Solardachpflicht 2022
Gesetzliche Regelungen im Überblick

In einzelnen Bundesländern greift jetzt eine Solardachpflicht: Baden-Württemberg gilt offiziell als Vorreiter. Andere Bundesländer ziehen nach. Eine bundesweite Solardachpflicht gibt es nach aktueller Gesetzeslage zwar nicht, denn: der für das Jahr 2021 geplante Kabinettsbeschluss scheiterte an massiver Kritik. Mit der neuen Bundesregierung soll es im Jahr 2022 jedoch neue Klimaschutzpakete geben, die zumindest eine Solaranlagenpflicht bei Neubau beinhalten könnte. Lesen Sie im folgenden Beitrag alles Wichtige zur Solarpflicht in Deutschland nach.

Solardachpflicht - welche aktuellen Gesetzesänderungen gibt es?

Die alte Bundesregierung hatte es bereits entschieden: Am 23. Juni 2021 sollte es einen Kabinettsbeschluss geben, welcher die Installation von Photovoltaikanlagen und Solarthermie zur bundesweiten Pflicht macht. Dies sollte für Neubauten sowie Dachsanierungen gelten. Die Pläne scheiterten zunächst. Jetzt sollen neue Regelungen kommen – einige Bundesländer haben bereits eine Solarpflicht eingeführt.

Andere befinden sich momentan in der Planungsphase. Laut des Koalitionsvertrages der neuen Regierung würde eine bundesweite Solarpflicht vorsehen, dass gewerbliche Neubauten ab Juli 2022 verpflichtend mit Solarenergieanlagen ausgestattet werden. Für privaten Neubau gelte demnach, dass die Nutzung zumindest zur Regel werden solle.

Solarpflicht 2022: Welche Regeln gelten für die Bundesländer für die Pflicht einer Solaranlage?

Es folgt ein Überblick über die aktuellen Solaranlagen Gesetzesänderungen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In einigen Bundesländern konnte eine Pflicht zu Photovoltaik bei Eigentumswohnungen und Häusern noch nicht abschließend geklärt werden.

Baden-Württemberg: Private Neubauten sollen ab 01. Mai 2022 verpflichtend mit einem Solardach ausgestattet werden. Findet eine grundlegende Dachsanierung statt, muss ab dem 01. Januar 2022 die Installation einer Solaranlage stattfinden. Für Nicht-Wohngebäude gilt eine Solarpflicht in Baden-Württemberg schon seit dem Jahreswechsel.

Bayern: Das bayerische Klimaschutzgesetz sieht momentan keine Pflicht für Privatwohnhäuser vor. Die Solarpflicht in Bayern gilt demnach zunächst ausschließlich für Gewerbegebäude. Seit Anfang des Jahres 2021 sind Photovoltaikanlagen für Gewerbeimmobilien verpflichtend.

Berlin: Eine Solarpflicht in Berlin gilt offiziell ab dem 01. Januar 2023. Die Berliner Regierung hat beschlossen, dass diese für gewerblich genutzte Gebäude und auch privat Wohnhäuser gedacht ist. Ausnahme: Dächer, die ungeeignet sind, müssen nicht verpflichtend eine Photovoltaikanlage bekommen. Dies gilt auch für Gebäude, die eine Nutzfläche von unter 50 Quadratmetern vorweisen.

Bremen: Im Sommer 2020 hat das kleinste Bundesland der Republik beschlossen, dass Bremen und Bremerhaven bis spätestens zum Jahr 2030 zu „Solar Cities“ werden. Bis dahin sollen alle Neubauten mit Solaranlagen ausgestattet sein. Die Solarpflicht in Bremen wird noch geplant – Details sollen ausgearbeitet werden.

Hamburg: Die Solarpflicht in Hamburg sieht ab 2023 vor, auf allen Neubauten eine Photovoltaikanlage zu installieren. Bestandsgebäude sind davon ab dem Jahr 2025 betroffen, sofern das Dach erneuert wird. Die Pflicht entfällt, sofern die Amortisation länger als 20 Jahre in Anspruch nimmt.

Niedersachsen: Eine Solardach Pflicht in Niedersachsen soll es ab dem Jahr 2023 für Gewerbedächer geben. Die Regelung sieht vor, dass neue Wohngebäude zumindest ein Tragwerk vorweisen müssen, welches später mit einer Solaranlage ausgestattet werden kann. Die neuen Pflichten kommen mit der neu beschlossenen Bauordnung der niedersächsischen Regierung.

Nordrhein-Westfalen: Seit dem Jahr 2022 sieht die Solarpflicht in NRW vor, dass zumindest Parkflächen, die mehr als 35 Stellplätze haben, überdacht sind und eine Photovoltaikanlage haben. Die Regelung gilt für Nicht-Wohngebäude. Als Alternative ist eine Solarthermieanlage geeignet.

Schleswig-Holstein: Seit Anfang 2022 gilt in Schleswig-Holstein ein neues Energiewende- und Klimaschutzgesetz. Neubauten, die sich für eine Photovoltaikanlage eignen, müssen demnach mit entsprechender Anlage ausgestattet werden. Nicht-Wohngebäude sowie Großparkplätze betrifft diese Pflicht. Eine Solarpflicht in Schleswig-Holstein ist demnach gegeben.

Rheinland-Pfalz: Hier gilt die Solarpflicht ab 2023. Gewerbliche Neubauten müssen demnach eine Photovoltaikanlage haben. Überdachte Parkplätze, die mindestens 50 Stellplätze haben, sollen mit Solarmodulen ausgestattet werden. Eine solarthermische Anlage ist als Alternative zur PV-Anlage für die Wärmeerzeugung erlaubt.

Photovoltaik neues Gesetz und Solaranlage Pflicht in weiteren Bundesländern: Eine Solardachpflicht ist in Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg und in Hessen derzeit nicht geplant. Gleiches gilt für das Saarland und Sachsen-Anhalt. Auch Thüringen legt derzeit keine offiziellen Pläne vor.

Solardachpflicht Image

Dachsanierung und Photovoltaik Pflicht: Besteht bei einer Dachsanierung Solarpflicht?

Derzeit sehen einige Bundesländer die Pflicht für die Installation einer Solaranlage bei Dachsanierungen vor. Dazu gehören ab 2023 Baden-Württemberg und Berlin. In Hamburg kommt die Pflicht ab 2025. Bremen und Schleswig-Holstein befinden sich in der Planungsphase, was bedeutet, dass auch in diesen Bundesländern bei Dachsanierungen die Solar Pflicht greifen könnte.

Hinweis für die Solarpflicht bei Altbau: Auch für Altbauten greift die Pflicht in Baden-Württemberg und Berlin ab 2023 bei größeren Dachsanierungen. Hamburg sieht die Installation bei einer Altbau-Dachsanierung ab 2025 vor. Ebenfalls kommen soll die Pflicht in den norddeutschen Bundesländern Bremen und Schleswig-Holstein.

Welche Kosten entstehen bei der Errichtung einer Solaranlage?

Wie viel die modernen Anlagen und Solarzellen kosten, ist unter anderem von der Größe der Anlage abhängig. Den größten Kostenpunkt macht jedoch das Material aus. Pro Kilowatt Peak (kWp) kann mit 1.000 bis 1.400 Euro gerechnet werden.

Beispiel für eine Solaranlage mit 5 kWp:

  • Materialkosten: 7.000 Euro
  • Montage 1.500 Euro
  • Gesamtkosten = 8.500 Euro

Gut zu wissen: Je größer eine PV-Anlage und je mehr Leistung sie erbringt, desto wirtschaftlicher ist die Installation. Aus diesem Grund rät die Verbraucherzentrale von kleineren Anlagen ab, da diese sich finanziell nicht lohnen würden. Auch das Kaufen sei dem Mieten zu bevorzugen, da die monatlichen Kosten sich langfristig nicht rentieren.

Tipp für private Hauseigentümer: Sie speisen mit Ihrem Solarstrom auf dem Dach des Eigenheims in das öffentliche Netz ein? Dann gelten Sie als Unternehmer. Sie dürfen 20 Prozent Ihres Kaufpreises für die Anlage als Sonderabschreibung beim Finanzamt geltend machen. Die Investition wird als Betriebsausgabe eingestuft.

Gibt es Förderungen für den Bau einer Solaranlage?

Eine KfW-Förderung ist für den Kauf von Photovoltaikanlagen grundsätzlich möglich. Um ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten, müssen Sie einen entsprechenden Antrag bei der Bank einreichen. Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass sie ein Handwerksunternehmen mit der Installation beauftragen. Dies darf erst nach Antragseinreichung für die Förderung einer Solarthermie oder Photovoltaikanlage geschehen – und bevor die Arbeiten beginnen.

Ob mit oder ohne Förderung – der Verbraucherschutz empfiehlt den Vergleich von verschiedenen Fachbetrieben, bevor Sie die Arbeiten beauftragen. Dies dient der fachgerechten Ausführung. Zudem würden sich die Preise derselben Größe am Markt teilweise erheblich unterscheiden.

Zusammenfassend: Für wen und wann gilt eine Solarpflicht?

Für wen die Solardachpflicht gilt, ist bundesweit nicht einheitlich geregelt. Während einige Bundesländer die Solardachpflicht zunächst nur für Nicht-Wohngebäude eingeführt haben, setzen zum Beispiel Baden-Württemberg und Berlin auch auf die Verpflichtung für private Wohnhäuser. Wichtig: Da die deutschlandweite Solardachpflicht noch nicht existiert, empfehlen wir Ihnen, sich über die individuelle Gesetzeslage in Ihrem Bundesland zu informieren, bis eine bundeseinheitliche Regelung verabschiedet wird.

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Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.

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Häufig gestellte Fragen:

Noch ist Photovoltaik in Deutschland keine bundesweite Pflicht. Beachten Sie jedoch, dass einzelne Bundesländer die Pflicht bereits eingeführt haben. Halten Sie sich auf dem Laufenden: Nicht-Wohngebäude und auch private Wohngebäude sind betroffen.

Die einzelnen Regelungen der Bundesländer erfahren Sie hier!

Ob eine Solaranlage bei einer Dachsanierung Pflicht ist, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Vorgesehen ist die Verpflichtung zur Installation einer Solaranlage bei einer Dachsanierung zum Beispiel in Baden-Württemberg und in Berlin.

Mehr dazu erfahren Sie hier!

Im Jahr 2022 greift in Baden-Württemberg, NRW (Parkflächen) und Schleswig-Holstein bereits die Solarpflicht. Ab 2023 folgen einige Bundesländer wie Berlin, Niedersachsen, Hamburg und Rheinland-Pfalz. In der Planung befinden sich zum Beispiel Bremen und eine Solarpflicht in Sachsen.

Weitere Einzelheiten erfahren Sie hier!

Dort, wo die Solardachpflicht greift, müssen auch Neubauten überwiegend mit einer Solaranlage ausgestattet werden. In Niedersachsen gilt, dass das neue Tragwerk für eine Anlage zumindest geeignet sein muss. Ob Photovoltaik bei Neubau Pflicht ist oder wird, erfahren Sie deshalb beim jeweiligen Bundesland.

Ob Sie nachrüsten müssen, hängt von der Regelung des Bundeslandes ab. Aktuell überwiegt die Photovoltaik Pflicht bei Neubau, vor allem für Nicht-Wohngebäuden. Grundsätzlich gilt jedoch: Insgesamt sinken die Heizkosten, weshalb die Anlagen langfristig als vergleichsweise kostengünstig und klimafreundlich gelten.

Mehr dazu hier!

Um Schäden finanziell aufzufangen, empfiehlt sich eine Photovoltaik Versicherung, die in der Regel in einer Wohngebäudeversicherung inklusive ist. Diese schützt zum Beispiel bei Feuer- oder Sturmschäden. Wer es umfassender haben will, entscheidet sich hingegen für eine spezielle Photovoltaik Versicherung. Ob Versicherung oder Vorgaben zum Blitzschutz: Wegen regionalen Unterschieden empfehlen wir, sich beim jeweiligen Bundesland zu informieren.

Mehr zu Wohngebäuderversicherung.