministerium vor, aus dem hervor geht, dass es bei der Berechnung der Miete bei der alten zehn Prozent-Toleranz-Regelung bleiben soll. ,,Abwarten und Tee trinken!“, heißt hier wohl der Prozess.

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Quelle: MDR (Magazin „Umschau“) | Focus Online