Handwerker setzt neues Fenster ein

Checkliste: So finden Sie den richtigen Handwerker

Es ist nicht leicht, einen guten Handwerker zu finden. Egal, ob Tischler, Fliesenleger, Maler, Elektriker oder Dachdecker – die Beauftragung eines Handwerkers fordert immer auch das Vertrauen des Immobilieneigentümers in die Professionalität und Zuverlässigkeit des Handwerkers. Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bieten Orientierungshilfe und ein gewisses Maß an Sicherheit, nicht an ein „schwarzes Schaf“ zu geraten. Eine Checkliste hilft, keine wichtigen Aspekte zu vergessen.

Viele Arbeiten im Haus und Garten erbringen Immobilienbesitzer in Eigenleistung. Doch für manche Dinge muss man einfach einen Handwerker beauftragen. Beim Dachdecken oder beim Austausch von Haustür und Fenstern ist beispielsweise ein Profi gefragt. Wie findet man den richtigen Handwerker? Wie schützt man sich vor einer bösen Preisüberraschung? Welche Fördermittel können beantragt werden? Diese und weitere Themen behandelt unsere Checkliste.

Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis

Bevor Sie auf Handwerker-Suche gehen, erkundigen Sie sich in Ihrer Nachbarschaft und in Ihrem Bekanntenkreis, ob jemand gute Erfahrungen gemacht hat und einen Handwerksbetrieb empfehlen kann. Eine weitere Möglichkeit, einen Handwerker zu finden, sind die Branchenverzeichnisse und die örtlichen Handwerker-Innungen. Außerdem bieten diverse Onlineportale Handwerkerleistungen inkl. Preiskalkulator an und veröffentlichen Erfahrungsberichte. Viele Betriebe haben auch einen eigenen Internet-Auftritt. Achten Sie darauf, dass der Handwerker dort nicht nur seine Leistungen ausflistet, sondern achten Sie auf Referenzen und Qualifikationen wie Meister- oder Innungsbetrieb.

Haben Sie den passenden Handwerker gefunden, wird der Handwerker bei umfangreicheren Aufträgen (wie zum Beispiel ein Fensteraustausch) um einen Vorort-Termin bitten, um das Auftragsausmaß einschätzen und berechnen zu können.

Angebote und Kostenvoranschläge

Bevor Sie einen Auftrag vergeben, sollten Sie exakt definieren, welche Leistungen Sie genau wünschen, und der Handwerker soll Ihnen erläutern, welche Arbeiten er dafür umsetzen muss. Sollen die Fester ausgetauscht werden, dann bieten zum Beispiel Verglasung, Rahmenart, Einbruchschutz, Design etc. zahlreiche Möglichkeiten. Genau diese Punkte sollen detailliert im Angebot bzw. im Kostenvoranschlag aufgeführt sein. Wichtig ist auch, ob in einem Angebot alle Nach- und Nebenleistungen, wie beispielsweise der Gerüstbau, genannt sind.

Schriftliche Angebote sind unumgänglich

Verlassen Sie sich nicht nur auf mündliche Absprachen, sondern fordern Sie ein schriftliches Angebot/einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Sonst sind spätestens wenn die Rechnung höher ausfällt als vereinbart oder wenn Nachbesserungen notwendig werden, Probleme vorprogrammiert. Ohne ein schriftliches Angebot ist es schwer, rechtliche Schritte zu begründen. Erhöht sich ein Preis um mehr als 15 bis 20 Prozent gegenüber der Summe, die im Angebot bzw. Kostenvoranschlag steht, sollte der Handwerker bereits während der Arbeiten darauf hinweisen. Als Auftraggeber haben Sie das Recht, einen Vertrag zu kündigen, denn an die Angebotspreise sind die Unternehmen in aller Regel gebunden. In begründeten Fällen ist eine Überschreitung des Kostenvoranschlags von 15 bis 20 Prozent zulässig.

Vergleichsangebote einholen

Um ein Gespür für das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Handwerkers zu bekommen, sollten Sie zusätzlich zwei bis drei Vergleichsangebote einholen. Denken Sie daran: Der günstigste Handwerker bringt nicht zwangsläufig auch die gleichen Leistungen wie ein teurerer Kollege. Bitten Sie die Handwerker, ihre Leistungen Punkt für Punkt aufzulisten, damit die Angebote gut vergleichbar sind. Neben dem Preis spielen auch Sympathie und Vertrauen eine wichtige Rolle, bei der Wahl des richtigen Handwerkers. Macht der Betrieb mit seinen Mitarbeitern einen ordentlichen und aufgeräumten Eindruck?

Festpreis vereinbaren

Wenn möglich, dann vereinbaren Sie mit dem Handwerker einen Festpreis, der nicht überzogen werden darf. Das Festpreisangebot sollte genaue Materialauflistungen und -beschaffenheiten benennen und den Umfang der zu leistenden Arbeiten verbindlich festhalten. Unvollständige Leistungsbeschreibungen können ansonsten eine feste Preisabsprache verzerren und die Rechnungssumme in die Höhe treiben.

Verzug des Handwerkers

Von „Verzug“ ist die Rede, sobald Handwerker den fest vereinbarten Termin nicht einhalten. Möglicherweise haben Sie als Kunde dann Anspruch auf Entschädigung (wenn Ihnen Schäden entstehen, die auf die Zeitverzögerung zurückzuführen sind).

Prüfung durch Fachleute

Hat der Handwerker seine Arbeit bei Ihnen abgeschlossen, sollten Sie diese genau prüfen. Wenn Sie sich unsicher sind oder wenn es sich um eine komplexe Arbeit handelte, dann können Sie zusätzlich Fachleute um Prüfung bitten. Hilfe bei der Expertensuche bietet zum Beispiel das Sachverständigen-Navi der Handwerkskammern im Internet. Finden Sie oder der externe Experte Mängel, dann fotografieren Sie diese und reichen Sie Fotos und die Beschreibung der Mängel schnellstmöglich schriftlich bei dem Handwerkerbetrieb ein.

Mängel und Nachbesserungen

Grundsätzlich können Kunden bei fehlerhafter Arbeit einen Teil des fälligen Rechnungsbetrags bis zur Mängel-Beseitigung einbehalten. Zur Sicherheit darf mindestens das Doppelte dessen, was eine Behebung der Mängel voraussichtlich kosten wird, einbehalten werden. Tritt der Mangel erst nach der Abnahme in Erscheinung, muss der Handwerker die Möglichkeit haben, den Fehler innerhalb einer angemessenen Zeit zu beseitigen – selbstverständlich kostenlos. Hält der Handwerker die gesetzte Frist nicht ein oder klappt die Nachbesserung nicht, dürfen Sie selbst Hand anlegen oder eine andere Firma beauftragen, den Mangel zu beheben. Diese Kosten gehen dann zu Lasten des ursprünglichen Vertragspartners.

Nach Abschluss aller Handwerker-Arbeiten Gesamtsumme ausgleichen

Den Rechnungsbetrag sollten Sie erst dann vollständig zahlen, wenn alle Arbeiten zu Ihrer Zufriedenheit erledigt sind (auch die eventuell anfallen Nachbesserungen). Im Idealfall sind auf der Rechnung alle Lohn-, Fahrt- und Materialkosten einzeln aufgeführt, denn einige Posten können Sie anteilig von der Steuer absetzen.

Tipp: Absetzbar sind nur Arbeitskosten (und ggf. Fahrt- und Maschinenkosten), nicht das Material. Materialkosten müssen komplett aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Eine Rechnung, die Sie mit Ihrer Steuererklärung einreichen, sollte daher das Entgelt aufschlüsseln zwischen abziehbaren Lohn- und Fahrtkosten auf der einen Seite und den Materialkosten auf der anderen Seite. Steht auf der eingereichten Rechnung ein Pauschalbetrag, nimmt das Finanzamt eine Schätzung der Arbeitskosten vor.

Die Steuervorteile gelten übrigens nicht nur für Immobilien in Deutschland. Eigentümer können die Kosten für Handwerker oder Dienstleister selbst dann anteilig von der Steuerzahlung absetzen, wenn die Arbeiten in ihrer selbst genutzten Ferienimmobilie durchgeführt werden. Dazu muss das Haus allerdings innerhalb der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegen.

Fördermittel für Eigenheim-Sanierer

Braucht ihr Haus eine neue Heizung? Oder neue Fenster? Oder wollen Sie komplett sanieren? Dann haben Sie die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen. Die vielfältigen Fördermittel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), aber auch von den Ländern und Kommunen, bieten attraktive Finanzierungsspritzen. Seit dem 1. Juli 2017 gibt es außerdem einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) mit Empfehlungen für Sanierungen. Gefördert wird sowohl mit Bargeld als auch mit Krediten: Während die Bafa beispielsweise ausschließlich Bargeldauszahlung leistet, bekommt man von KfW in erster Linie günstige Kredite. Aber auch Geldleistungen in Form von Zuschüssen oder Tilgungsverzicht sind bei der KfW möglich, sofern man die Investitionssumme selbst aufbringt. Weiterhin ist eine Kombination von Bafa-Förderung und KfW-Ergänzungkredit möglich. Erkundigen Sie sich rechtzeitig (noch bevor Sie mit den Arbeiten an Ihrem Haus beginnen), wann Sie die Förderanträge stellen müssen. Gute Handwerksbetriebe können Sie beraten.