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Umzugspauschale: Berufsbedingten Umzug von den Steuern absetzen

Ob neuer Job, Familiennachwuchs oder der Wunsch, sich zu vergrößern. Es gibt viele Gründe für einen Wohnortwechsel, doch meist muss für den Umzug tief in die Tasche gegriffen werden. Eine gute Nachricht für diejenige, die aus beruflichen Gründen umziehen: Diese Kosten können als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. In die Umzugspauschale fließen unter anderem die Transportkosten, doppelte Mietzahlungen und Maklergebühren ein.

Seit dem 1. Februar 2017 haben sich die Beiträge für die Umzugspauschale erhöht. Für Singles liegt der Betrag bei 764 Euro, für Verheiratete bei 1 528 Euro. Für den Fall, dass weitere Familienmitglieder von dem Umzug betroffen sind (wie z.B. Kinder), können Steuerzahler für sie dann je 337 Euro in ihrer Einkommenssteuererklärung als sonstige Umzugskosten angeben. Dabei kommt es exakt auf den Tag an, an dem Sie den Umzug beenden. Lassen Sie zum Beispiel Ihre Möbel am 31. Januar 2017 ein- und am 1. Februar ausladen, haben Sie Anspruch auf den höheren Pauschalbetrag.

Umzugspauschale: Die Voraussetzungen

Für die Anrechnung der vollen Pauschale sind einige Voraussetzungen notwendig:

  • Der Arbeitnehmer zieht berufsbedingt aus seiner alten Wohnung in eine neue: Sollte der Arbeitnehmer vorher keine eigene Wohnung gehabt haben (beispielsweise weil er bei den Eltern gewohnt hat), reduziert sich die Pauschale auf 30 Prozent bei Verheirateten und auf 20 Prozent bei Singles.
  • Verkürzter Arbeitsweg: Hierbei kommt es nicht auf die Länge des Weges an, sondern auf die Zeitersparnis. Benötigt man nach dem Umzug für den Arbeitsweg insgesamt eine Stunde weniger, so begründet dies einen berufsbedingten Umzug. Ehepartner, die beide berufstätig sind, betrachten jeweils einzeln ihre Arbeitswege (sofern sie keinen gemeinsamen Arbeitsweg haben).
  • Rückkehr aus dem Ausland: Hat man im Ausland gelebt und zieht für eine neue Arbeitsstelle nach Deutschland, kann man die anfallenden Umzugskosten ebenfalls steuerlich geltend machen.
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Auch verbesserte Arbeitsbedingungen kann das Finanzamt als einen berufsbedingten Grund für einen Umzug ansehen.

Wenn Sie berufsbedingt den Wohnort wechseln, sollten Sie direkt bei den Vertragsverhandlungen bei Ihrem Arbeitgeber nachfragen, ob dieser die Umzugskosten übernimmt. Schließlich kann er die gesamten steuerlich absetzbaren Kosten lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Für den Arbeitgeber sind das Betriebsausgaben. Falls der Arbeitgeber diese Kosten übernimmt, haben Sie natürlich keine Aufwendungen zu tragen und es entstehen für Sie keine Werbungskosten.

Diese Kosten können Sie absetzen

Die meisten Posten Ihrer Umzugsrechnung müssen Sie belegen. Weitere Kosten werden von der Umzugspauschale erfasst, die man von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen darf. Die Umzugskostenpauschalen erhöht das Bundesfinanzministerium in der Regel jährlich. Grundsätzlich kann man unter anderem Folgendes geltend machen:

  • Renovierung der alten Wohnung
  • 30 Cent pro Kilometer für Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen
  • Änderung des Telefonanschlusses
  • Umschreibung des Personalausweises
  • Trinkgelder und Verpflegung von Umzugshelfern
  • Doppelte Mietzahlungen (für bis zu sechs Monate)
  • Gebühren für die Ummeldung
  • Maklergebühren (nur für Mietimmobilien)
  • Reparaturen von Transportschäden
  • Anzeigen für die Wohnungssuche

Die Kosten für Möbel können jedoch nicht steuerlich abgesetzt werden, denn die Einrichtung des eigenen Zuhauses gilt als Privatsache.

Die Kosten für Nachhilfeunterricht

Oftmals sind auch die eigenen Kinder von dem Umzug betroffen. Insbesondere bei einem Umzug in ein anderes Bundesland kann es vorkommen, dass Unterrichtsstoff nachgeholt werden muss. An den Kosten für die Nachhilfe beteiligt sich das Finanzamt jedoch, wenn die Behörde den Umzug als berufsbedingt anerkennt. Als Nachweis gilt bereits ein Arbeitsvertrag des Arbeitgebers. Reicht man die Rechnungen für den Unterricht ein, kann man die Kosten seit dem 1. Februar 2017 bis zu einem Höchstbetrag von 1 926 Euro Unterrichtskosten geltend machen. Erstattungsfähig ist die Hälfte des Höchstbetrags der umzugsbedingten zusätzlichen Unterrichtskosten pro Kind. Übersteigen die Unterrichtskosten diesen Betrag, sind bis zu 75 Prozent des Höchstbetrags steuerlich absetzbar.

Häufig gestellte Fragen zur Umzugspauschale

Wo trage ich die Umzugspauschale ein?

Der Einkommenssteuererklärung sollte eine Anlage N beigefügt werden. Auf der zweiten Seite (Werbungskosten) werden die Umzugskosten in Zeile 46 eingetragen. Tragen Sie jedoch nicht einfach nur den Gesamtbetrag der Umzugskosten in die Steuererklärung ein. Am besten fügen Sie ein eigenes Blatt hinzu, aus dem die Berechnung der Umzugskosten klar hervorgeht. Das Finanzamt erkennt eine nachvollziehbare Rechnung eher an als einen reinen Endbetrag.

Wie mache ich die Umzugspauschale bei privatem Umzug geltend?

Kosten für den Umzug aus privaten Gründen kann man als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Darunter fallen auch die Kosten für ein Umzugsunternehmen und Schönheitsreparaturen wie Malen und Streichen. Pro Jahr sind es 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal jedoch 4 000 Euro.

Bekomme ich die doppelte Umzugspauschale, wenn ich für die Wohnungssuche eine Übergangswohnung am Arbeitsort gemietet habe?

Nein. Das Finanzamt bewertet jeden Umzug gesondert. Bringt der erste Umzug in die Nähe des Arbeitsortes eine Zeitersparnis von mehr als einer Stunde, werden die Umzugskosten dafür von der Steuer abgesetzt. Zieht man dann noch einmal um, wird dieser Umzug erneut nach den oben genannten Gesichtspunkten bewertet. Das bedeutet, auch dieser muss die Kriterien für einen beruflichen Umzug erfüllen.

Wie kann ich auch ohne Belege meine Umzugskosten trotzdem nachweisen?

Ohne Belege machen die wenigsten die oben genannten Umzugspauschalen geltend. Versuchen Sie, die Unterlagen noch irgendwie zu erhalten. Zum Beispiel können Sie von Ihrer Spedition oder dem Immobilienmakler eine Kopie der Rechnung anfragen.