Grundstückseigentümer, Felder mit Schuppen

Verkaufstipps für Grundstückseigentümer

Wer ein Grundstück kaufen will, der hat andere Fragen als ein Haus- oder Wohnungskäufer. Darum sollte ein Grundstückseigentümer, der verkaufen will, genau wissen, welche baulichen Möglichkeiten sein Grundstück bietet und wer als möglicher Käufer in Frage kommt. HAUSGOLD gibt Grundstückseigentümern Tipps für einen erfolgreichen Verkauf.

Bebauungsplan, Bodenrichtwert und Bauvoranfrage… Soll ein Grundstück verkauft werden, gibt es für den Grundstückseigentümer viele Formalitäten, die er einholen sollte, bevor er sein Grundstück zum Verkauf anbietet.

Was ist auf dem Grundstück erlaubt?

Jedes Grundstück ist einzigartig und jeder Käufer ist individuell. Als erstes stellt sich die Frage, was der potentielle Käufer mit dem Grundstück vorhat. Will er auf dem Grundstück bauen? Was will er auf dem Grundstück bauen? Darf er das überhaupt? Ist das Grundstück an das Straßennetz sowie an Ver- und Entsorgungsleitungen angeschlossen? Wenn nicht, dann plant die Gemeinde möglicherweise, das Grundstück zu erschließen? Diese Fragen sollte ein Grundstückseigentümer vor dem geplanten Verkauf unbedingt klären. Je nachdem, ob das Grundstück erschlossenes Bauland, Bauerwartungsland oder reines Ackerland ist, ändert sich die Zielgruppe. Für ein Grundstück, auf dem nur ein Einfamilienhaus errichtet werden darf, kommen in erster Linie Privatpersonen als Käufer in Frage. Größere Grundstücke für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeimmobilien sind für Investoren und Bauträger interessant. Ackerland kaufen häufig Landwirte.

Wie viel ist ein Grundstück wert?

Je nach Lage variieren Grundstückswerte in Deutschland erheblich. Während die Quadratmeterpreise in gefragten Stadtlagen vierstellige Beträge erreichen, werden Grundstücke auf dem Land teilweise nur mit wenigen Euro pro Quadratmeter bewertet. Für einen erfolgreichen Verkauf müssen Grundstückseigentümer ihr Grundstück vorab exakt bewerten. Dabei haben verschiedene Faktoren Einfluss auf den Wert eines Grundstücks.

  1. Die Makrolage

Mit der Makrolage wird die Region, die Stadt oder der Stadtteil beschrieben. Auch die Infrastruktur, wie Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Schulen etc., spielen in die Lage hinein. Je besser die Region angebunden und je erfolgreicher sie wirtschaftlich aufgestellt ist, umso höher liegt in der Regel der Wert für Grundstücke.

  1. Die Mikrolage

Die Mikrolage bezeichnet die unmittelbare Umgebung und den Zustand des Grundstücks. Sie kann sogar für dramatisch abweichende Verkaufspreise von benachbarten Grundstücken sorgen. Zur Mikrolage gehören individuelle Merkmale, wie die Ausrichtung des Grundstücks, Aussicht, Beeinträchtigung durch Verkehr & Gewerbe, Hanglage, Erscheinungsbild der Nachbarschaft, Parkplätze etc.

  1. Bebauungsmöglichkeiten

Je mehr Bebauung auf einem Grundstück errichtet werden darf, desto höher wird das Grundstück bewertet. Grundstücke, die nicht bebaut werden dürfen, sind nahezu wertlos. Auch Bauerwartungsland ist in der Regel teurer als reines Ackerland.

  1. Grundstücksbeschaffenheit

Altlasten im Boden oder abrissbedürftige Gebäude mindern den Grundstückswert in Höhe der Beseitigungskosten.

Wo gibt es Informationen zum Grundstück?

Grundstückseigentümer sollten zu Beginn des Verkaufsprozesses unbedingt wissen, ob bzw. welche Baumaßnahmen auf dem Grundstück möglich sind, um dann gezielt die entsprechenden Zielgruppen anzusprechen. Der Bebauungsplan gibt Grundstückseigentümern Auskunft, ob es sich bei einem Grundstück um Bauland handelt. Der Flächennutzungsplan informiert darüber, wie man auf dem Grundstück bauen darf. Liegt bei der Gemeinde kein qualifizierter Bebauungsplan vor, kann der Interessent oder Eigentümer eine Bauvoranfrage stellen, die wesentlich einfacher strukturiert und kostengünstiger als ein Bauantrag ist. So erhält der Grundstückseigentümer eine rechtverbindliche Auskunft, die dem Käufer Sicherheit über die Nutzbarkeit gibt. Bei Unsicherheiten können darüber hinaus Behörden und qualifizierte Immobilienmakler dem Grundstückseigentümer helfen.

Was ist Bauerwartungsland?

Bauerwartungsland, das sind solche Grundstücke, bei denen in Zukunft mit einer Bebaubarkeit zu rechnen ist. Anhaltspunkte dafür, ob ein Grundstück Bauerwartungsland ist, finden Grundstückseigentümer im Flächennutzungsplan, wo das entsprechende Gebiet beispielsweise als allgemeines Wohngebiet gekennzeichnet sein kann. Auch lassen die allgemeine städtebauliche Entwicklung der Gemeinde und das entsprechende Verhalten der planenden Behörden auf künftiges Bauland schließen, zum Beispiel durch Ausbau der Kanalisation und anderer Versorgungsleitungen.

Wie wird Bauerwartungsland zu Bauland?

Es liegt in der Hand der Gemeinde, ob Flächen, die im Flächennutzungsplan als Baugrund vorgesehen sind, tatsächlich auch zu Bauland gemacht werden. Dazu muss die Gemeinde oder ein Investor einen Bebauungsplan aufstellen. Oder die Gemeinde erklärt das Gebiet zum Ortsteil.

Achtung: Eine Bebauung von Bauerwartungsland, die sich lediglich auf den Flächennutzungsplan beruft, ist rechtlich nicht möglich. Auch wenn im Grundstückskaufvertrag der Begriff Bauerwartungsland steht, ist dies keine Garantie dafür, dass ein Grundstück erworben wird, das später tatsächlich bebaubar wird. Fragen dazu beantworten die Baubehörden in den Gemeinden.

Entspricht der Bodenrichtwert dem Verkaufspreis?

Wenn es um die Bewertung eines Grundstücks geht, fällt oft der Begriff Bodenrichtwert, den Grundstückseigentümer bei ihrer Gemeinde erfragen können. Potentielle Verkäufer sollten den Bodenrichtwert jedoch mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Er ist nicht automatisch mit dem avisierten Verkaufspreis gleichzusetzen. Weitere, individuelle Faktoren bestimmen den tatsächlich möglichen Preis. Dazu zählen die Lage, Infrastruktur, angrenzende Gebäude, Hanglage oder die Ausrichtung nach Norden oder Süden, Westen oder Osten. Sie beeinflussen unmittelbar die Attraktivität eines Grundstücks.

Erfolgreicher Grundstücksverkauf

Nachdem die Grundstückseigentümer die notwendigen Formalitäten geklärt haben, geht es an die Preisfrage. Eine realistische Einschätzung des Grundstückswerts ist das A und O für den Verkauf.

Tipp: Ein kompetenter Immobilienmakler, der bereits in der Vergangenheit Grundstücke vermarktet hat, kann Eigentümer davor bewahren, ein Grundstück zu günstig oder zu teuer anzubieten. Bei einem zu niedrigen Preis verliert der Grundstückseigentümer bares Geld. Ist der Verkaufspreis zu hoch angesetzt, melden sich in der Regel keine Interessenten. Ein guter und passender Makler verfügt nicht nur über entsprechendes Know-how, sondern auch über Kontakte zu passenden Investoren, Bauträgern und Kaufinteressenten. Er weiß außerdem, in welchen Medien (Tageszeitung, Internet, Aushang im Maklerbüro) eine Bewerbung des Grundstücks sinnvoll ist. Ein guter und qualifizierter Makler steht dem Grundstückseigentümer bis zum erfolgreichen Verkauf mit Rat und Tat zur Seite: von der Beratung, über die Wertermittlung und die Vermarktung bis hin zum Grundstücksverkauf.