Für die Vermietung von Immobilien gilt dabei seit 2015 das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen.

Für den Kauf bzw. Verkauf von Immobilien galt das bisher noch nicht. Nun wurde am 14.05.2020 ein neues Gesetz eingeführt: Das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“.

Im folgenden Artikel wollen wir Sie über das Bestellerprinzip und das neue Gesetz für den Immobilienkauf und -verkauf informieren.

Das Bestellerprinzip erklärt

Das Bestellerprinzip regelt seit 2015 die Zahlung der Maklerprovision bei Immobilienvermietungen. Um den Mieter zu entlasten, hat die Bundesregierung im Zuge der Mietpreisbremse dieses neue Gesetz erlassen. Danach muss derjenige die Provision des Maklers bezahlen, der ihn beauftragt hat: Wer bestellt, der bezahlt.

Da in der Praxis meist der Vermieter einen Makler beauftragt, um einen neuen Mieter zu finden, wird dieser auch die Maklercourtage tragen. Das Bestellerprinzip soll auch dem Mieterschutz dienen und die horrenden Kosten, die ein Mieter bei einer Mietwohnungssuche oft zu zahlen hatte, eindämmen.

Bestellerprinzip beim Immobilienkauf

Das Bestellerprinzip galt bislang nur für die Immobilienvermietung, nicht aber für den Kauf oder Verkauf. Nun wurde im Mai 2020 ein neues Gesetz beschlossen, welches die Verteilung der Maklerkosten bei Kaufverträgen von Immobilien regelt.

Damit wurde sich gegen das Bestellerprinzip entschieden. Das Bestellerprinzip ist nicht zielführend bei Immobilienverkäufen, wenn per Gesetz der Verkäufer den Makler bezahlen sollte. Denn dann würde der Makler ausschließlich die Interessen des Verkäufers vertreten und könnte den Käufer kaum objektiv beraten.

Eine professionelle und objektive Beratung durch den Makler als Experte für den Käufer dient aber dem Schutz und dem Interesse von Erwerbern.

Gut zu wissen: Diese Neuregelung gilt nur für den Käufer als Verbraucher. Handelt der Käufer im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit, kann die Verteilung der Maklerkosten auch weiterhin anderweitig vereinbart werden.

Immobilienmakler beaftragen trotz des neuen Gesetzes?

Mit der neuen gesetzlichen Regelung stellt sich vor allem für Eigentümer die Frage: Lohnt es sich dann in Zukunft, einen Immobilienmakler für den Immobilienverkauf zu beauftragen oder sollte man den Verkauf in Eigenregie durchführen? Klare Antwort: Ja! Erfahrene Makler kennen den Markt und das Verhältnis aus Angebot und Nachfrage. Sie wissen, wie man zielführend arbeitet und Verkaufsgespräche führt und können am Ende mehr rausholen, als ein unerfahrener Verkäufer. Auch der administrative Aufwand, der mit einem Verkauf einhergeht, kann von einem Laien nur schwer bewältigt werden. Von der allgemeinen Abwicklung über Besichtigungen bis hin zur Koordination von Notarterminen, all das kostet Zeit und Nerven, die ein Makler abnehmen kann.

Was bedeutet das neue Gesetz für die Makler?

Auch die Makler müssen mit Folgen des neuen Gesetzes rechnen. Wenn ein Verkäufer eine Provision von 1% anbietet, darf er vom Käufer also auch nur maximal 1% verlangen. Am Ende erhält der Makler also nur eine Provision von 2%. Das kann zur Folge haben, dass ein Makler einen Auftrag auch mal ablehnt. Gleichzeitig wird das Makler-Geschäftsmodell „provisionsfrei für den Verkäufer“ obsolet. Das heißt, nicht mehr der Preis entscheidet, sondern die Leistung des Maklers. Das könnte den Wettbewerb unter den Maklern weiter ankurbeln.

Gut zu wissen: Maklerverträge dürfen mit Inkrafttreten des Gesetzes nur noch in Textform abgeschlossen werden. Also per E-Mail, per Handy als Textnachricht oder schriftlich auf Papier. Mündlich geschlossene Verträge sind dann nicht mehr wirksam.