Immobilienanzeige erstellen – gewusst wie

Immobilienanzeige erstellen – gewusst wie

Wer sich mit dem Thema „Immobilienanzeige“ beschäftigt, der liest vielfach, dass die Anzeige vollständig, informativ und aussagekräftig sein soll. Doch was genau heißt das? HAUSGOLD gibt Immobilienverkäufern Tipps, worauf sie beim Texten einer Immobilienanzeige achten sollten. Wie wichtig ist der Anzeigentitel? Was zeichnet eine zielgruppenspezifische Objektbeschreibung aus? Sollte man Nachteile und Mängel in der Immobilienanzeige nennen oder sie verschweigen? Wie wichtig sind Bilder?

Schöne Altbauwohnung, renoviert, 4 ZKB, Balkon, 90 qm, 220.000 €, gepflegtes Mehrfamilienhaus, Angaben EnEV: BjG 1930, BjW 2000, ET Gas, EA B, EB 75, ab sofort (Tel.: 0123/456789).

In dieser Immobilienanzeige werden zwar wichtige Fakten zur Wohnung genannt, und auch die seit zwei Jahren erforderlichen energetischen Angaben sind aufgeführt, aber ansonsten motiviert die kurze, nüchterne Zeitungsannonce wenig, sich mit dem Verkäufer in Verbindung zu setzen. Waren früher Zeitungsanzeigen mit knappen Fakten Standard, sind heutzutage beim Immobilienverkauf Kreativität und Individualität gefragt. Online-Portale wie Immonet oder Immobilienscout24 ermöglichen es nicht nur, Immobilien ausführlich zu beschreiben, sondern Sie können auch aussagestarke Fotos und Filme hochladen.

Unser Tipp: Nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten des Internets und konzentrieren Sie sich darauf, hier Ihre Immobilie optimal vorzustellen. Sollten Sie parallel eine Zeitungsannonce schalten, dann verweisen Sie darin auf Ihre Internetanzeige, die weitergehende Informationen bietet.

Die Bedeutung von Zielgruppen

Bevor Sie mit der Formulierung Ihrer Immobilienanzeige beginnen, sollten Sie sich Gedanken machen, für wen Ihre Immobilie von Interesse sein könnte. Wer ist Ihre Zielgruppe? Jede Zielgruppe hat ihre eigenen Anforderungen, und nicht alle Vorzüge einer Immobilie sind für jeden Interessenten gleichermaßen überzeugend. Unterscheiden Sie zum Beispiel:

  • Junge Familien. Diese Zielgruppe sucht ein Haus/eine Wohnung mit viel Platz. Ansprechen können Sie sie mit:
    • großzügiger Raumaufteilung,
    • praktischem Grundriss,
    • Garten,
    • Garage und Kellerräumen (für Fahrräder und Kinderwagen),
    • nahegelegenem Kindergarten, Schule, Sportverein.
  • „Double Income no Kids“. Die Bezeichnung ist nicht abwertend gemeint, denn in der Immobilienwelt sind „Gutverdiener“ von großem Interesse. Sie suchen oft eine Immobilie mit besonderem Ambiente. Ansprechende Argumente sind:
    • gehobene Ausstattung,
    • exklusiver Grundriss (z. B. Architektenhaus der Galeriewohnungen),
    • gute Anbindung an das Stadtzentrum,
    • attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten im Umfeld (z. B. Restaurants, Theater).
  • Ältere Menschen. Die Zielgruppe 60 + hält oft Ausschau nach einem neuen, altersgerechten Zuhause. Für sie sind interessante Immobilienkennzeichen:
    • Wohnung im Erdgeschoss oder Wohnanlage mit Fahrstuhl,
    • einfach zu erreichende Einkaufsstätten, Ärzte, Apotheker,
    • guter Nahverkehr,
    • extra Services (z. B. Hausmeister, Gärtner).

Unser Tipp: Wenn Ihre Immobilie für eine bestimmte Zielgruppe besonders geeignet ist, dann konzentrieren Sie sich auf die Bedürfnisse und Wünsche diese Zielgruppe und nennen Sie genau die Argumente, die für diese Zielgruppe relevant sind.

Formulieren Sie einen lockeren, seriösen Anzeigentitel

Eine knackige, gut formulierte Überschrift weckt Emotionen und macht neugierig. Aus einer „schönen Altbauwohnung“ wird dann je nach Zielgruppe:

  • „Familienfreundliches Wohnen am Stadtpark“,
  • „Am Puls der Zeit: Exklusiver Altbau in Top-Lage“ oder
  • „3 gute Gründe: barrierefrei, gepflegt, zentral“.

Unser Tipp: Locker, aber dennoch seriös formulierte Überschriften sorgen dafür, dass Ihr Inserat nicht in der Masse der Wohnungsanzeigen untergeht. Das gilt sowohl für eine Anzeige im Internet als auch in der Zeitung. Eine bildreiche Sprache weckt darüber hinaus Emotionen.

Wecken Sie mit Ihrem Beschreibungstext Emotionen

In der Immobilienanzeige sollten auf jeden Fall die wichtigsten Eckdaten zur Immobilie genannt werden, denn viele Menschen suchen gezielt nach Kriterien wie Stockwerk, Balkon, Badewanne, Einbauküche, Fahrstuhl. Zu den Standardinformationen gehören selbstverständlich auch der Preis, die Größe und die energetischen Angaben. Fast alle Internet-Portale geben für diese „harten Fakten“ Felder zum Anklicken vor, so dass Sie sie in Ihrem Beschreibungstext getrost vernachlässigen können. Konzentrieren Sie sich lieber auf die schlagkräftigsten Argumente, die für Ihr Haus/Ihre Wohnung sprechen und wecken Sie – wie bei der Überschrift – Emotionen.

Sprechen Sie potentielle Käufer mit Ihrer Immobilienanzeige gerne direkt an: „Genießen Sie den Sonnenuntergang auf dem großzügigen Balkon.“ oder „Dank des nahe gelegenen Schulzentrums haben Ihre Kinder keine weiten Wege.“ Schreiben Sie aber keinen Roman. In einer Anzeige gilt: In der Kürze steckt die Würze. Die Sätze sollten kurz und gut verständlich sein, damit sie im Gedächtnis hängen bleiben. So ist zum Beispiel die Aussage „Viel Platz für Familien!“ wesentlich prägnanter als „Wenn Sie eine große Familie sind, dann benötigen Sie bestimmt viel Platz.“.

Unser Tipp: Verwenden Sie in Ihrer Beschreibung Adjektive, um Emotionen zu wecken. Wirkungsvolle Adjektive sind zum Beispiel: familienfreundlich, seniorengerecht, exklusiv, modern, rustikal, großzügig, gemütlich, individuell, luxuriös, stilvoll, praktisch, geräumig, citynah, sonnig… Behalten Sie bei der Wahl aber stets Ihre Zielgruppe im Auge, denn auch hier gilt: Nicht jedes Eigenschaftswort spricht die Zielgruppen gleichermaßen an.

Benennen Sie auch Nachteile und Mängel

Die größte Herausforderung bei der Immobilienbeschreibung liegt darin, Nachteile und Mängel so zu kommunizieren, dass die Immobilie für potentielle Käufer dennoch interessant bleibt und nicht komplett abgewertet wird. Sollten Sie Mängel in der Immobilienanzeige verschweigen, dann fliegen Ihnen diese höchstwahrscheinlich bei der Besichtigung um die Ohren und der Interessent fühlt sich getäuscht. Führen Sie daher auch die Schwachstellen Ihrer Immobilie auf – aber erst kurz vor dem Ende der Ihrer Beschreibung. An dieser Stelle hat der Leser nämlich bereits alle Vorzüge Ihrer Immobilie kennengelernt und kann sie in ein Verhältnis zu den Negativpunkten setzen. Bieten Sie Anregungen und Lösungsvorschläge: Liegt die Immobilie an einer stark frequentierten Straße, so braucht man sich auch auf dem nächtlichen Heimweg nicht zu fürchten. Eine Wohnung im 4. Stock ohne Fahrstuhl bietet einen einzigartigen Blick über die Stadt. Ein renovierungsbedürftiges Haus ermöglicht es, individuelle Gestaltungswünsche umzusetzen.

Unser Tipp: Benennen Sie die unvermeidlichen Nachteile Ihrer Immobilie am Beschreibungsende. Verschweigen Sie sie, so schüren Sie Enttäuschungen und bieten Interessenten eine gute Steilvorlage für Preisverhandlungen nach unten.

Seien Sie erreichbar

Nachdem Sie Interessenten mit Ihrer Immobilienanzeige ein aussagekräftiges Bild von Ihrem Haus/Ihrer Wohnung gegeben haben, motivieren Sie sie zur Kontaktaufnahme. Hier sind in der Regel zwei bis drei gut formulierte, auffordernde Sätze ausreichend, zum Beispiel: „Warten Sie nicht, sondern machen Sie diese zentral gelegene, liebevoll renovierte Altbauwohnung zu Ihrem neuen Zuhause. Vereinbaren Sie am besten gleich Ihren persönlichen Besichtigungstermin.“

Dass Sie für Interessenten gut erreichbar sein sollten, ist selbstredend. Geben Sie Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse an und rufen Sie Interessenten umgehend zurück bzw. antworten kurzfristig auf E-Mail-Anfragen.

Unser Tipp: Für einen Mailkontakt ist es sinnvoll, bereits vor der Kontaktaufnahme einen Text formuliert zu haben, der schnell personalisiert und versendet werden kann. Dieser Text kann zur Terminabsprache genutzt werden und dem potentiellen Kunden Formalitäten mitteilen.

Setzen Sie Ihre Immobilie mit guten Bildern ins rechte Licht

Mit ansprechenden Fotos setzen Sie Ihre Immobilie ins richtige Licht. Zum Bildmaterial zählen nicht nur Aufnahmen von den beschriebenen Räumen und Besonderheiten (z. B. exklusiver Kamin, sonnige Dachterrasse, aufwändig sanierter Stuck), sondern auch ein sehr gut lesbarer Grundriss. Als Aufmacherfoto empfiehlt sich ein besonders charakteristisches Foto, das zum Anzeigentitel passt. Jedes Bild braucht eine aussagekräftige Bildunterschrift. Außerdem sollten die Bilder problemlos den Räumen im Grundriss zugeordnet werden können. Hier noch einige Ideen zum Thema:

  • Tageslicht oder eine warme Beleuchtung wirken besonders einladend.
  • Ein aufgeräumter und sauberer Raum, gern mit ein wenig Dekoration (Blumen, Obstschale, Kissen, Kerzen) wirkt ansprechend.
  • Verwackelte Bilder sind ein No-Go, das durch ein Stativ und einen Selbstauslöser vermieden werden kann.
  • Schönes Wetter ist für Außenaufnahmen obligatorisch, dabei sollten die Bilder die Jahreszeit realistisch widerspiegeln.
  • Ein Bildbearbeitungsprogramm kann selbst gute Bilder noch verbessern – einige Programme stehen online als Freeware zum Download bereit.
  • Immobilien mit unschöner Außenansicht wirken im Abendlicht heimeliger.
  • Kurzfilme können zwar die Wohnungsbesichtigung nicht ersetzen, aber sie vermitteln einen guten ersten Eindruck. Viele Online-Portale bieten mittlerweile die Möglichkeit, Immobilienfilme hochzuladen.

Unser Tipp: Bereiten Sie Ihre Immobilie bestens für das Shooting vor, aber beschönigen Sie nichts. Die Bilder sollen Ihre Immobilie realistisch darstellen. Schließlich geht es darum, einen Interessenten zu finden, der Ihr Haus/Ihre Wohnung kaufen möchte und keinen, der nach der Besichtigung enttäuscht wieder geht.