Energieausweise

Der Energieausweis als Orientierungshilfe

Der Energieausweis liefert Daten über die Energieeffizienz von Wohngebäuden und ist in Deutschland mittlerweile verpflichtend. Die Anforderungen sind gesetzlich in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Er kann nicht verlängert, sondern muss neu beantragt werden. Der Energieausweis ist für folgende Gebäude Pflicht:

1) Für alle Neubauten seit 2002
2) Öffentliche Gebäude mit regelmäßigem Publikumsverkehr

Es gibt aber auch Gebäude, die keinen Energieausweis benötigen, dazu gehören denkmalgeschützte Häuser und Gebäude mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche oder Bauten, die nur periodisch geheizt, gekühlt oder genutzt werden, wie etwa Ferienhäuser. Der Energieausweis entfällt auch für spezielle Gebäude wie beispielsweise geringfügig beheizte Betriebsgebäude, Ställe oder Gewächshäuser.

Generell gilt: Wer eine Gebäude vermieten, verpachten oder verkaufen will, muss einen Energieausweis vorlegen und die Daten auch in Immobilienanzeigen nennen. Bei Missachtung muss mit hohen Bußgeldern gerechnet werden.

Energieausweis: Die zwei Varianten

Es gibt zwei Varianten des Energieausweises. Für einige Eigentümer ist eine Variante verpflichtend, andere können wählen. Einige Energieausweise verlieren Ende Oktober ihre Gültigkeit. Der Energie-Verbrauchsausweis (oder auch verbrauchsorientierter Energieausweis) basiert auf den Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Das Ergebnis hängt fast ausschließlich vom Verhalten der Verbraucher ab. Die Qualität des Gebäudes wird nicht berücksichtigt.

Beim Energie-Bedarfsausweis beurteilt ein Gutachter die baulichen Gegebenheiten wie die Heizungsanlage, die Qualität der Fenster oder die Dämmung. Aus diesen Daten kann ein Jahres-Energiebedarf errechnet werden. Außerdem lassen sich hier sinnvolle Verbesserungsmaßnahmen ableiten.

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist Pflicht für Eigentümer von Häusern mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 erbaut und zwischenzeitlich nicht energetisch saniert wurden. Alle anderen Eigentümer können wählen, welche Variante sie bevorzugen. Das gilt also für Wohngebäude, deren Bauantrag entweder ab dem 1. November 1977 gestellt wurde (unter Berücksichtigung der damaligen Wärmeschutzverordnung) oder für Wohngebäude, die trotz Bauantragstellung vor dem 1. November 1977 das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung erfüllten (zum Beispiel durch spätere Modernisierungsmaßnahmen).

Der Energie-Bedarfsausweis wird in den meisten Fällen empfohlen, denn dieser ist unabhängig vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner. Dieser Ausweis zeigt, wie umweltfreundlich das Gebäude ist – nicht die Bewohner – und wo im Bedarfsfall Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen werden sollten.

Energieausweis: Kosten und Aussteller

Der Energie-Verbrauchsausweis kostet etwa zwischen 30 und 100 Euro. Der Energie-Bedarfsausweis ist aufwändiger und auch teurer, da hier ein Gutachten erstellt werden muss. Es kann von 150 bis zu 1.000 Euro kosten und ist abhängig vom jeweiligen Bundesland, Anbieter und dem Aufwand.

Der Energieausweis darf nur von Fachleuten ausgestellt werden, die bestimmte Qualifikationen vorweisen müssen. Das können beispielsweise Bauingenieure, Architekten, Energieberater, Schornsteinfeger, Maschinenbauer oder Elektrotechniker sein, die eine entsprechende Fortbildung vorweisen können. Für Energieausweise ab dem 01.05.2014 gilt außerdem eine Registrierungspflicht. Diese erfolgt elektronisch beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und wird vom Aussteller übernommen.

Energieausweis: Die neuen Energieklassen

Neu sind auch die Energieklassen, die seit dem 1. Mai 2014 im Energieausweis angegeben werden. Als Verbraucher kennt man die Einteilung in Energieklassen bereits von Kühlschränken, Herden und anderen Elektrogeräten. Die Energieklassen sollen Energieverbrauch und -bedarf eines Gebäudes deutlich darstellen, damit Verbraucher einen schnellen Überblick über die Energiekennwerte einer Immobilie haben. Es gibt neun Klassen von A + (sehr effizient) bis H (hoher Energiebedarf). Energieausweise, die vor Mai 2014 ausgestellt wurden, sind weiterhin gültig, auch wenn keine Energieeffizienzklasse angegeben ist.

Mehr dazu finden Sie auf unserer umfangreichen Informationsseite zum Energieausweis.