Gebäudeenergiegesetz
GEG 2021 - Alle Infos auf einen Blick

Mit dem 1. November 2020 trat das neue Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, in Kraft. Was vorher durch die Energiesparverordnung, das Energieeinsparungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz geregelt wurde, wird nun durch die Bestimmungen im GEG 2020 ersetzt. Doch was bedeutet das für Bauherren und Immobilienbesitzer? Was ändert sich für Sie? Hier sind die Antworten für ein sorgenfreies und zügiges Bauen.

Gebäudeenergiegesetz: die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Seit November 2020 ersetzt das GEG die EnEV.
  • Das GEG greift für Neubauten und Sanierungen.
  • Standards für Heizungen und Dämmungen mit erneuerbaren Energien sind fixiert.
  • GEG Förderungen gibt es nicht direkt, aber es greifen erhöhte Förderungen für energetische Modernisierungen.

Das GEG 2021: Was bleibt unverändert?

Das GEG ersetzt zwar die Energiesparverordnung, das Energieeinsparungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, aber nicht alles ändert sich. Unverändert sind die energetischen Standards für Neubauten und Modernisierungen von Bestandsbauten. Sie sind mit den Vorschriften in der EnEV 2016 identisch. Für Neubauten sieht die Verordnung von 2016 und damit das GEG 2021 Mindeststandards für den Primärenergiebedarf und den Wärmeschutz für das komplette Bauwerk vor. Die Bauherren entscheiden, wie sie die Auflagen umsetzen.

Das GEG-Regelwerk greift für Sanierungen von Bestandsimmobilien, sofern eine Erneuerung von mehr als 10 % der Bauteilfläche (beispielsweise Dach, Fenster und Fassade) erforderlich ist. Tritt dieser Fall ein, darf der Bauherr klar definierte Höchstwerte für den U-Wert nicht überschreiten. Mit dem U-Wert wird aufgezeigt, wie leistungsstark der Wärmeschutz ist.

Die Regierung plant 2023, die geltenden Standards für Bestandsbauten und Neubauten auf Erreichbarkeit der Klimaziele 2030 zu überprüfen.

Gebäudeenergiegesetz 2021: Was ist neu?

Zu den wichtigsten Änderungen im Gebäudeenergiegesetz gehören:

  • Es gibt keine Verschärfung für die energetischen Anforderungen für Sanierung und Neubau.
  • Ab 2026 werden die Bestimmungen für Ölheizungen strikter.
  • Es ist notwendig, erneuerbare Energien einzusetzen.
  • Bei Bauvorhaben 2021 lässt sich gebäudenah produzierter Strom anrechnen.
  • Im Energieausweis sind CO2-Angaben auszuweisen.
  • Eine Energieberatung wird für den Käufer bei Sanierungen zur Pflicht.

GEG 2021: Welche Anforderungen gibt es für den Neubau und Sanierungen?

Das GEG 2021 greift die energetischen Standards für Neubau und Sanierung aus der EnEV 2016 Verordnung auf. Somit bleiben Mindeststandards für Wärmeschutz, Primärenergiebedarf, sommerlichen Wärmeschutz und Dichtigkeit bestehen. Als Grundlage für die Bemessung des Primärenergiebedarfs für eine Wohnimmobilie dient nach GEG § 15 ein Erdgas-Brennwertkessel und kein Öl-Brennwertkessel mehr.

Deutliche Änderungen gibt es laut GEG § 23 bei den erneuerbaren Energien. Sie sind nun eine Pflicht bei Neubauten. Aus diesem Grund ist der Strom aus Wind- und Sonnenenergie bei der Energiebedarfsberechnung anrechenbar – allerdings nur, wenn der Strom von Ihnen ortsnah produziert und in erster Linie selbst genutzt wird. Das kann beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach geschehen.

Sollten Sie als Immobilienbesitzer mehr als 10 % von Bauteilflächen sanieren, greifen die EnEV-Bestimmungen. Nach GEG § 48 darf es zu keiner energetischen Verschlechterung der Immobilie kommen.

Nach 2026 dürfen Immobilieneigentümer keine Öl- oder Kohleheizungen mehr verbauen lassen, was in GEG § 72 geregelt ist. Doch es gibt Ausnahmen: Die Heizung darf mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Nicht verpflichtend ist diese Regelung auch, sofern Erdgas oder Fernwärme nicht verfügbar sind oder der Einsatz erneuerbarer Energien technisch nicht im erforderlichen Umfang möglich sind.

Welche Pflichten gibt es nach dem GEG bei Erneuerung oder Modernisierung?

Neben den oben angerissenen Anforderungen für Sanierungen gibt es weitere Neuerungen für Instandhaltungsmaßnahmen durch das Gebäudeenergiegesetz. Der Verkäufer bzw. Makler steht in der Pflicht, dem Käufer bzw. Mieter den Energieausweis spätestens bei der Immobilienbesichtigung vorzulegen. Bei Vertragsabschluss ist er ebenfalls laut Immobilienrecht mitzuführen. Dadurch soll der Mieter bzw. Kaufinteressent einen authentischen Einblick in die energetischen Eigenschaften der Immobilie erhalten und sie mit anderen Bauten vergleichen können. Bereits in die Immobilienanzeige gehören verpflichtend folgende Informationen:

  • Baujahr
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauchs für die Immobilie
  • wesentliche Energieträger für die Heizung
  • Energieeffizienzklasse der Immobilie
  • Angaben zu inspektionspflichtigen Anlagen

Der Energieausweis muss nun auch auf den Kohlendioxid-Ausstoß der Wohnimmobilie eingehen. Er ermittelt sich aus dem Primärenergiebedarf bzw. Primärenergieverbrauch. Zudem ist es nun qualifizierten Handwerkern erlaubt, den Energieausweis auszustellen.

GEG verpflichtet zur Energieberatung bei Sanierungen

Makler bzw. Verkäufer müssen im Rahmen des Verkaufs von Altbauten dem Kaufinteressenten ein informatives Beratungsgespräch zum Energieausweis anbieten. Der Käufer steht in der Pflicht, diese Beratung tatsächlich in Anspruch zu nehmen, sofern sie kostenfrei ist. Letztlich erfolgt die Energieberatung dann von einem kompetenten Experten, der Energieausweise ausstellen darf.

GEG 2021 Erfüllungserklärung nicht vergessen

Bauherren bzw. Eigentümer sind nach dem abgeschlossenen Bauvorhaben (Neubau und Modernisierung) dazu verpflichtet, eine Erfüllungserklärung vorzunehmen. In dieser wird bestätigt, dass alle Anforderungen aus dem GEG erfüllt wurden.

Gibt es eine GEG Förderung?

Nein, es gibt keine direkte GEG Förderung, da sich das Gebäudeenergiegesetz nicht mit finanziellen Förderungen beschäftigt. Allerdings dürfen Betroffene dennoch aufatmen, denn Energiesparen und ein klimafreundliches Heizen werden durch andere Regelungen in größeren Umfang bezuschusst.

Die Bundesregierung möchte wegen der strengeren Anforderungen nicht alle Mehrkosten auf den Bauherrn bzw. Immobilieneigentümer abwälzen. Anfang 2020 sind die Förderungen erhöht worden. So existieren im Rahmen der KfW-Förderung höhere Tilgungszuschüsse für Darlehen: von bis zu 25 % bei Neubauten und Zuschüsse bei Investitionen von bis zu 40 % bei Sanierungen.

Gut zu wissen: Für gewöhnlich können Sie nur dann von der KfW-Förderung profitieren, sofern Sie über die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes hinausgehen.

Hinsichtlich der BAFA-Förderung sind folgende Programme interessant:

  • Heizen mit erneuerbaren Energien
  • Optimierung der Heizung durch hocheffiziente Heizungspumpen und hydraulischen Abgleich
  • leistungsstarkes Heizen mit KWK-Anlagen
  • Energieberatung zu maßgeschneiderten Energiekonzepten für Sanierung und Neubau

Gebäudeenergiegesetz schafft Solardeckel ab

Parallel zum GEG verabschiedete der Bundestag eine Änderung im EEG. Den Solardeckel gibt es nun nicht mehr. Er besagte, dass bei einer Installation von PV-Anlagen mit insgesamt 52 Millionen Kilowatt Leistung die EEG-Förderung für Photovoltaik gänzlich gestrichen werden soll. Diese Grenze hätte 2020 erreicht werden können. Der Solardeckel ist bereits 2012 implementiert worden. Damals waren die Kosten für Strom aus Photovoltaik noch deutlich höher als 2020. Durch die jetzt niedrigeren Kosten und der erhöhten Bedeutung des Klimaschutzes ist nun der Solardeckel gestrichen worden. Die Förderung geht diesbezüglich somit weiter.

Häufig gestellte Fragen:

Im GEG werden die energetischen Anforderungen an Neubauten und bereits bestehende Bauten geregelt. Auch die Vorschriften bezüglich des Einsatzes von Energieausweisen und der Verwendung erneuerbarer Energien werden definiert.

Mehr dazu hier.

Die Neuerungen betreffen die Vorschriften bezüglich der Ölheizungen und den verpflichtenden Einsatz von erneuerbaren Energien. Gebäudenah produzierter Strom lässt sich anrechnen und CO2-Angaben sind im Energieausweis auszuweisen. Bei Sanierungen sind Energieberatungen vorgeschrieben.

Mehr Informationen gibt es hier.

Es ist bereits am 1. November 2020 in Kraft getreten und greift für alle Bauvorhaben mit Bauanzeige bzw. Bauantragsstellung ab dem 1. November 2020. Bei Sanierungen und nicht genehmigungsbedürftigen Projekten ist der Beginn der Bauarbeiten entscheidend. Liegen sie nach dem 31.10.2020 sind die Vorschriften im GEG anzuwenden.

Lesen Sie weiter.

Das GEG hat die Energieeinsparverordnung EnEV seit November 2020 ersetzt. Allerdings sind die Anforderungen im EnEV 2016 und GEG weitgehend gleich.

Mehr Informationen gibt es hier.