Maklergebühren: Welche Gebühren fallen beim Immobilienverkauf an?

Maklergebühren: Welche Gebühren fallen beim Immobilienverkauf an?

Ein guter Immobilienmakler nimmt seinem Auftraggeber bei der Vermarktung eine Menge Arbeit ab und erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf. Da der Makler eine verantwortungsvolle Aufgabe erledigt, muss er seriös arbeiten und sollte vollstes Vertrauen seiner Kunden genießen. Dementsprechend fallen bei einem erfolgreichen Abschluss Gebühren an. Ob man diese nun Maklergebühren, Provision oder Courtage nennt und wie hoch sie ausfallen können, lesen Sie hier.

Welche Maklergebühren fallen an?

Umgangssprachlich taucht immer wieder das Wort „Maklergebühren“ auf. Wenn man aber genau sein möchte, sind Gebühren ein fester Betrag, der für eine Dienstleistung oder für die Benutzung einer Sache zu entrichten ist. Das Wort ist im Zusammenhang mit Immobilien nicht ganz unproblematisch, meint es doch eine Summe, die unabhängig vom Betrag ist. Dies wäre der Fall, wenn die Maklerdienstleistung zu einem Festpreis angeboten wird. Eine Provision bzw. Courtage hingegen ist ein flexibles Entgelt für die Vermittlung eines Handels.

Wenn also durch die Vermittlungstätigkeit eines Immobilienmaklers ein Kauf- oder Mietvertrag zustande gekommen ist, so darf der Makler diese Maklercourtage bzw. Maklerprovision verlangen. Diese Provision ist keinesfalls als eine Aufwandsentschädigung zu sehen, sondern als ein Erfolgshonorar. Der Anspruch des Maklers auf dieses Honorar kann natürlich nur zustande kommen, wenn ein Maklervertrag zwischen ihm und dem Auftraggeber geschlossen wurde. Was viele nicht wissen: Ein rechtsgültiger Vertrag kann auch mündlich geschlossen werden!

Zusätzliche Aufwendungen haben Sie nur zu ersetzen, wenn dies so vereinbart war. Das gilt auch, wenn kein Maklerauftrag zustande gekommen ist.

Maklercourtage: Wie viel kann ein Makler verlangen und wer zahlt?

Im Gegensatz zur Immobilienvermietung gibt es beim Verkauf keine Gebührenordnung, die die Vergütung regelt. Die Höhe ist daher frei verhandelbar und orientiert sich an den marktüblichen Regelungen. In Deutschland liegt die Provision üblicherweise zwischen drei und sechs Prozent der Kaufpreissumme zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Wer die Provision übernimmt, ist ebenfalls regional unterschiedlich. Dabei gibt es eine Differenzierung zwischen drei Formen:

  • Innenprovision: Dabei übernimmt der Verkäufer der Immobilie die Courtage.
  • Außenprovision: Der Käufer hat die Provision zu entrichten.
  • Mischform der Provision: Beide Seiten übernehmen einen Teil der Courtage. In welchem Verhältnis sie geteilt wird, ist regional unterschiedlich. Üblicherweise übernehmen Käufer und Verkäufer jeweils die Hälfte der Provision. Somit entsteht eine Bruttocourtage von jeweils 3,57%.

In einigen Bundesländern wird die Provision üblicherweise komplett vom Käufer (Außenprovision) getragen: Hamburg, Bremen, Hessen, Berlin, Brandenburg. HAUSGOLD hat eine genaue Tabelle erstellt, der Sie entnehmen können, welche Provisionsregelungen in den einzelnen Bundesländern herrschen. Beachten Sie, dass es nicht nur zwischen den Bundesländern Unterschiede gibt, sondern auch zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Alle genauen Konditionen werden vor der Vermarktung zwischen Ihnen und dem Makler geklärt. Sie sind unter Umständen verhandelbar, da der Makler frei darüber entscheiden kann, wer die Provision nach Kaufvertragsabschluss bezahlen muss. Zu zahlen ist die Maklerprovision erst bei Abschluss des Kaufvertrages. Die Berechnungsgrundlage hierfür bildet der Kaufpreis im Notarvertrag.

Das sollten Sie über Maklergebühren wissen

Damit nach dem Abschluss eines Maklervertrages keine Überraschungen auftauchen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Provisionsanspruch trotz des Verkaufs an Bekannte:  Wenn Sie mit dem Immobilienmakler eine Provisionsvereinbarung getroffen haben und beispielsweise ein Verwandter Ihre Immobilie erwirbt, so hat der Makler trotzdem einen Provisionsanspruch.
  • Stillschweigend der Provision zustimmen: In den meisten Exposés der Makler steht geschrieben, dass der Käufer bei Abschluss eines Kaufvertrages eine Provision zu tragen hat. Wenn Sie nach Erhalt des Exposés um weitere Informationen oder um einen Besichtigungstermin bitten, dann stimmen Sie somit der Provision zu. Jedoch muss der Makler dies unmissverständlich formulieren.
  • Doppelte Maklergebühren: Falls sowohl Käufer als auch Verkäufer unterschiedliche Immobilienmakler einschalten, kann es für den Käufer zu einer doppelten Provisionspflicht kommen. Klären Sie also den Vermittlungsanspruch der Parteien rechtzeitig!
  • Provisionsvereinbarung zwischen Makler und Verkäufer: Oft wird zwischen dem Makler und dem Verkäufer vereinbart, dass die Provision bei einem Kaufvertragsabschluss von dem Käufer zu entrichten ist. Derlei Vereinbarungen sind jedoch unwirksam. Der Makler darf von dem Käufer nur das verlangen, was er mit ihm vereinbart hat.
  • Maklergebühren sind nur in bestimmten Fällen steuerlich absetzbar: Bei einem Immobilienverkauf sind die Maklergebühren nur dann steuerlich absetzbar, wenn ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn entstanden ist. Die Spekulationsfrist gilt also für alle fremdgenutzten Immobilien. Diese legt fest, dass man ein Haus oder eine Eigentumswohnung nur dann steuerfrei wieder verkaufen kann, wenn man sie mehr als 10 Jahre lang besessen hat.
  • Maklergebühren bei Rückabwicklung des Vertrags: Wenn die Vertragsparteien beispielsweise nach dem Notartermin eine Auflösung des Vertrags vereinbaren, so behält der Immobilienmakler seinen Provisionsanspruch. Das gilt natürlich nur, wenn der Makler seine Vermittlungsleistung korrekt erbracht hat und der Kaufvertrag wirksam zustande gekommen ist.

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Um Ihnen bei der Maklersuche behilflich zu sein, hat HAUSGOLD ein Netzwerk von qualifizierten, erfahrenen und zuverlässigen Maklern aufgebaut. Diese stehen Ihnen im gesamten Verkaufsprozess helfend und beratend zur Seite: Von der realistischen Einschätzung des Verkaufspreises, der Angebotsgestaltung bis hin zur Besichtigung und Preisverhandlung.

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