Energieausweis Pflicht: Wer profitiert?

Immobilieneigentümer, die ihre Immobilie (komplett oder auch nur Teile davon) verkaufen, vermieten oder verpachten möchten, benötigen einen gültigen Energieausweis. Sie müssen ihn den Interessenten spätestens bei der Besichtigung vorlegen bzw. den Ausweis gut sichtbar aushängen. Zusätzlich müssen bereits beim Inserieren der Immobilie zentrale Daten aus dem Energieausweis angegeben werden. Ohne diese Angaben droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Die Pflicht zur Vorlage eines Energieausweises ist in der Energieeinsparverordnung verbindlich geregelt. Doch warum gibt es eine Energieausweispflicht? HAUSGOLD erläutert Ihnen wichtige Fakten rund um die Energieausweispflicht.

Die Energieausweis Pflicht gründet sich in der Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese ist ein Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts. Die EnEV gilt für fast alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Ihre Vorgaben beziehen sich neben der Heizungs- und Klimatechnik vor allem auf den Wärmedämmstandard des Gebäudes. Das ist relevant, da auf Gebäude knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen. Die Einsparung von Energie in diesem Bereich bietet daher ein enormes Potenzial, um die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten zu verringern und die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.

Wer profitiert von der Energieausweis Pflicht?

Besonders Käufer profitieren von der Energieausweispflicht, da sie sich bereits vor Vertragsabschluss ein besseres Bild über den energetischen Zustand eines Gebäudes machen können. Neben den Käufern von Immobilien ist der energetische Zustand natürlich auch für Eigentümer von Immobilen interessant. Schließlich gibt der Ausweis Aufschluss über den Energieverbrauch bzw. über die energetische Qualität eines Gebäudes. Allerdings hat ein Energieausweis  lediglich informativen Charakter. Er dient der Orientierung und Vergleichbarkeit. Modernisierungsvorschläge sind Empfehlungen und keine bindenden Vorgaben. Auch Kaufverträge und Mieten können nicht angefochten werden, weil der Energieverbrauch höher ist, als für den Ausweis berechnet wurde. Wenn Sie für die energetische Modernisierung Ihres Hauses eine staatliche Förderung beantragen möchten, ist der Bedarfsausweis Pflicht.

Für diese Gebäude gilt die Energieausweis Pflicht

Die Gebäude, für die Energieausweispflicht besteht, lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Alle Neubauten seit 2002
  • Gebäude, die vermietet, verpachtet oder verkauft werden sollen
  • Öffentliche Gebäude mit regelmäßigem Publikumsverkehr

Wird bei Verkauf oder Neuvermietung die Energieausweispflicht ignoriert und kein gültiger Energieausweis vorgelegt, oder es fehlen im Inserat Angaben aus dem Energieausweis, dann drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro.

Befreiung von der Energieausweis Pflicht

Es gibt auch Gebäude, für die keine Energieausweis Pflicht besteht. Dazu zählen zum Beispiel denkmalgeschützte Häuser. Auch Gebäude mit weniger als 50 qm sind von einer Energieausweis Pflicht befreit. Eigentümer von Bauten, die nur periodisch geheizt, gekühlt oder genutzt werden, wie etwa Ferienhäuser, müssen ebenfalls keinen Ausweis vorlegen. Der Energieausweis entfällt auch für spezielle Gebäude wie beispielsweise geringfügig beheizte Betriebsgebäude, Ställe oder Gewächshäuser. Vermieter einer Immobilie, bei der das Mietverhältnis schon bei Einführung der Energieausweis-Pflicht bestand, brauchen erst dann einen Energieausweis, wenn das Mietverhältnis endet und die Immobilie zur Neuvermietung oder zum Verkauf inseriert werden soll.

Aushangpflicht für Energieausweise

Die Pflicht, Energieausweise öffentlich sichtbar zu machen bzw. auszuhängen, gilt nur für gewerblich genutzte Gebäude mit mehr als 500 qm Nutzfläche und mit großem Publikumsverkehr, zum Beispiel Kaufhäuser oder Behörden. Seit dem 08.07.2015 betrifft diese Pflicht Gebäude bereits ab 250 qm Nutzfläche. In diesen Gebäuden ist eine Aushangseite an einer für die Öffentlichkeit gut zugänglichen Stelle anzubringen.

(Fast) immer nur ein Energieausweis

Ein Energiepass kann (fast) immer nur für das gesamte Gebäude ausgestellt werden. Dabei ist es völlig unerheblich, ob in dem betreffenden Haus verschiedene Eigentumsverhältnisse existieren. Formal ist es völlig ausreichend, pro Gebäude nur ein Energieausweisoriginal ausstellen zu lassen. Davon können dann, je nach Bedarf, Kopien angefertig werden.

Eine Ausnahme gibt es meist nur bei gemischt genutzten Gebäuden, also Gebäude, die sowohl Wohn- als auch Nichtwohnnutzung aufweisen, wie zum Beispiel Wohn- und Geschäftshäuser. Hier müssen in der Regel separate Energieausweise für Wohn- und Gewerbeteil ausgestellt werden. Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen von der Regel, wenn zum Beispiel eine der beiden Nutzungsarten stark überwiegt oder die Nutzung des Gewerbeteils sehr wohnähnlich ist, wie im Falle von Büros.

Die Ausstellung eines Energieausweises

Energieausweise dürfen nur von qualifizierten Fachleuten ausgestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel viele Schornsteinfeger, Architekten und natürlich Energieberater. Es gibt allerdings kein Zertifikat für die Zulassungserlaubnis. Darum rät die Verbraucherzentrale, sich schriftlich vom Aussteller bestätigen zu lassen, dass er einen Energieausweis erstellen darf. Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass der Dienstleister eine Berufshaftpflicht hat. Diese kann Ansprüche abdecken, die durch fehlerhaft ausgestellter Ausweise entstehen können.

Zwei verschiedene Energieausweise

Es gibt zwei Arten des Energieausweises:

  1. Der Energie-Verbrauchsausweis (oder auch verbrauchsorientierter Energieausweis) basiert auf den Heiz- und Energieverbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Das Ergebnis hängt fast ausschließlich vom Verhalten der Verbraucher ab. Die Qualität des Gebäudes wird nicht berücksichtigt.
  2. Beim Energie-Bedarfsausweis beurteilt ein Gutachter die baulichen Gegebenheiten wie Heizungsanlage, Qualität der Fenster oder Dämmung. Aus diesen Daten kann ein Jahres-Energiebedarf errechnet werden. Der Bedarfsausweis gibt, unabhängig vom Verhalten der Bewohner, Auskunft über den Energiebedarf einer Immobilie. Ebenso lassen sich mithilfe dieser Ausweisart sinnvolle Verbesserungsmaßnahmen ableiten.

Der verbrauchsbasierte Energieausweis für Wohngebäude kann ausgestellt werden für Häuser:

  • mit 5 oder mehr Wohnungen oder
  • die den Bauantrag nach dem 31.10.1977 gestellt haben oder
  • die beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierung das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreichen.

Der bedarfsorientierte Energieausweis kann für jedes Haus ausgestellt werden und muss erstellt werden, wenn keine der oben genannten Bedingungen erfüllt wird oder keine/nicht ausreichende Verbrauchswerte vorliegen.

Für Nichtwohngebäude besteht generell dieselbe Energieausweispflicht wie für Wohngebäude, wenn diese verkauft, vermietet oder verpachtet werden sollen. Im Unterschied zu Wohngebäuden besteht hier allerdings völlige Freiheit bei der Wahl der Ausweisart. Das bedeutet, dass für Nichtwohngebäude in jedem Fall auch der günstige verbrauchsbasierte Energieausweis ausgestellt werden kann.

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Mit welchen Kosten ist die Energieausweis Pflicht verbunden?

Die Kosten für den Energieausweis unterscheiden sich je nach Aufwand und Art des Ausweises. Der Energie-Verbrauchsausweis kostet etwa zwischen 30 und 100 Euro. Hier müssen Kerndaten der Immobilie und Verbrauchswerte bereits vorliegen. Der Energie-Bedarfsausweis ist aufwändiger, da hier ein Gutachten erstellt werden muss. Es kann zwischen 150 bis zu 1.000 Euro kosten und ist abhängig vom Bundesland, Komplexität des Objektes, Anbieter und Aufwand.

Praktische Hinweise zur Energieausweis Pflicht

Bei vielen Eigentümern besteht nach wie vor große Unsicherheit, ob sie zur Vorlage eines Energiepasses verpflichtet sind bzw. welche Ausweisart sie ausstellen können bzw. müssen. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen vertrauensvoll an HAUSGOLD. Neben den Informationen auf hausgold.de zur Energieausweispflicht vermitteln wir Ihnen gern einen Makler, der einen Check bei Ihnen vor Ort durchführt. So können Sie leicht feststellen, welche Ausweisart für Ihr Haus möglich bzw. empfehlenswert ist. Und das Beste: Als HAUSGOLD-Kunde erhalten Sie den passenden Energieausweis kostenlos bei Abschluss eines Maklervertrags. Möchten Sie Ihre Immobilie verkaufen, dann wenden Sie sich einfach an HAUSGOLD. Wir empfehlen Ihnen einen qualifizierten Makler aus Ihrer Region, der Ihnen während des kompletten Verkaufsprozesses zur Seite steht und Ihre Immobilie zu besten Konditionen verkauft. Eine kostenlose Immobilienbewertung sowie ein kostenloser Energieausweis sind inklusive!