Ein guter Immobilienmakler nimmt seinem Auftraggeber bei der Vermarktung eine Menge Arbeit ab und erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf. Doch wie hoch ist die Maklerprovision und wer muss sie zahlen?

Was ist eine Maklerprovision?

Egal, ob es sich um Kauf, Verkauf oder Vermietung handelt – wenn Sie mit einem Makler zusammenarbeiten, kann eine Provision anfallen.

Der Anspruch des Immobilienmaklers auf eine Vergütung seiner Leistung ist im § 652 BGB (Entstehung des Lohnanspruchs) geregelt. Ist ein Kauf- oder Mietvertrag aufgrund seiner Vermittlungstätigkeit entstanden, so ist der Makler berechtigt, eine Maklerprovision für seine Leistungen zu verlangen.

Was ist in der Maklerprovision enthalten?

Der Makler wird für sein branchenspezifisches Wissen und seine Dienstleistung bezahlt. Ein Immobilienmakler erleichtert Ihnen die Arbeit, beispielsweise beim Hausverkauf und nimmt eine Immobilienbewertung vor. Er ist nicht nur als Berater rund um die Immobilienvermarktung tätig, er kümmert sich um alle notwendigen Unterlagen, erstellt ein Immobilienexposé und trägt alle Kosten, die mit Werbetätigkeiten verbunden sind. Außerdem kann er Sie zum Notartermin begleiten und vieles mehr. Erfahren Sie hier mehr über die Aufgaben eines Immobilienmaklers.

Höhe der Maklerprovision

Da es für die Maklergebühr keine Gebührenordnung gibt, ist die Höhe der Courtage von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundsätzlich aber lässt sich die Provision frei verhandeln, was jedoch die Gefahr mit sich bringen könnte, an einen ungeeigneten Makler zu geraten. Wenn aber eine zu verkaufende Immobilie sehr einfach zu veräußern sein wird, dann kann der Verkäufer durchaus mit dem Makler über die Provision verhandeln. Umgekehrt haben Käufer einen Spielraum für Verhandlungen, wenn sie wissen, dass die Immobilie schwierig zu verkaufen ist.

Gängige Sätze bei der Courtage sind (jeweils bezogen auf den Kaufpreis und inkl. MwSt.):

  • 5,95 Prozent in Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern;
  • 6,25 Prozent in Hamburg;
  • 7,14 Prozent in den übrigen Bundesländern;
  • in Niedersachsen (7,14 oder 5,95 Prozent), Nordrhein-Westfalen (7,14 Prozent), Rheinland-Pfalz (7,14 Prozent) und Thüringen (7,14 Prozent) bestehen regional unterschiedliche Sätze. Die überwiegend geltende Courtage ist hier jeweils in Klammern angegeben.

Tipp: Hier finden Sie eine Auflistung der Maklerprovisionssätze nach Bundesländern.

Doppelte Maklergebühren

Falls sowohl Käufer als auch Verkäufer unterschiedliche Immobilienmakler einschalten, kann es für den Käufer zu einer doppelten Provisionspflicht kommen. Klären Sie also den Vermittlungsanspruch der Parteien rechtzeitig!

Wer zahlt die Maklerprovision?

Bei der Maklerprovision wird unterschieden zwischen Außenprovision und Innenprovision. Die Außenprovision zahlt der Käufer. Die Innenprovision bezeichnet den vom Verkäufer zu zahlenden Anteil der Maklerprovision. In den meisten Bundesländern wird die Provision zwischen Käufer und Verkäufer zur Hälfte geteilt, in anderen Bundesländern wiederum zahlt entweder der Käufer oder der Verkäufer die vollständige Provision.

Achtung: Seit Mai 2020 gilt ein neues Gesetz nach dem die Maklerprovision zwischen Verkäufer und Käufer geteilt werden muss. Damit gilt das Bestellerprinzip nicht.

Das neue Gesetz zur Teilung der Maklerprovision

Aktuell ist die Höhe der Maklerprovision in Deutschland nicht einheitlich. Da es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, ist die Provision von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Für gewöhnlich orientierten sich Makler und Eigentümer an den “marktüblichen” Provisionen, also gegenwärtig zwischen fünf und knapp über sieben Prozent. Und wie sieht nun die neue Regelung aus?

Das neue Gesetz regelt die Verteilung der Maklercourtage beim Verkauf von Häusern und Eigentumswohnungen. Jetzt besteht nicht mehr die Möglichkeit, dem Käufer die Maklercourtage vollständig aufzubürden. Wer den Immobilienmakler beauftragt, muss mindestens die Hälfte der Maklerprovision zahlen. im Regelfall ist das der Verkäufer. Diese faire Teilung der Provision, ist insbesondere vorteilhaft für den Käufer, da sich so die Erwerbsnebenkosten senken.

Die Teilung der Courtage wird in vielen Bundesländern - außer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen - schon jetzt umgesetzt. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, gilt die Regelung jedoch bundesweit. Neben der Teilung der Provision, regelt das neue Gesetz auch, dass der Käufer erst seinen Anteil zahlen muss, wenn der Verkäufer seinen Anteil gezahlt hat.

Ab wann ist das neue Maklergesetz gültig?

Nach einer sechsmonatigen Übergangszeit, voraussichtlich also Mitte/Ende Dezember 2020, wird das Gesetz in Kraft treten. Dieser Zeitraum soll Maklern die Möglichkeit geben, ihre Geschäftsprozesse an die neue Rechtslage anzupassen. Maklerverträge die ab dem Zeitpunkt geschlossen werden, müssen sich an die neue Regelung halten.

Gut zu wissen: Diese Neuregelung gilt nur für den Käufer als Verbraucher. Handelt der Käufer im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit, kann die Verteilung der Maklerkosten auch weiterhin anderweitig vereinbart werden.

Wann wird die Maklerprovision fällig?

Die Maklergebühr wird fällig sobald der Miet- bzw. Kaufvertrag unterschrieben und notariell beurkundet wurde. Normalerweise legt der Makler ein Zahlungsziel von 7 bis 14 Tagen fest, man kann aber auch Abweichendes vereinbaren. Handelt es sich beispielsweise um einen Immobilienverkauf, so sind Makler oft damit einverstanden, die Provision erst nach Eingang des Kaufpreises auf dem Konto des Verkäufers, zu erhalten.

Maklergebühren bei Rückabwicklung des Vertrags

Wenn die Vertragsparteien beispielsweise nach dem Notartermin eine Auflösung des Vertrags vereinbaren, so behält der Immobilienmakler seinen Provisionsanspruch. Das gilt natürlich nur, wenn der Makler seine Vermittlungsleistung korrekt erbracht hat und der Kaufvertrag wirksam zustande gekommen ist.

Wann entfällt die Maklercourtage?

  • Wenn es nicht zu einer erfolgreichen Vermittlung eines Miet- oder Kaufvertrages kommt (§ 652 Abs. 1 BGB).
  • Der Makler selbst Eigentümer, Mieter, Vermieter oder Verwalter des vermittelten Objektes ist. Selbst wenn er seinen Gehilfen mit der Verwaltung beauftragt hat.
  • Wenn zwischen Makler und Vermieter wirtschaftliche oder rechtliche Verflechtungen bestehen.
  • Makler und Immobilieneigentümer durch ein verwandtschaftliches Verhältnis in Verbindung stehen.
  • Oft ist es auch bei Neubauprojekten üblich, dass der Käufer keine Maklerprovision aufbringen muss. In der Regel bezahlt der Bauträger die Vermittlungstätigkeit.

Maklerprovision steuerlich absetzen

Unter bestimmten Bedingungen können Sie als Verkäufer oder Käufer eine Maklerprovision steuerlich geltend machen:

Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist

Wenn Sie das Objekt innerhalb der gesetzlichen Spekulationsfrist von zehn Jahren veräußern, unterliegt ein Veräußerungsgewinn der Steuerpflicht. Den von Ihnen zu tragenden Teil der Maklerprovision dürfen Sie dabei als Werbungskosten vom Gewinn abziehen. Dadurch wird Ihre Steuerlast geringer. Die Abzugsmöglichkeit besteht allerdings nur, wenn Sie einen steuerpflichtigen „Spekulationsgewinn“ erzielen, nicht dagegen bei gewinnbringender Veräußerung nach Ablauf der Zehn-Jahres-Frist. Denn dieser Vorgang ist steuerfrei.

Bei anschließender Vermietung

Falls Sie eine Immobilie kaufen und anschließend vermieten, ist die von Ihnen getragene Maklercourtage Teil der sogenannten Anschaffungsnebenkosten des Objektes. Sie dürfen zusammen mit den eigentlichen Anschaffungskosten über die Zeit abgeschrieben werden und mindern so Ihre steuerpflichtigen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Wenn Sie das Objekt selbst bewohnen, haben Sie diese Möglichkeit nicht.

Was ist das Bestellerprinzip?

Seitdem das Bestellerprinzip am 01.06.2015 eingeführt wurde, hat sich einiges auf dem Immobilienmarkt geändert. Dieses besagt nämlich, dass derjenige, der den Makler bestellt, auch die Immobilienmakler Provision tragen muss. Dies gilt jedoch nicht beim Kauf bzw. Verkauf, sondern nur bei der Vermietung. Im Main 2020 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Aufteilung der Maklerkosten beim Verkauf regelt. Lesen Sie hier alles zum Bestellerprinzip 2020.

Hier lohnt sich die Maklercourtage – Maklersuche über HAUSGOLD

Nicht die Höhe der Maklercourtage bzw. Maklergebühr sollte bei der Maklerwahl im Mittelpunkt stehen. Wichtig sind die Qualität und das Vermarktungsgeschick des Maklers. Hier hilft Ihnen die Maklersuche über HAUSGOLD. Mit unserer Datenbank können Sie ganz einfach einen guten Makler in Ihrer Nähe finden, der zu Ihrem Bedarf passt. Wir bewerten Makler nach ihrer Qualifikation, ihrem Verkaufserfolg, Kunden-Feedbacks und vielen weiteren Qualitäts-Kriterien. Mit Hilfe des speziellen HAUSGOLD-Algorithmus® lässt sich der passende Makler für Sie treffsicher identifizieren. Nach erfolgreicher Arbeit hat der Makler sie dann wirklich verdient – die Maklercourtage.