Wohnungsübergabeprotokoll

Wohnungsübergabeprotokoll: So sind Sie auf der sicheren Seite

Vor dem Einzug in eine Wohnung überwiegt meist die Freude auf die neuen vier Wände. Für viele stehen dann verständlicherweise vor allem Fragen zur Wohnungseinrichtung oder anderen erfreulichen Themen im Vordergrund. Dass man irgendwann vielleicht auch wieder auszieht und es dann zu Problemen zwischen Mieter und Vermieter kommen kann, wird häufig nicht bedacht. Dabei lassen sich mögliche Differenzen ohne finanziellen Aufwand gleich im Vorfeld beseitigen: Ein Wohnungsübergabeprotokoll hält den Zustand der Wohnung vor dem Einzug im Detail fest. Es wird also eine Bestandsaufnahme erstellt.

Wohnungsübergabeprotokoll erspart Probleme vor Gericht

Es besteht keine Pflicht, ein Wohnungsübergabeprotokoll anzufertigen, jedoch empfiehlt es sich aus offensichtlichen Gründen. Vor Gericht ist es meist das entscheidende Beweisstück bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Mündliche Absprachen sind oft nicht stichhaltig genug und haben daher eine geringere Beweiskraft. Durch die Unterschriften unter dem Wohnungsübergabeprotokoll bestätigen beide Parteien den Zustand der Wohnung, so dass es vor Gericht kaum mehr Spielraum für Interpretationen gibt. Ein Wohnungsübergabeprotokoll kann also der ausschlaggebende Faktor vor Gericht sein und beiden Seiten großen Stress ersparen. Wie wird es also angefertigt und welche Aspekte müssen berücksichtigt werden?

Mithilfe einer Checkliste wird jeder Raum der Wohnung einzeln überprüft. Wände, Fenster, Türen, Schränke und die Böden müssen genau auf Mängel untersucht werden. Auch die Zählerstände von Gas und Wasser müssen protokolliert werden. Die Anzahl der Schlüssel, die Daten der letzten Renovierung und der Übergabe gehören ebenfalls ins Protokoll. Falls die Wohnung über Balkon und Garten verfügt, sollten auch diese im Wohnungsübergabeprotokoll berücksichtigt werden.

Fotos steigern Aussagekraft vom Wohnungsübergabeprotokoll

Es empfiehlt sich zudem, Fotos von gefundenen Mängeln zu machen, damit das Wohnungsübergabeprotokoll noch aussagekräftiger wird. Und zwar nicht nur vor dem Einzug, sondern auch bevor der Mieter wieder auszieht. So lässt sich ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich herstellen und die Aussagekraft steigern.

Achten Sie bei Türen und Wänden auf Flecken oder Kratzer. Empfehlenswert ist es, einen Zollstock dabei zu haben und die Länge der Kratzer genau zu dokumentieren. Wenn auf monotonen Flächen beispielsweise Wasserschäden gefunden werden, reicht ein einfaches Foto oftmals nicht. Ein Meterband sollte nicht fehlen, vor den Schaden gehalten und mitfotografiert werden. So lässt sich die genaue Größe des Schadens dokumentieren. All das sollte nur bei hellem Tageslicht oder optional mit einer Taschenlampe begutachtet werden. Denn während der Dämmerung lässt sich sonst oftmals die Qualität der Wandfarbe nicht erkennen. Unprofessionell gestrichene Wände zum Beispiel bleiben so unbemerkt und werden später zum Ärgernis.

Wohnungsübergabeprotokoll sollte selbst die kleinsten Schäden beinhalten

Die Fußböden müssen auf Kratzer und Abnutzungsspuren untersucht werden. Auch Brand- und Weinflecken sind nicht selten. Für letztere Mängel muss unter Umständen der Vormieter aufkommen, da sie in den Bereich Schönheitsreparaturen fallen. Im Bad sind verkalkte Duschköpfe, verkratzte und verfärbte Fliesen zu beachten. Auch unentdeckte Sprünge in Waschbecken, Bade- oder Duschwannen können kostspielig werden. Außerdem sind oftmals Armaturen und das Interieur abgenutzt. Wenn eine Einbauküche mitvermietet wird, prüfen Sie am besten sämtliche Geräte wie Kühlschrank, Geschirrspüler und Herd. Sind alle Fächer im Kühlschrank vorhanden? Ist die Küchenzeile beschädigt? Auch diese Mängel gehören ins Übergabeprotokoll. Sofern möglich, sollte auch überprüft werden, ob alle Heizkörper funktionieren.

Von Vorteil ist es, wenn nicht nur Kreuzchen auf einer Liste gemacht, sondern ganze, detaillierte Sätze formuliert werden. Eine genaue Beschreibung der Schäden mit Angabe der Länge und Größe der Mängel sollte Pflicht sein. Außerdem ist es hilfreich, einen Zeugen zur Wohnungsbesichtigung mitzunehmen, der bei einem eventuellen späteren Gerichtsverfahren eine Aussage tätigen kann. So wappnen Sie sich gegen alle potentiellen Schwierigkeiten.

Die Entscheidung, ein Wohnungsübergabeprotokoll anzufertigen, ist sinnvoll für alle Beteiligten. Mieter und Vermieter sollten sich hier über das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen im Klaren sein. Denn die Erstellung eines Wohnungsübergabeprotokolls kostet lediglich Zeit, spart aber am Ende unter Umständen viel Geld.