Legionellen_Wasserhahn

Legionellen – Die lauernde Gefahr in der Wasserleitung?

Immer wieder sind Immobilieneigentümer und Mieter verunsichert, wenn Legionellen in den Wasserleitungen ihrer Häuser entdeckt wurden. Legionellen sind natürliche Bakterien, die auch im Trinkwasser vorkommen. Durch technische Maßnahmen sind die Legionellen aber durchaus beherrschbar. Erkrankungen (Pontiac-Fieber, Legionellose) ergeben sich in der Regel durch die Aufnahmen der Bakterien durch „Vernebelung“.

Das heißt, Menschen infizieren sich, indem sie – beispielsweise beim Duschen – den Sprühnebel legionellenbelasteten Wassers einatmen, so dass die Erreger bis in die Lunge gelangen. Nach medizinischen Erkenntnissen stellen die Bakterien bei der Nahrungsaufnahme keine gesundheitliche Gefahr dar, ebenso beim Trinken des Leitungswassers.

Vorschriften für die hauseigene Trinkwasseranlage

In Deutschland werden rechtliche Vorgaben zur Qualität des Leitungswassers über die Trinkwasserverordnung gemacht. Nach Paragraph 4, Allgemeine Anforderungen, muss Trinkwasser generell – auch in kleinen Privathaushalten – so beschaffen sein, „dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.“ Insbesondere müssten bei der Wasserverteilung und -aufbereitung „die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten“ werden. Deshalb gehören Planung und Installation in die Hände von Fachfirmen, welche die geltenden Normen, Vorschriften und Richtlinien kennen und umsetzen können. Regelmäßige Prüfpflichten für Trinkwasseranlagen gibt es hingegen nur für öffentliche und gewerbliche Immobilien. Doch bedenken Sie: Vor dem Gesetz gilt ein Mehrparteien-Wohngebäude bereits dann als gewerbliche Immobilie, sobald auch nur eine Wohneinheit vermietet ist. Dann muss mindestens alle drei Jahre eine Trinkwasserprobe durch ein vom jeweiligen Bundesland akkreditiertes Labor entnommen und untersucht werden. „Ein- und Zweifamilienhäuser sind von der Untersuchungspflicht generell ausgenommen“, berichtet der BSB (Bauherrenschutzbund) auf zuhause.de. In öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen muss das Trinkwassersystem jährlich kontrolliert werden.

Wassertemperatur und lange Abwesenheit

In sehr heißem und kaltem Wasser ist die Konzentration an Legionellen so gering, dass keine Gesundheitsgefährdung durch die Erreger zu befürchten ist. Problematisch wird es bei Wasser mit Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad– vor allem, wenn es länger in der Leitung stand. Hier können sich Legionellen vermehren und in hörerer Konzentration vorkommen. Bei Wassertemperaturen ab 50 Grad sterben die Legionellen dagegen wieder ab, besser und sicherer ist eine Wassertemperatur oberhalb von 60 Grad. Neben der Wassertemperatur begünstigt vor allem stehendes Wasser die Vermehrung der Legionellen. Sollten Sie länger nicht zuhause gewesen sein, dann lassen Sie am besten erst einmal die ersten Liter Wasser ablaufen.

Tipps für die Trinkwasseranlage

Überdimensionierte Trinkwasserspeicher erhöhen das Legionellen-Risiko, weil das Wasser hierin zu lange steht. Trinkwasseranlagen sollten daher an den Bedarf und der Anzahl der Bewohner angepasst sein. Ideal sei, so Stefan C. Würzner, Bauherrenberater des BSB auf zuhause.de, ein Heizungssystem, das mit einer Frischwasserstation zur Trinkwassererwärmung kombinierbar ist, weil dort das frische Trinkwasser mittels Wärmetauscher im Durchflussprinzip über einen vorhandenen Pufferspeicher oder direkt am Wärmeerzeuger auf die notwendige Temperatur gebracht werde. Darüber hinaus empfiehlt Würzner Immobilieneigentümern in Regionen mit stark kalkhaltigem Wasser den Einbau einer Enthärtungsanlage auf der Basis des Ionentauscherprinzips. Das schone die gesamte Trinkwasseranlage. Aber auch bei bestehenden Trinkwasseranlagen kann man mit gezielten Einzel- beziehungsweise Sofortmaßnahmen das Legionellen-Risiko senken. Damit sich warmes Wasser bis zum Wasserhahn nicht schon in der Leitung soweit abkühle, dass ein problematischer Temperaturbereich erreicht werde, empfiehlt der BSB die nachträgliche Wärmedämmung der Leitungen und Armaturen. Für Wasserleitungen, in denen sich Stagnationswasser bilden kann, spricht sich der BSN für einen Rück- oder Umbau aus. Immobilieneigentümern ist eine stete Instandhaltung ihres Hauses zu empfehlen, selbstverständlich aus gesundheitlichen Gründen, aber auch, um den Immobilienwert zu erhalten bzw. zu erhöhen.

Quelle: zuhause.de