Energieausweis läuft ab Junge Frau mit Energieausweis

Im Sommer 2018 könnte es passieren: Ihr Energieausweis läuft ab

Eigentümer, die ein Haus, eine Wohnung oder Geschäftsräume verkaufen, vermieten oder verpachten wollen, benötigen (von einigen Ausnahmen abgesehen) einen gültigen Energieausweis. Mitte 2018 werden die ersten Energieausweise ablaufen, denn ein Energieausweis hat eine Gültigkeit von zehn Jahren. Der Energieausweis läuft ab: Erfahren Sie hier, was jetzt zu tun ist.

Schon seit dem Jahr 2008 benötigen Gebäude mit einem Baujahr vor 1966 einen Energieausweis, wenn sie verkauft, vermietet oder verpachtet werden. Wurde die Immobilie nach 1966 gebaut, gilt die Energieausweis-Pflicht seit 2009. Haben verkaufswillige Eigentümer keinen gültigen Energieausweis, drohen hohe Bußgelder.

Warum laufen 2018 die ersten Energieausweise aus?

Energieausweise sind zehn Jahre gültig. Ausgestellt wurden die ersten Energieausweise im Sommer 2008. Die Rechnung ist also ganz einfach: Ein Energieausweis läuft ab, sobald er älter als zahn Jahre ist. Die ersten Ausweise, die für Bestandsgebäude gelten, verlieren in diesem Jahr – ganz genau im Juli 2018 – ihre Gültigkeit. Im Jahr 2019 folgt die zweite Welle, wenn die Ausweise für die „jüngeren“ Gebäude nicht mehr gelten.

Sinn des Energieausweises ist es, Gebäudebesitzer und Mieter über den Energieverbrauch der Immobilie zu informieren. Ähnlich den Energieeffizienzklassen bei Elektrogeräten soll so Transparenz über den Energieverbrauch bei Gebäuden entstehen. Ist ein Ausweis älter als zehn Jahre, können sich die Werte seit der Ausstellung stark verändert haben. Darum wird ein neuer Ausweis benötigt. Gleiches gilt, wenn Sie Ihr Haus deutlich umbauen. Auch dann benötigen Sie einen neuen Energieausweis.

Wer stellt Energieausweise aus?

Nur Fachleute dürfen Energieausweise ausstellen, zum Beispiel Architekten, Energieberatern, Ingenieuren oder Wärmemessdienste. Zusätzlich gibt es Möglichkeit, Energieausweise, online zu beantragen. Hierfür füllt der Eigentümer ein entsprechendes Formular mit Daten im Internet aus. Der Ausweis wird ihm dann entweder per Post oder per E-Mail (als PDF-Dokument) zugeschickt.

Welche Energieausweise gibt es?

Ihr Energieausweis läuft ab, aber Sie wollen demnächst verkaufen bzw. vermieten oder verpachten? Dann haben Sie die Wahl. Es gibt zwei Varianten von Energieausweisen: Den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis benennt den Energieverbrauch auf Basis der vergangenen 36 Monate, bereinigt um Wettereinflüsse. Beim Bedarfsausweis erfasst ein Experte den Zustand von Gebäude und Heizung. Daraufhin berechnet er den Energiebedarf. Welcher Energieausweis für ein Gebäude erstellt werden muss, hängt ab vom Baujahr, der Anzahl der Wohnungen und dem energetischen Zustand ab. Unabhängig von der Variante gilt: Jeder Energieausweis läuft ab nach zehn Jahren.

Was kennzeichnet den Verbrauchsausweis?

Der Verbrauchsausweis beziffert den Energieverbrauch der Gebäudebewohner in den vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung. Um den Energieverbrauchskennwert anzugeben, wird der tatsächliche Energieverbrauch mithilfe eines standortbezogenen Klimafaktors bereinigt. Der Durchschnittswert wird dann durch die sogenannten energetischen Gebäudenutzfläche geteilt. Daher führt beispielsweise ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes.

Achtung: Der tatsächliche Energieverbrauch in einer Immobilie kann aufgrund des Witterungseinflusses vom Energieverbrauchskennwert abweichen. Außerdem hängt das Ergebnis im Verbrauchsausweis extrem vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner ab. Heizt jemand in einem energetisch schlechten Gebäude nur wenig, so kann der Energieausweis trotzdem sehr gut ausfallen.

 

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Was kennzeichnet den Bedarfsausweis?

Anders als beim Verbrauchsausweis entsteht das Ergebnis des Bedarfsausweises auf Basis einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage eines Gebäudes. Es ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten. Die Farbverlaufsskala im Bedarfsausweis weist zwei verschiedene Werte aus, die sehr different ausfallen können: 1. einen Wert für den Endenergiebedarf und 2. einen für den Primärenergiebedarf. Darüber hinaus wird noch ein Kennwert für die energetische Qualität der Gebäudehülle dargestellt.

Der Endenergiebedarf beziffert die nach technischen Regeln berechnete, vom konkreten Gebäude jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung. Der Fachmann legt bei der Berechnung standardisierte Randbedingungen zugrunde, zum Beispiel eine Innentemperatur von 19 Grad im beheizten Bereich des Gebäudes. Hausbewohner sollten sich am Endenergiebedarf orientieren, wenn sie ihren künftigen Energieverbrauch und die Energiekosten planen und schätzen wollen.

Der Primärenergiebedarf drückt die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes aus. Neben der Endenergie berücksichtigt er auch die sogenannte „Vorkette“ (Erkundung, Gewinnung, Verteilung, Umwandlung) der jeweils eingesetzten Energieträger (z.B. Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien).

Besonders niedrig fällt der Primärenergiebedarf aus, wenn Sie erneuerbare Energien – also solare Strahlungsenergie, Geothermie, Energie aus Biomasse – für die Energieversorgung im Gebäude nutzen. Am Primärenergiebedarf können Verbraucher erkennen, wie umweltfreundlich ihr Gebäude ist.

Für wen gilt welche Energieausweis-Variante?

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist Pflicht für Eigentümer von Häusern mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 erbaut und zwischenzeitlich nicht energetisch saniert wurden.

Alle anderen Eigentümer können frei wählen. Das gilt also für Wohngebäude, deren Bauantrag entweder ab dem 1. November 1977 gestellt wurde (unter Berücksichtigung der Wärmeschutzverordnung von 1977) oder für Wohngebäude, die trotz Bauantragstellung vor dem 1. November 1977 das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllten (zum Beispiel durch spätere Modernisierungsmaßnahmen). Wählen können Eigentümer auch, ob Sie den Energieausweis online beantragen. Der Online Energieausweis gilt genauso wie vor Ort beantragte Ausweise.

Energieausweis muss Teil von Immobilienanzeigen sein

Immobilienanzeigen müssen Informationen zum energetischen Zustand des entsprechenden Gebäudes enthalten. Seit Mai 2014 ist die Veröffentlichung bestimmter Energieausweis-Angaben Pflicht. Diese Regelung ist Teil der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014), die gleichzeitig 2014 in Kraft trat. Seit Mai 2015 drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro, wenn die Inserenten auf die Informationen verzichten.

Die Verpflichtung gilt für alle Immobilienanzeigen in kommerziellen Medien, wie beispielsweise Zeitungen oder kostenpflichtigen Online-Portale.

Energetische Informationen in einer Immobilienanzeige bei Wohngebäuden

Wenn Sie eine Anzeige für ein Wohngebäude schalten, bei dem ein (noch) gültiger Energieausweis vorliegt, muss die Anzeige folgende Angaben beinhalten:

  • die Art des Energieausweises (verbrauchs- oder bedarfsbasiert)
  • der Endenergiekennwert (in kWh/m²a)
  • der wesentliche Energieträger für Heizung (z.B. Gas)
  • das Baujahr des Gebäudes (z.B. 1996)
  • die Energieeffizienzklasse (a+ bis H)

Energetische Informationen in einer Immobilienanzeige bei Nichtwohngebäuden

Für alle Nichtwohngebäude, bei denen ein gültiger Energieausweis vorliegt, muss die Anzeige folgende Angaben ausweisen:

  • die Art des Energieausweises (verbrauchs- oder bedarfsbasiert)
  • der Endenergiekennwert (in kWh/m²a) getrennt für Heizung und Strom
  • der wesentliche Energieträger für Heizung (z.B. Gas)

Energieausweis läuft ab – was tun?

Wenn Ihr Energieausweis abläuft, dann kümmern Sie sich zeitnah um einen neuen Ausweis, wenn Sie ein Gebäude verkaufen, vermieten oder verpachten wollen. Nur mit einem gültigen Ausweis beugen Sie Ärger vor. Verändern Sie ein Gebäude stark, verliert der Energieausweis ebenfalls an Gültigkeit. Selbst wenn noch keine zehn Jahre seit der Ausstellung vergangen sind.

 

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