Wer eine Wohnung kauft, sollte immer auf das Hausgeld achten, damit nach dem Kauf kein b├Âses Erwachen folgt. Was alles zum Hausgeld geh├Ârt, die Hausgeld H├Âhe und was Sie bei Vermietung auf die Mieter umlegen k├Ânnen, erfahren Sie hier.

Hausgeld Definition

Als Eigent├╝mer besitzen Sie Anteile am Gemeinschaftseigentum. Die laufenden Kosten daf├╝r m├╝ssen anteilsm├Ą├čig von allen Eigent├╝mern getragen werden. Zudem muss die Wohnungseigent├╝mergemeinschaft (WEG) Instandhaltungsr├╝cklagen bilden. Geb├╝ndelt werden diese und weitere Kosten als Hausgeld bezeichnet.

Als Hausgeld werden die monatlichen Vorsch├╝sse bezeichnet, die jeder Wohnungseigent├╝mer aufgrund eines aufgestellten Wirtschaftsplanes an die Wohnungseigentumsverwaltung zu zahlen hat. Mit den Beitr├Ągen werden die Kosten und Lasten des Gemeinschaftseigentums sowie die Kosten f├╝r die Instandhaltung und Instandsetzung sowie Verwaltung finanziert.

Rechtliche Grundlage des Hausgeldes: Wohnungseigentumsgesetz

Die rechtliche Grundlage f├╝r das Hausgeld findet sich im Wohnungseigentumsesetz. Das WoEigG/WEG definiert die Eigentumsrechte an nicht zu Wohnzwecken genutzten Fl├Ąchen oder R├Ąumen, die Teileigentum sind. Auch das Gemeinschaftseigentum an gemeinsamen Geb├Ąuden oder auch Grundst├╝cken ist im WoEigG/WEG definiert.

Der Gesetzgeber spricht im WoEigG/WEG allerdings nicht von Hausgeld, sondern von Lasten und Kosten. Die Rechtsgrundlage f├╝r das Hausgeld findet sich im WoEigG in ┬ž 16 Nutzungen, Lasten und Kosten, Abs. 2, 7 und 8.

Was geh├Ârt zum Hausgeld bei Eigentumswohnungen?

In dem von den Eigent├╝mern monatlich zu zahlenden Hausgeld sind umlegbare und nicht umlegbare Kosten enthalten. Das Hausgeld setzt sich in der Regel aus folgenden Positionen zusammen:

  • Betriebskosten f├╝r M├╝llentsorgung, Wasser, Hausstrom, Versicherungen (au├čer Hausrat), Hausmeister, Treppenhaus- und Gartenpflege usw.
  • Heizkosten
  • Verwaltungskosten, wie Verwalterhonorar, Kontogeb├╝hren usw.
  • Laufende Instandhaltungskosten f├╝r das Gemeinschaftseigentum (Reparaturen in der Eigentumswohnung muss aber der Eigent├╝mer selbst beauftragen und bezahlen)
  • Ansparung und Zuf├╝hrung der gemeinschaftlichen Instandhaltungsr├╝cklage

Zusammen ergeben diese Positionen das Hausgeld.

Hausgeld H├Âhe

Die H├Âhe des Hausgeldes ist individuell, denn auch die H├Âhe der Betriebskosten ist von Immobilie zu Immobilie unterschiedlich. Grunds├Ątzlich gilt:
Je neuer eine Immobilie ist, desto geringer ist das zu zahlende Hausgeld.

Au├čerdem ist die Ausstattung einer Wohnanlage f├╝r die Hausgeldh├Âhe relevant. Je hochwertiger das Haus ist, desto h├Âher sind die Betriebskosten und damit auch das Hausgeld. Beispielsweise erfordert ein Aufzug regelm├Ą├čige Wartungsarbeiten. Und die die Pflege eines gro├čen Gartens ist in der Regel teuer als die eines kleinen Gartens.

Das Hausgeld wird pro Monat gezahlt und ist eine Vorauszahlung f├╝r das laufende Jahr. Die Abrechnung erfolgt zum Jahresende.

Aufteilung des Hausgeldes

Damit innerhalb einer Wohnungseigent├╝mergemeinschaft die Kosten so fair wie m├Âglich verteilt sind, werden Verteilerschl├╝ssel eingesetzt. Nach dem Wohnungseigentumsgesetz ist der Verteilerschl├╝ssel nach Miteigentumsanteilen (MEA) festgelegt. Jeder Wohnung werden bestimmte MEA fest zugeordnet und in der Regel nicht mehr ver├Ąndert.

Der Verteilerschl├╝ssel MEA ist von seinem Anteil am gesamten Gemeinschaftseigentum vergleichbar mit der Wohnungsgr├Â├če. Dabei werden Zahlengr├Â├čen in Tausendstel, Hunderttausendstel usw. angegeben. So kann beispielsweise eine Wohnung 1.250/100.000 MEA aufweisen und somit 1,25 Prozent an dem gesamten Gemeinschaftseigentum und den Kosten beteiligt sein.

F├╝r die Verteilung der Warmwasser- und Heizungskosten muss die Heizkostenverordnung beachtet werden. Sie schreibt eine Aufteilung der Kosten nach Grundkosten und Verbrauch vor.

Weitere h├Ąufig genutzte Verteilerschl├╝ssel sind nach Wohneinheiten (WE) oder nach Verbrauch.

Unterschied zwischen Hausgeld und Wohngeld

Hausgeld ist das Geld, welches f├╝r die Bewirtschaftung, Pflege und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums bei Eigentumswohnungen monatlich zu zahlen ist. Oft wird der Begriff Hausgeld synonym mit Wohngeld verwendet. Nach M├Âglichkeit sollte man jedoch eine Unterscheidung vornehmen.

Der Begriff Wohngeld hat n├Ąmlich aufgrund einer Regelung des Wohngeldgesetzes noch eine andere Bedeutung. Danach ist Wohngeld eine Sozialleistung vom Staat, ein Zuschuss zur Miete f├╝r einkommensschwache B├╝rger.

Wann wird das Hausgeld abgerechnet?

In den meisten F├Ąllen wird das Hausgeld mit dem Ende des Kalenderjahres (01.01. ÔÇô 31.12.) berechnet. Das hei├čt, nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes werden die tats├Ąchlichen Gemeinschaftskosten (M├╝ll, Wasser, Gartenpflege, Heizung usw.) in der Jahresabrechnung mit jedem Eigent├╝mer abgerechnet.

Daf├╝r wird der Wirtschaftsplan ├╝berpr├╝ft und die monatlich gezahlten Hausgelder mit den tats├Ąchlich angefallenen Kosten und Verbr├Ąuchen verrechnet. Daraus ergibt sich f├╝r jeden Eigent├╝mer entweder eine Nachzahlung oder ein Guthaben.

Was sind Instandhalungskosten?

Auch Instandhaltungskosten flie├čen in das Hausgeld ein. Instandhaltungskosten sind diejenigen Kosten, die entstehen, wenn ein Geb├Ąude oder eine einzelne Wohnung in funktionsf├Ąhigem und nutzbarem Zustand gehalten werden soll. Laut DIN-Norm (31051) geh├Âren vier Elemente zu den Instandhaltungsma├čnahmen:

  1. Wartung
  2. Inspektion
  3. Instandsetzung
  4. Verbesserung

Instandhaltungsr├╝cklagen beim Hausgeld

Die Instandhaltungsr├╝cklage (auch Reparaturfonds, R├╝cklage, Erneuerungsfonds oder Instandhaltungsr├╝ckstellung) ist eine R├╝cklage f├╝r die langfristige Erhaltung der Liegenschaftswerte gem├Ą├č Wohneigentumsgesetz. Die R├╝cklage dient dazu, sowohl k├╝nftig anfallende, gr├Â├čere Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten (etwa einen Fassadenanstrich) als auch kurzfristig dringend erforderliche Reparaturen (etwa den Austausch der Heizungsanlage) zu finanzieren. Das ist wichtig f├╝r den Werterhalt und spiegelt sich in der Immobilienbewertung wider.

Instandhaltungsr├╝cklagen beim beim Wohnungskauf

Wer eine Wohnung kauft, sollte sich vorher ├╝ber Instandhaltungsr├╝cklage erkundigen und ├╝ber die H├Âhe des monatlichen Hausgeldes. Lassen Sie sich die__ Wirtschaftspl├Ąne der letzten Jahre__ zeigen. Dort ist ersichtlich, ob und welche Instandsetzungsarbeiten in den letzten Jahren vorgenommen wurden. Lesen Sie au├čerdem vor dem Kauf die Protokolle der letzten Eigent├╝merversammlungen. Sind die monatlich zu zahlenden Hausgelder sehr niedrig angesetzt, kann ein b├Âses Erwachen folgen, wenn umfangreiche Instandsetzungsarbeiten (zum Beispiel Fassadend├Ąmmung) notwendig sind. Reichen die R├╝cklagen nicht aus, werden die Eigent├╝mer mit einer hohen Sonderumlage zur Kasse gebeten.

Was passiert mit der Instandhaltungsr├╝cklage beim Verkauf?

Wird eine Eigentumswohnung verkauft, geht die Instandhaltungsr├╝cklage grunds├Ątzlich auf den K├Ąufer ├╝ber. Der Verk├Ąufer kann also in diesem Fall von der Wohnungseigent├╝mergemeinschaft nicht die anteilige Auszahlung der auf ihn entfallenden Instandhaltungsr├╝cklage an sich verlangen. Da die H├Âhe der Instandhaltungsr├╝cklage gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, ist beim Erwerb einer Eigentumswohnung genau zu pr├╝fen, wie hoch die R├╝cklage ist.

Hausgeld auf Mieter umlegen

Wer eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus vermietet hat, darf als Vermieter nicht alle Positionen des Hausgeldes auf seinen Mieter umlegen. Umlagef├Ąhig sind nur die in der der Betriebskostenverordnung (BetrKV) aufgef├╝hrten 17 verschiedenen Kostenarten.

Nicht umlegbar ist dagegen die Verwalterverg├╝tung einschlie├člich der Verwalter-Aufwendungen f├╝r Porto und der Kosten f├╝r die Abhaltung von Wohnungseigent├╝merversammlungen. Das gilt ebenso f├╝r die Bankgeb├╝hren des Hausgeldkontos (Kontof├╝hrungsgeb├╝hren). Auch die Zahlungen in die Instandhaltungsr├╝cklage und die Kosten der laufenden Instandhaltung sind nicht umlagef├Ąhig, wozu auch etwaige Gutachten zur Schadensverursachung oder -feststellung geh├Âren.

Umlagef├Ąhige Hausgeld Bestandteile:

  • Betriebskosten
  • Heizkosten

Nicht umlagef├Ąhige Hausgeld Bestandteile:

  • Laufende Instandhaltung, die nicht aus der R├╝cklage bedient wird
  • Bildung der Instandhaltungsr├╝cklage
  • Verwaltungskosten (z.B. Hausverwaltung, Bank, Porto, Raummiete Eigent├╝merversammlung usw.)

Aber unabh├Ąngig davon, ob eine Wohnung bewohnt ist oder leer steht ÔÇô der Eigent├╝mer muss das monatliche Hausgeld zahlen.

H├Ąufig gestellte Fragen:

Die H├Âhe des Hausgeldes ist individuell, denn auch die H├Âhe der Betriebskosten ist von Immobilie zu Immobilie unterschiedlich. Grunds├Ątzlich gilt: Je neuer eine Immobilie ist, desto geringer ist das zu zahlende Hausgeld.

Zum Hausgeld geh├Âren:

  • Betriebskosten
  • Verwaltungskosten
  • Instandhaltungskosten f├╝r das Gemeinschaftseigentum
  • Instandhaltungsr├╝cklage

Umlagef├Ąhige Bestandteile des Hausgeldes:

  • Betriebskosten
  • Heizkosten

Nichtumlagef├Ąhige Bestandteile des Hausgeldes:

  • Laufende Instandhaltung
  • Instandhaltungsr├╝cklage
  • Verwaltungskosten