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Renovieren Sie Ihre Wohnung vor dem Verkauf?

Wer eine Wohnung verkaufen will, steht oft vor den Fragen: Muss ich vorher noch renovieren? Lohnt es sich, jetzt noch Geld in die Wohnung zu stecken, um den Verkaufspreis zu erhöhen? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Renovierungen die Attraktivität einer Immobilie erhöhen. Das gilt vor allem für „dekorative“ Maßnahmen, wie das Streichen von Wänden. Und mit steigender Attraktivität lässt sich eine Immobilie auf jeden Fall einfacher zum Top Preis verkaufen als wenn Sie ein eher unattraktives Objekt verkaufen wollen.

Der klassische Immobilienkäufer liebt nämlich einen gepflegten Eindruck. Als Verkäufer werden Sie sehr schnell bei Besichtigungsterminen feststellen, dass Interessenten saubere und ordentliche Immobilien bevorzugen. Gerade wenn die Lage von Haus oder Wohnung nicht die beste ist, müssen Optik und Ambiente den Interessenten überzeugenden. So lässt sich ein scheinbar schwer verkäufliches Objekt wesentlich besser verkaufen. Macht die Wohnung einen wertigen Eindruck, dann ist der Käufer schneller bereit, Kompromisse hinsichtlich der Lage zu machen.

Der erste Eindruck ist entscheidend

Ist eine Wohnung oder ein Haus dagegen renovierungsbedürftig, vermuten potentielle Käufer häufig unbewusst, dass es weitere Schäden oder Probleme gibt. Das muss natürlich nicht sein und ist auch nicht unbedingt logisch, aber beim Immobilienverkauf kann diese Schlussfolgerung richtig Geld kosten. Ist der Eindruck nicht gut, springt der Interessent entweder gleich ab, oder er hat eine gute Steilvorlage für Preisverhandlungen nach unten. Hinzu kommt, dass Kaufinteressenten die Kosten für Renovierungen in vielen Fällen deutlich höher einschätzen als sie tatsächlich sind. Nutzen Sie daher die Chance, die Attraktivität Ihrer Wohnung zu erhöhen und renovieren Sie sie gegebenenfalls vor dem geplanten Verkauf.

Überschlagen Sie, wie teuer das Renovieren sein darf

Bevor Sie mit Renovieren beginnen, sollten Sie jedoch überschlagen, wie viel Geld Sie für das Renovieren oder gar Sanieren ausgeben wollen. Finanziell bringt es natürlich gar nichts, wenn die Renovierung mehr kostet als Sie letztendlich mit einem höheren Verkaufspreis erzielen werden. Es ist also wichtig zu wissen, welcher Aufwand sich tatsächlich lohnt. HAUSGOLD hat sich dieser Fragestellung angenommen und analysiert, welche Wohnungseigenschaften sich auf den Preis auswirken. Die Analyse zeigt auf, welche Maßnahmen Eigentümer ergreifen können, um den Verkaufspreis ihrer Immobilie zu erhöhen. Außerdem können Verkäufer mit einer einfachen Rechnung recht unkompliziert planen, wie teuer das Renovieren maximal sein sollte, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein.

Die Ausstattung beeinflusst den Verkaufspreis

Nach der neuesten HAUSGOLD-Auswertung kann für eine Wohnung mit „gehobener Ausstattung“ ein um 17 Prozent höherer Preis/qm erzielt werden als für eine Wohnung mit „normaler Ausstattung“. Eine „einfache Ausstattung“ mindert den Preis/qm im Vergleich zur „normalen Ausstattung“ dagegen um 14,5 Prozent .

Doch was bedeutet gehobene Ausstattung, normale Ausstattung oder einfache Ausstattung, und kann man diese beeinflussen?

Unter einer gehobenen Ausstattung versteht man, dass die Wohnung den neuesten Ansprüchen zeitgerechten Wohnens entspricht. Es ist ein Bad vorhanden sowie Zentralheizung, Doppelfenster, Teppichboden oder Parkettfußboden. Die Versorgungsleitungen befinden sich unter Putz. Außerdem hat die Wohnung einen guten Zuschnitt.

Bei einer normalen Ausstattung sind Bad und/oder Küche gefliest. Die Versorgungsleitungen liegen überwiegend unter Putz, und es gibt zumindest auf der Windseite Doppelfenster. Die Wohnung sollte einen gut nutzbaren Schnitt aufweisen.

Eine Wohnung mit einfacher Ausstattung hat keine Zentralheizung. Auch der Bodenbelag könnte fehlen, sie hat also keinen Teppich, kein Parkett. Statt Doppelfenster gibt es Einfachfenster, und Küche und Bad sind ohne Fliesen. Die Versorgungs- und Elektroleitungen befinden sich überwiegend auf dem Putz. Außerdem ist der Zuschnitt der Wohnung nicht optimal.

Den Schnitt einer Wohnung zu verändern, ist meist problematisch bzw. mit viel Arbeit und Kosten verbunden. Die anderen aufgeführten Eigenschaften (zum Beispiel Verglasung) sind zwar einfacher umzusetzen, aber auch mit verhältnismäßig hohen Kosten verbunden. Bevor Sie aktiv werden, schauen Sie sich das Umfeld bzw. die Lage genau an. Passt Ihre Wohnung in das Umfeld? Welche Ansprüche haben die Menschen in der unmittelbaren Umgebung? Befindet sich eine Wohnung mit einfacher Ausstattung in einer „In-Gegend“ mit großer Nachfrage nach Wohneigentum, dann findet sich vielleicht wegen des geringen Standards kein Käufer, obwohl die Region begehrt ist. Hier könnte es sich durchaus lohnen, Geld für Renovierung bzw. Sanierung in die Hand zu nehmen.

Weitere einflussnehmende Wohnungseigenschaften

Neben der grundsätzlichen Ausstattung gibt es weitere, recht konkrete Eigenschaften, die Auswirkungen auf den Preis haben. So zum Beispiel der Balkon. Er bietet zwar kaum zusätzliche Wohnfläche, aber viele Menschen legen sehr viel Wert darauf, dass ihre Wohnung einen Balkon hat. Das schlägt sich auch im Preis nieder. Hat eine Wohnung einen Balkon, so erhöht sich ihr Preis/qm um 5 Prozent in Gegenüberstellung mit einer vergleichbaren Wohnung ohne Balkon. Auch das Vorhandensein eines Aufzugs ist relevant. Ein Fahrstuhl erhöht den Preis/qm um 4 Prozent. Wird eine Wohnung inklusive Küche verkauft, so erzielt der Verkäufer pro Quadratmeter einen rund 4,5 Prozent höheren Verkaufspreis als beim Verkauf einer vergleichbaren Wohnung ohne Küche. Ebenfalls von Bedeutung ist es, ob eine freie oder vermietete Wohnung verkauft wird: Der Preis/qm verringert sich bei einer vermieteten Wohnung um 4 Prozent.

Wann sich Renovierungsarbeiten lohnen

Die HAUSGOLD-Analyse verdeutlicht, dass es sich für Immobilienverkäufer durchaus lohnen kann, vor dem Verkauf Geld in die Hand zu nehmen, um den Standard der Wohnung und den avisierten Verkaufspreis zu erhöhen. Immobilienbesitzer sollten vorab ermitteln, auf welchem Niveau sie ihr Objekt sanieren bzw. renovieren. Eine gehobene Ausstattung mit exquisiten Materialien lohnt sich nur dann, wenn es vor Ort eine entsprechende Zielgruppe gibt. Außerdem sollten die Sanierungs- bzw. Renovierungskosten den Kostenrahmen nicht sprengen. Setzt man für eine Wohnung (100 qm, normale Ausstattung, ohne Einbauküche) einen Verkaufspreis von 200.000 Euro an, so könnte dagegen dank Renovierung (gehobene Ausstattung, neue Küche) ein Preis von 243.000 Euro realisiert werden. Das lohnt sich aber nur dann, wenn die Renovierungsarbeiten weniger als 43.000 Euro kosten.

Mit den von HAUSGOLD ermittelten Zahlen können Immobilieneigentümer einfach ausrechnen, welche Aufwendungen sinnvoll sind. Oft kann der verhältnismäßig unkomplizierte Einbau einer Küche bereits einen positiven Effekt erzielen, aber auch der relativ teure Anbau von Balkonen kann sich bei einem Mehrfamilienhaus lohnen. Da sich leerstehende Wohnungen leichter und zu einem höheren Preis verkaufen lassen als vermietete, sind die HAUSGOLD-Werte auch für Vermieter, die verkaufen wollen, interessant und bieten eine gute Basis für eine mögliche einvernehmliche Aufhebung des Mietvertrags.

Bitten Sie einen Makler um seine Meinung

Wer unsicher ist, welche Maßnahmen sinnvoll sin, kann sich auch an einen Immobilienmakler wenden. Der große Vorteil, den Ihnen ein sach- und ortskundiger Immobilienmakler bietet, besteht darin, dass er den örtlichen Markt und seine Besonderheiten kennt. Besonders in  beliebten Regionen ist dies ein wichtiger Aspekt, damit die Immobilie womöglich nicht unter Wert verkauft wird. Weiterhin pflegen Makler aktiv ihr Netzwerk, sodass sie potenzielle Kunden bereits kennen, deren finanziellen Spielraum einzuschätzen wissen und so realistische Angebote unterbreiten können. Sprechen Sie einen Immobilienmakler daher zeitnah an, ob es sich für Sie finanziell lohnt, die Wohnung vor dem Verkauf zu renovieren.