Grunderwerbsteuer Haus

Die Grunderwerbsteuer – Was Käufer über die Steuer wissen sollten

 

Ein Heim ihr Eigen zu nennen ist der Traum vieler Menschen. Doch neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen noch viele weitere Kostenpunkte an. Einer ist dabei auch die Grunderwerbsteuer, die anfällt, sobald ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück den Eigentümer wechselt.

Nach dem Kauf einer Immobilie oder eines Grundstückes ist die Grunderwerbsteuer nach Aufruf an das Finanzamt zu zahlen. Neben den klassischen Kaufverträgen wird die Grunderwerbsteuer ebenfalls bei Grundstückstauschverträgen, Überlassungen, Grundstücksteilungen und bei Meistgeboten in Zwangsversteigerungsverfahren erhoben. Wie hoch die Abgabe zum Grunderwerb ist und viele weitere wichtige Fragen rund um das Thema Grunderwerbsteuer werden im Folgenden beantwortet.

Wer muss die Grunderwerbsteuer zahlen?

Grundsätzlich fällt die Grunderwerbsteuer an, sobald ein Wohnobjekt oder ein Grundstück in den Besitz einer anderen Person übergeht. Der neue Besitzer des Hauses, der Wohnung oder des Grundstückes wird dann baldig schriftlich vom Finanzamt zur Zahlung der Steuer aufgefordert. Anders als beispielsweise bei der Maklerprovision, kann die Grunderwerbsteuer nicht zwischen Verkäufer und Käufer geteilt werden. Die Grunderwerbsteuer muss der neue Eigentümer des Kaufobjektes allein tragen.

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Wer ist von der Grunderwerbsteuer befreit?

Nach dem Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) sind Immobilienkäufer ersten Verwandtschaftsgrades, also Eltern und Kinder, von der Steuer befreit. Ebenso wird der Kauf einer Immobilie oder eines Grundstückes vom Ehepartner während der andauernden Ehe oder während eines Scheidungsprozesses nicht besteuert. Einen Steuererlass der Grunderwerbssteuer findet ebenfalls bei Erbschaften und Schenkungen Anwendung. Hier ist allerdings zu beachten, dass trotz der Befreiung der Grunderwerbsteuer die neuen Besitzer des Objektes die Erbschaftssteuer an das Finanzamt abgeben müssen. Das Grunderwerbssteuergesetz sieht ebenfalls eine Steuerbefreiung bei Immobilien- und Grundstückskäufen bis zu einem Kaufbetrag von 2.500 Euro vor (§3 Abs. 1 GrEStG).

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

Wie hoch die Steuer ist, entscheidet das jeweilige Bundesland selbst. Als Grundlage zur Berechnung der Grunderwerbsteuer gilt der notariell beglaubigte Kaufpreis der Immobilie oder des Grundstückes. Diesen Kaufpreis multiplizieren die Finanzämter mit dem Grunderwerbsteuersatz, der allerdings seit dem 1. Januar 2006 von den einzelnen Bundeländern bestimmt wird. So variiert die Höhe der Grunderwerbssteuer innerhalb Deutschlands erheblich. Mit 3,5 Prozent des Kaufpreises ist die Steuer in den Bundesländern Bayern und Sachsen am niedrigsten. Den höchsten Steuersatz müssen Käufer von Häusern, Wohnungen und Grundstücken in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und im Saarland an das zuständige Finanzamt zahlen.

Bundesland Grunderwerbsteuersatz (Stand 2018)
Baden-Württemberg 5 %
Bayern 3,5 %
Berlin 6 %
Brandenburg 6,5 %
Bremen 5 %
Hamburg 4,5 %
Hessen 6 %
Mecklenburg-Vorpommern 5 %
Niedersachsen 5 %
Nordrhein-Westfalen 6,5 %
Rheinland-Pfalz 5 %
Saarland 6,5 %
Sachsen 3,5 %
Sachsen-Anhalt 5 %
Schleswig-Holstein 6,5 %
Thüringen 6,5 %

Wann muss die Grunderwerbsteuer gezahlt werden?

Die Grunderwerbsteuer ist unmittelbar nach dem Kauf des Objektes fällig. Sobald die Verkäufer und Käufer den notariellen Kaufvertrag unterzeichnet haben, informiert der Notar das Finanzamt über Höhe, Datum und Beteiligte dieses Kaufes. Das Finanzamt sendet daraufhin den Gewerbesteuerbescheid sehr zügig an die neuen Eigentümer.

Der Gesamtbetrag der Steuer ist nach Eingang des Bescheides innerhalb von vier Wochen an das Finanzamt zu zahlen (§15GrEStG). Die schnelle Abwicklung der Steuer ist nicht nur im Sinne des Finanzamtes. Auch für die neuen Besitzer ist eine schnelle Bezahlung der Rechnung von Vorteil, denn erst nach Eingang der Zahlung, erhalten die neuen Immobilienbesitzer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung und dürfen sich offiziell als neue Eigentümer des Kaufobjektes in das Grundbuch eintragen lassen.

Wie Sie die Grunderwerbsteuer reduzieren und so sparen können, erfahren Sie mit diesen sieben Tipps.

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