Braunschweig

Wohnmarktreport Deutschland 2016: Neue Standorte gewinnen an Bedeutung

Der Immobilienmarkt in großen Städten wie Berlin, München oder Hamburg boomt – das ist längst kein Geheimnis mehr. Jetzt entwickelten aber auch viele mittelgroße Städte wie etwa Kiel, Braunschweig und Leipzig Potenzial, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Wohnmarktreport Deutschland 2016. In den sogenannten B- und C-Standorten werde der Wettbewerb zunehmen. Erstellt wurde die Studie, welche unter anderem focus.de und boerse-frankfurt.de vorstellten, vom internationalen Immobiliendienstleister CBRE und Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia.

Top-Standorte

Zu den „Top-Standorten“ zählen laut der Studie Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Der Wohnungsmarkt in diesen Städten sei eng und zeichne sich durch hohes bis höchstes Miet- und Kaufpreisniveau aus. So rechnet CBRE-Geschäftsführer Henrik Baumunk, dass die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in den „Top-Städten“ stärker steigen werden als die Mieten. Die Attraktivität dort sei etwa aufgrund des Arbeitsmarktes sehr hoch.

Dynamische Standorte

Das Interesse an Immobilien habe in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen, sagte Baumunk. In den Fokus von Investoren rücken laut Studie vor allem Berlin, Dresden und Leipzig. Diese Städte, die zur Kategorie „Dynamische“ zählten, hätten sich in der jüngsten Vergangenheit rasant entwickelt. Es gebe im Wohnungsmarkt dort einen Nachfrageüberhang in einzelnen Segmenten und einen geringen oder deutlich sinkenden Leerstand. Als Folge denkt Vonovia laut Vorstand Klaus Freiberg etwa in Dresden über einen Neubau nach.

Standorte mit guter Perfomance

Die traditionell nachgefragten Standorte mittlerer Größe wie Augsburg, Freiburg, Karlsruhe, Mainz, Mannheim, Nürnberg und Wiesbaden ähnelten in vielen Bereichen den „Top-Standorten“. Diese Städte lägen häufig in der Nähe der „Top-Standorte oder verfügten über eine gute Verkehrsanbindung dorthin. Aber auch etwa in Braunschweig, Erfurt, Hannover, Kiel und Lübeck, die zu der Gruppe „Good Performer“ zählten, legten Mieten und Kaufpreise zu. Der Wohnungsleerstand liegt der Studie zufolge zwischen zwei und drei Prozent.

Industrie-Standorte

Aber auch alte Industriestandorte mit hoher wirtschaftlicher Bedeutung in der Vergangenheit wie etwa Bremen, Chemnitz, Dortmund, Duisburg und Essen hätten die Kehrtwende geschafft, wenn auch mit einer geringeren Dynamik als andere Städte. Das Miet- und Kaufpreisniveau sei dort moderat bis unterdurchschnittlich, der Wohnungsleerstand jedoch teilweise deutlich rückläufig.