Umschuldung

Umschuldung: So vermeiden Sie die Vorfälligkeitsentschädigung

Zahlreiche Deutsche sind dabei, einen Immobilienkredit abzuzahlen. Dabei sollten sie stets im Auge haben, dass sich die Zinskonditionen der Banken regelmäßig verändern – nicht zuletzt dank des EZB-Leitzins. Aktuell haben die Zinsen für Baugeld und Immobilienkredite einen historischen Tiefstand erreicht. Wer also vor Kurzem einen Immobilienkredit aufgenommen hat, der kann sich über gute Konditionen freuen.

Aber auch Verbraucher, die ihr Darlehen bereits vor mehreren Jahren bei einer Bank aufgenommen haben, können vom niedrigen Zinsniveau profitieren. Sie zählen zu dieser Gruppe und würden gern bessere Darlehenskonditionen erfahren? Dann sollten Sie die Möglichkeiten einer Umschuldung prüfen. Umschuldung, das heißt, Sie lösen Ihren bestehenden Kredit durch ein neues Darlehen bei einem anderen Kreditinstitut zu besseren Konditionen ab. Bevor Sie eine jedoch eine Umschuldung vornehmen, sollten Sie auch die anfallenden Kosten berücksichtigen und genau rechnen.

Umschuldung und Vorfälligkeitsentschädigung

Läuft Ihr Kredit bereits seit zehn Jahren, ist eine Umschuldung problemlos möglich. Ihre Bank darf dann keine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Gleiches gilt, wenn Sie einen Immobilienkredit mit variablem Zinssatz abgeschlossen haben. Dann können Sie Ihr Darlehen mit einer dreimonatigen Frist kündigen und auf eine andere Bank umschulden. In diesem Fall handelt es sich um eine rechtsgültige Kündigung, und die Bank kann für die Umschuldung keine Vorfälligkeitsentschädigung einfordern.
Kreditnehmer, die planen, ihren Immobilienkredit vor Ablauf der vertraglich vereinbarten Zinsbindung umzuschulden, müssen dagegen auf die Kulanz der Bank hoffen. Sollte die Bank einer vorzeitigen Umschuldung des Immobilienkredites zustimmen, muss der Kreditnehmer mit der Zahlung einer Ablösesumme für sein Darlehen rechnen. Denn die Bank erfährt durch eine frühzeitige Auflösung des Vertrages finanzielle Verluste – hatte sie doch bei Abschluss eine längere Laufzeit mit entsprechenden Zinseinnahmen eingeplant gehabt. Den durch die Umschuldung entstandenen Schaden der Bank muss der Kunde durch eine sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung ausgleichen. Die Umschuldung des Immobilienkredites auf ein Darlehen bei einer anderen Bank ist daher nur sinnvoll, wenn die Ersparnis durch die niedrigeren Zinsen höher wäre als die Vorfälligkeitsentschädigung, die an die bisherige Bank gezahlt werden müsste.

Fehler beim Vertragsabschluss?

Eine weitere Möglichkeit, wie Sie um eine Vorfälligkeitsentschädigung herumkommen, ist, wenn das das Kreditinstitut einen Fehler beim Vertragsschluss gemacht hat. Viele Banken haben auf Grund ständiger Gesetzesänderungen in den letzten Jahren falsche Widerrufsbelehrungen in den Verträgen verwendet. Finden sich im Vertrag Fehler, hat der Kreditnehmer das Recht, den Kredit zu widerrufen. In diesem Fall kann der Kredit direkt zurückgezahlt werden, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung entrichtet werden muss.