Bauzinsprognose 2022
So geht es weiter mit den Bauzinsen

Die Inflation in Deutschland erreicht derzeit lange nicht mehr gesehene Höchststände. Welchen Einfluss haben die Preissteigerungen auf die Zinsen beim Immobilienkauf? Und wie lange können Immobilienkäufer von dem aktuell noch vergleichsweise günstigen Zinsniveau profitieren? Das sind nur zwei der zahlreichen Fragen, die sich viele Menschen stellen, die gerade darüber nachdenken, in eine Immobilie zu investieren. Antworten gibt es auf dieser Seite.

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Wie ist die aktuelle Entwicklung bei den Bauzinsen im Jahr 2022?

Die Entwicklung der Bauzinsen zeigt in den vergangenen Monaten einen eindeutigen Trend. Und der weist klar in Richtung Zinserhöhungen. Auch wenn die Höchststände vergangener Jahrzehnte noch lange nicht erreicht sind, ist eine Immobilienfinanzierung in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich teurer geworden. Im vergangenen Jahr 2021 waren Hypothekenkredite und Baudarlehen z.T. noch zu Zinssätzen von unter einem Prozent zu bekommen. Aktuelle Bestzinsen im Mai 2022 sind neu zu verorten:

  • Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit: bei ca. 2,69 %.
  • Hypothekendarlehen mit 15-jähriger Laufzeit: bei ca. 2,95 %.
  • Hypothekendarlehen mit 20-jähriger Laufzeit: bei ca. 3,07 %

Insbesondere seit März 2022 sind massive Zinssteigerungen zu beobachten. Allein von Anfang März bis Ende April stiegen die Bauzinsen um gut ein Prozent. Betrachtet man die letzten drei Monate, haben sich die Hypothekenzinsen in diesem Zeitraum also verdoppelt. Im Vergleich die Bauzinsen von Juli 2021:

  • Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,00 %.
  • Hypothekendarlehen mit 15-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,29 %.
  • Hypothekendarlehen mit 20-jähriger Laufzeit: bei ca. 1,49 %

Die Zinsen sind von Bank zu Bank unterschiedlich, für die Angaben nehmen wir keine Haftung. Informieren Sie sich bei Ihrem jeweiligen Finanzinstitut.

Wie sieht die Bauzinsen Prognose für 2022 aus?

Experten erwarten auch für die zweite Jahreshälfte 2022 einen weiteren Anstieg der Darlehenszinsen. Dieser dürfte jedoch nicht ganz so stark ausfallen wie im zweiten Quartal des Jahres. Dennoch könnte am Jahresende bei einem Hypothekendarlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine Drei vor dem Komma stehen. Dass die Prognosen für die zweite Jahreshälfte einen moderateren Anstieg der Bauzinsen vorsehen liegt daran, dass die meisten Kreditinstitute in den vergangenen Wochen bereits eine Erhöhung des Leitzinses durch die EZB in ihrer Kalkulation berücksichtigt haben.

Welche Rolle spielt die EZB bei der Zinsentwicklung und wie sieht die EZB-Leitzins Prognose 2022 aus?

Die EZB legt den Zinssatz fest, zu dem sich Banken und Sparkassen bei der Europäischen Zentralbank Geld leihen können. In Zeiten hoher Inflationsraten versuchen Zentralbanken in der Regel, mit Zinserhöhungen den Preissteigerungen entgegen zu wirken. Die FED, die Notenbank der USA, hat den Leitzins 2022 bereits um 0,5 Prozent angehoben. Einen vergleichbaren Zinsschritt in diesem Umfang gab es zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten. Dadurch wächst der Druck auf die EZB, die Zinsen ebenfalls zu erhöhen. Diese Maßnahme wird sich natürlich auch auf die Zinsentwicklung bei Immobilienfinanzierungen auswirken. Der Leitzins von aktuell 0,0 Prozent wird dauerhaft nicht zu halten sein. Ein Zinsanstieg in 2022 ist deshalb sehr wahrscheinlich.

EZB Image

Welche Leitzinsarten gibt es und wie beeinflussen sie die Bauzinsen?

Die Europäische Zentralbank, die EZB, arbeitet mit drei Arten von Leitzinsen. Dabei handelt es sich um den

  • Hauptrefinanzierungssatz
  • Spitzenfinanzierungssatz
  • Einlagesatz

Hauptrefinanzierungssatz

Dies ist der eindeutig wichtigste dieser drei Zinssätze. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dieser gemeint, wenn vom Leitzins die Rede ist. Der Hauptrefinanzierungssatz ist der Zinssatz, zu dem sich Banken kurzfristig Geld bei der EZB leihen können. Dabei geht es in der Regel um Kredite mit einer Laufzeit von lediglich einer Woche. Auf diese Weise können Geschäftsbanken zu äußerst günstigen Konditionen ihre Liquidität steigern und ihre Geschäfte refinanzieren. Der Hauptrefinanzierungssatz hat damit den größten Effekt auf die Höhe der Bauzinsen. Wenn es für die Banken teurer wird, sich Geld bei der EZB zu leihen, steigen dadurch auch die Zinsen für den Immobilienkauf. Ein Einfluss der Inflation auf die Bauzinsen ist damit direkt gegeben.

Spitzenfinanzierungssatz

Dieser ist weniger wichtig für die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Er wird tagesaktuell abgerechnet.

Einlagesatz

Auch der Einlagesatz, die Zinsen, die Banken erhalten, wenn sie Geld bei der EZB deponieren, hat nur eine geringe Auswirkung auf die Kosten für Immobilienfinanzierungen. Zuletzt mussten Geschäftsbanken Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB lagern wollten.

Wie hängen die Zinsentwicklung und Inflation zusammen?

Steigende Preise lassen den Wert des Geldes sinken. Eine der Aufgaben der EZB ist es, eine allzu starke Geldentwertung zu vermeiden. Die Zielgröße im Euroraum liegt bei zwei Prozent. Diese Vorgabe wurde zuletzt jedoch deutlich überschritten. Im April 2022 liegt die Inflationsrate bereits bei 7,4%. Da auch in nächster Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass die Inflationsrate unter 2% fällt, muss die Zentralbank dieser Entwicklung entgegen wirken. Dies geschieht in der Regel durch die Erhöhung der Leitzinsen, die das Geld teurer und damit knapper machen. Mit einer moderaten schrittweisen Anpassung ist deshalb noch in diesem Jahr zu rechnen.

Lohnt sich 2022 ein Immobilienverkauf?

Auch im Jahr 2022 ist die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen. Die Immobilienpreise befinden sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Investitionen in Betongold scheinen nach wie vor attraktiv. Daran haben bislang auch die etwas höheren Hypothekenzinsen nichts geändert. Für Eigentümer, die ihr Haus, ihre Wohnung oder ihr Grundstück verkaufen möchten, bietet 2022 dafür also beste Voraussetzungen. Sollten jedoch steigende Bauzinsen den Markt in den kommenden Jahren stärker belasten als bisher, wird es für viele Interessenten schwieriger werden, eine Immobilienfinanzierung zu bekommen, die sie sich leisten können. Ein daraus resultierender Nachfragerückgang könnte auch für sinkende Immobilienpreise sorgen. Für Hauseigentümer, die sich von ihrem Objekt trennen möchten, ist das Jahr 2022 also ein guter Zeitpunkt, den Immobilienverkauf anzugehen.

Zu einem erfolgreichen Immobilienverkauf gehört eine professionelle Immobilienbewertung. Das Wissen über den Wert Ihrer Immobilie gibt Ihnen Sicherheit für Verhandlungsgespräche. HAUSGOLD Immobilienmakler bieten Ihnen eine kostenlose Wertermittlung.

Wie viel teurer könnte eine Baufinanzierung werden?

Schon geringe Änderungen bei den Hypothekenzinsen haben einen enormen Effekt auf eine Immobilienfinanzierung. Bei einem Darlehensbetrag von 200.000 Euro, einem Zinssatz von 1,5 % sowie einer anfänglichen Zinstilgung von 4 % wäre das Darlehen mit einer monatlichen Rate von 916 Euro nach etwa 21 Jahren getilgt. Müssen jedoch Zinsen in Höhe von 3 % gezahlt werden, ist das Darlehen bei gleicher monatlicher Belastung erst nach knapp 27 Jahren abgezahlt. Individuelle Berechnungen ermöglichen interaktive aktuelle Bauzinsen Tabellen.

Tipps für eine Baufinanzierung

Grundlegend für eine solide Baufinanzierung ist, dass der Kaufpreis zum Objekt und zum eigenen Budget passt. 2022 ist noch nicht mit einem signifikanten Rückgang der Immobilienpreise zu rechnen. Auch der sich abzeichnende moderate Zinsanstieg wird Immobilien noch nicht so stark verteuern, dass die Nachfrage drastisch sinken wird.

Die Bauzinsen Entwicklung 2022 beobachten

Die Entwicklung der Zinsen wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Die Bauzinsen werden durch Corona ebenso beeinflusst wie durch die Ereignisse in der Ukraine. Deshalb empfiehlt es sich, die Entwicklung der Bauzinsen über mehrere Monate zu beobachten, um einen günstigen Zeitpunkt zum Abschluss eines Hypothekenkredites zu finden.

Lange Zinsbindung und Sonderkündigungsrecht

In der aktuellen Phase mit einem relativ günstigen Zinsniveau sollte eine lange Zinsbindung von mindestens 15 Jahren gewählt werden. Außerdem ist es ratsam, auf ein Sonderkündigungsrecht zu achten, das nach 10 Jahren eine Ablösung der Restschuld ohne Vorfälligkeitsentschädigung ermöglicht.

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel dienen als informative Ratgeber und stellen demnach keine verbindliche Rechtsberatung dar.

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Häufig gestellte Fragen:

Steigenden Inflationsraten treten Notenbanken mit Zinserhöhungen entgegen. Die aktuellen Zinsen der EZB 2022 liegen derzeit noch bei Null Prozent. Im Laufe des Jahres ist jedoch mit einer Anhebung des Leitzinses zu rechnen.

Mehr dazu finden Sie hier.

Von steigenden Zinsen profitieren in der Regel die Aktien von Banken und anderen Finanzinstituten. Auch Titel, die eine hohe Dividende ausschütten, sind bei steigenden Zinsen gefragt. Da die Immobilienpreise derzeit noch auf hohem Niveau sind, lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage nach wie vor auch noch.

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In den vergangenen Monaten sind die Zinsen bereits deutlich angestiegen. Im weiteren Verlauf des Jahres ist deshalb nur noch mit einem moderaten Anstieg oder einer Stagnation der Bauzinsen zu rechnen.

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In welchem Umfang die Immobilien Zinsen steigen oder fallen, ist derart langfristig nicht zu beurteilen. Eine seriöse Prognose zum Zinsniveau in zehn Jahren ist nicht möglich.

Der Zinssatz für aktuelle Immobilienfinanzierungen im Mai 2022 liegt bei zirka

  • Hypothekendarlehen mit 10-jähriger Laufzeit: bei ca. 2,69 %.
  • Hypothekendarlehen mit 15-jähriger Laufzeit: bei ca. 2,95 %.
  • Hypothekendarlehen mit 20-jähriger Laufzeit: bei ca. 3,07 %

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