Bauzinsprognose 2024
So geht es weiter mit den Bauzinsen

Die Inflation in Deutschland erreicht derzeit lange nicht mehr gesehene Höchststände. Welchen Einfluss haben die Preissteigerungen auf die Zinsen beim Immobilienkauf? Mit welchen Entwicklungen ist in der Zukunft noch zu rechnen? Das sind nur zwei der zahlreichen Fragen, die sich viele Menschen stellen, die gerade darüber nachdenken, in eine Immobilie zu investieren. Antworten gibt es auf dieser Seite.

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Wie ist die aktuelle Entwicklung bei den Bauzinsen?

Die Entwicklung der Bauzinsen zeigt in den vergangenen Monaten einen eindeutigen Trend. Und der weist klar in Richtung Zinserhöhungen. Auch wenn die Höchststände vergangener Jahrzehnte noch lange nicht erreicht sind, ist eine Immobilienfinanzierung in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich teurer geworden. Im Jahr 2021 waren Hypothekenkredite und Baudarlehen z.T. noch zu Zinssätzen von unter einem Prozent zu bekommen. Aktuelle Bestzinsen im Januar 2023 sind neu zu verorten:

  • Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit: bei ca. 3,8 %.
  • Hypothekendarlehen mit 15-jähriger Laufzeit: bei ca. 4 %.
  • Hypothekendarlehen mit 20-jähriger Laufzeit: bei ca. 4,1 %

Insbesondere seit März 2022 waren massive Zinssteigerungen zu beobachten. Allein von Anfang März bis Ende April stiegen die Bauzinsen um gut ein Prozent. Betrachtet man das gesamte letzte jahr, haben sich die Hypothekenzinsen in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht. Im Vergleich die Bauzinsen von Juli 2021:

  • Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,00 %.
  • Hypothekendarlehen mit 15-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,29 %.
  • Hypothekendarlehen mit 20-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,49 %

Die Zinsen sind von Bank zu Bank unterschiedlich, für die Angaben nehmen wir keine Haftung. Informieren Sie sich bei Ihrem jeweiligen Finanzinstitut.

Wie sieht die Bauzinsen Prognose für 2023 aus?

Die aktuellen Bauzinsen liegen Anfang 2023 bei etwa 3,5 %. Grundsätzlich befinden sich die Zinsen in einem spannungsgeladenen Umfeld und sehen sich schwierigen Rahmenbedingungen gegenüber. Zwischen der hohen Inflation und der durch den Ukraine-Krieg hervorgerufenen Energiekrise in 2022 ist eine genaue Prognose der Zinsentwicklung kaum möglich. Viele Experten gehen aber dennoch von einem stagnierenden Zinssatz aus. Durch die oben genannten Rahmenbedingungen und weiteren unvorgesehenen Entwicklungen sind größere Ausschläge in beide Richtungen aber nicht auszuschließen.

Die EZB hatte erst im Dezember letzten Jahres den Leitzins noch einmal um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 % angehoben. Aufgrund der weiterhin hohen Inflation sind weitere Schritte hier nicht auszuschließen. Weitere Anhebungen beim Leitzins würden sich wahrscheinlich auch in steigenden Bauzinsen widerspiegeln.

Welche Rolle spielt die EZB bei der Zinsentwicklung und wie sieht die EZB-Leitzins Prognose 2023 aus?

Die EZB legt den Zinssatz fest, zu dem sich Banken und Sparkassen bei der Europäischen Zentralbank Geld leihen können. In Zeiten hoher Inflationsraten versuchen Zentralbanken in der Regel, mit Zinserhöhungen den Preissteigerungen entgegen zu wirken. Die FED, die Notenbank der USA, hat den Leitzins 2022 bereits um etwa 4 Prozent angehoben. Einen vergleichbaren Zinsschritt in diesem Umfang gab es zuletzt vor der Finanzkrise in 2008. Die EZB hat diese Entwicklung in geringerem Maße kopiert. Seit Mitte vergangenen Jahres hat die EZB den Nullzins abgeschafft und seitdem den Leitzins durchgehend bis Jahresende auf 2,5 % erhöht. Diese Maßnahme wird sich natürlich auch auf die Zinsentwicklung bei Immobilienfinanzierungen auswirken.

Die Anhebung des EZB-Leitzinses hat in diesem System vieler Wechselwirkungen also nur indirekten Einfluss auf die Bauzinsen. Experten gehen derzeit von weiterhin moderat steigenden Zinsen aus. Wie die Bauzinsenentwicklung 2024, 2025 oder auch 2030 aussieht, lässt sich dagegen nicht abschätzen.

EZB Image

Welche Leitzinsarten gibt es und wie beeinflussen sie die Bauzinsen?

Die Europäische Zentralbank, die EZB, arbeitet mit drei Arten von Leitzinsen. Dabei handelt es sich um den

  • Hauptrefinanzierungssatz
  • Spitzenfinanzierungssatz
  • Einlagesatz

Hauptrefinanzierungssatz

Dies ist der eindeutig wichtigste dieser drei Zinssätze. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dieser gemeint, wenn vom Leitzins die Rede ist. Der Hauptrefinanzierungssatz ist der Zinssatz, zu dem sich Banken kurzfristig Geld bei der EZB leihen können. Dabei geht es in der Regel um Kredite mit einer Laufzeit von lediglich einer Woche. Auf diese Weise können Geschäftsbanken zu äußerst günstigen Konditionen ihre Liquidität steigern und ihre Geschäfte refinanzieren. Der Hauptrefinanzierungssatz hat damit den größten Effekt auf die Höhe der Bauzinsen. Wenn es für die Banken teurer wird, sich Geld bei der EZB zu leihen, steigen dadurch auch die Zinsen für den Immobilienkauf. Ein Einfluss der Inflation auf die Bauzinsen ist damit direkt gegeben.

Spitzenfinanzierungssatz

Dieser ist weniger wichtig für die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Er wird tagesaktuell abgerechnet.

Einlagesatz

Auch der Einlagesatz, die Zinsen, die Banken erhalten, wenn sie Geld bei der EZB deponieren, hat nur eine geringe Auswirkung auf die Kosten für Immobilienfinanzierungen. Zuletzt mussten Geschäftsbanken Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB lagern wollten.

Wie hängen die Zinsentwicklung und Inflation zusammen?

Steigende Preise lassen den Wert des Geldes sinken. Eine der Aufgaben der EZB ist es, eine allzu starke Geldentwertung zu vermeiden. Die Zielgröße im Euroraum liegt bei zwei Prozent. Diese Vorgabe wurde zuletzt jedoch deutlich überschritten. Im April 2022 liegt die Inflationsrate bereits bei 7,4%. Da auch in nächster Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass die Inflationsrate unter 2% fällt, muss die Zentralbank dieser Entwicklung entgegen wirken. Dies geschieht in der Regel durch die Erhöhung der Leitzinsen, die das Geld teurer und damit knapper machen. Mit einer moderaten schrittweisen Anpassung ist deshalb noch in diesem Jahr zu rechnen.

Lohnt sich 2022 ein Immobilienverkauf?

Auch im Jahr 2022 ist die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen. Die Immobilienpreise befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Investitionen in Betongold scheinen nach wie vor attraktiv. Daran haben bislang auch die etwas höheren Hypothekenzinsen nichts geändert. Für Eigentümer, die ihr Haus, ihre Wohnung oder ihr Grundstück verkaufen möchten, bietet 2022 dafür also beste Voraussetzungen. Sollten jedoch steigende Bauzinsen den Markt in den kommenden Jahren stärker belasten als bisher, wird es für viele Interessenten schwieriger werden, eine Immobilienfinanzierung zu bekommen, die sie sich leisten können. Ein daraus resultierender Nachfragerückgang könnte auch für sinkende Immobilienpreise sorgen. Für Hauseigentümer, die sich von ihrem Objekt trennen möchten, ist das Jahr 2022 also ein guter Zeitpunkt, den Immobilienverkauf anzugehen.

Zu einem erfolgreichen Immobilienverkauf gehört eine professionelle Immobilienbewertung. Das Wissen über den Wert Ihrer Immobilie gibt Ihnen Sicherheit für Verhandlungsgespräche. HAUSGOLD Immobilienmakler bieten Ihnen eine kostenlose Wertermittlung.

Wie viel teurer könnte eine Baufinanzierung werden?

Schon geringe Änderungen bei den Hypothekenzinsen haben einen enormen Effekt auf eine Immobilienfinanzierung. Bei einem Darlehensbetrag von 200.000 Euro, einem Zinssatz von 1,5 % sowie einer anfänglichen Zinstilgung von 4 % wäre das Darlehen mit einer monatlichen Rate von 916 Euro nach etwa 21 Jahren getilgt. Müssen jedoch Zinsen in Höhe von 3 % gezahlt werden, ist das Darlehen bei gleicher monatlicher Belastung erst nach knapp 27 Jahren abgezahlt. Individuelle Berechnungen ermöglichen interaktive aktuelle Bauzinsen Tabellen.

Tipps für eine Baufinanzierung

Grundlegend für eine solide Baufinanzierung ist, dass der Kaufpreis zum Objekt und zum eigenen Budget passt. 2022 ist noch nicht mit einem signifikanten Rückgang der Immobilienpreise zu rechnen. Auch der sich abzeichnende moderate Zinsanstieg wird Immobilien noch nicht so stark verteuern, dass die Nachfrage drastisch sinken wird.

Die Bauzinsen Entwicklung 2023 beobachten

Die Entwicklung der Zinsen wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Die Bauzinsen werden durch die Inflation ebenso beeinflusst wie durch die Ereignisse in der Ukraine. Deshalb empfiehlt es sich, die Entwicklung der Bauzinsen über mehrere Monate zu beobachten, um einen günstigen Zeitpunkt zum Abschluss eines Hypothekenkredites zu finden.

Lange Zinsbindung und Sonderkündigungsrecht

In der aktuellen Phase mit einem relativ günstigen Zinsniveau sollte eine lange Zinsbindung von mindestens 15 Jahren gewählt werden. Außerdem ist es ratsam, auf ein Sonderkündigungsrecht zu achten, das nach 10 Jahren eine Ablösung der Restschuld ohne Vorfälligkeitsentschädigung ermöglicht.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.

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