Der Gewerbemakler
Was er macht, wobei er Ihnen helfen kann und wie Sie einen passenden Makler finden

Ein Gewerbemakler handelt, wie der Name schon sagt, nicht mit Wohnimmobilien, sondern mit Gewerbeimmobilien. Für diese Immobilien gelten zum Beispiel andere Gesetze und Bedingungen als für Wohnobjekte. Die Gemeinsamkeit mit Wohnimmobilien ist jedoch, dass sich ein Makler als überaus hilfreich erweisen kann, weil er Ihnen viele wichtigen Aufgaben abnimmt und Ihnen dabei verhilft, Ihre Immobilie erfolgreich zu verkaufen.

Hier erfahren Sie, welche Aufgaben ein Gewerbemakler hat, wie Sie ihn ausfindig machen und wie Sie erkennen, ob dieser professionell sowie seriös ist. Das und vieles mehr lesen Sie in diesem Artikel!

Gewerbemakler finden

Aufgaben eines Gewerbemaklers

Ein Gewerbemakler übernimmt zahlreiche Aufgaben, weswegen er eine unerlässliche Hilfestellung bei der Vermarktung von Gewerbeimmobilien ist. Zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem:

  • die Immobilienbewertung
  • die Bestimmung des Miet-/ Kaufpreises
  • die Vermarktung des Gewerbeobjektes, wie das Finden passender Werbekanäle
  • die Erstellung eines aussagekräftigen Exposés bei einem Verkauf
  • die Kontaktherstellung potenzieller Mieter / Käufer
  • die Überprüfung der Bonität dieser
  • die Gestaltung des Miet-/ Kaufvertrags
  • die Begleitung zum Notartermin bei einem Kauf
  • der After-Sales-Service

Gewerbemietvertrag

Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie verkaufen oder aber auch vermieten möchten, kann Ihnen ein Gewerbemakler eine unerlässliche Hilfe dabei sein. Vor allem bei der Vermietung Ihres Objektes ist der Makler für Sie eine große Stütze, wenn es um den Gewerbemietvertrag geht. Hier gelten in gesetzlicher Hinsicht nämlich größere Freiräume, was die Gestaltung komplexer macht, als die eines “normalen” Mietvertrages.

Das liegt daran, dass der später erzielbare Verkaufspreis der Gewerbeimmobilie von den Konditionen der Vermietung abhängig ist. Deswegen ist das Heranziehen eines Gewerbemaklers besonders wichtig. Er führt beide Parteien geschickt durch die Komplexität von Gewerbeimmobiliengeschäfte, wodurch er nicht nur für sich, sondern auch für seine Kunden eine Win-Win-Situation kreiert.

Wenn eine ursprünglich vermietete Gewerbeimmobilie verkauft werden soll, orientiert sich der Verkaufswert an den Mieteinnahmen und wird beispielsweise mithilfe des Ertragswertverfahrens ermittelt.

Das heißt: Bei dem Verkauf Ihrer Gewerbeimmobilie wird der Makler den bestmöglichen Verkehrswert berechnen und einen geeigneten sowie zahlungsfähigen Käufer für Ihre Immobilie finden.

Bei Lager- und Büroflächen besteht beispielsweise zudem eine erhöhte Flexibilität bei der Gestaltung der Innenräume. Sie wissen ganz genau, wie sie diese am besten präsentieren. So lassen sich bei Büroimmobilien beispielsweise provisorische Trennwände setzen, die einer “echten” Wand gleichen. Diese Fähigkeit erfordert Kreativität, aber auch etwas Geschick: Sie sind zum Beispiel zudem in der Lage, ein Objekt, welches eigentlich vom Gesuchten abweicht, so attraktiv zu gestalten, dass es dennoch infrage kommen könnte.

Was sind eigentlich Gewerbeimmobilien?

Bei Gewerbeimmobilien handelt es sich nicht um bewohnbare Objekte, sondern um Immobilien, die ausschließlich für Beschäftigungen genutzt werden. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • Verwaltungs- oder Bürogebäude
  • Supermärkte oder Einkaufszentren
  • Restaurants oder Hotels
  • Arztpraxen oder Krankenhäuser

Die Unterscheidung zu einem “privaten” Makler

Der erste große Unterschied liegt bereits auf der Hand: Ein Gewerbemakler vermarktet Gewerbeimmobilien und ein “privater” Makler Wohnimmobilien. Gewerbeobjekte werden nämlich nur für Beschäftigungszwecke genutzt, während die anderen Objekte ausschließlich zum Wohnen genutzt werden.

Zudem betreut ein Gewerbemakler nicht hauptsächlich Privatpersonen, sondern anspruchsvollere Kundensegmente, wie zum Beispiel Geschäftsgründer oder Selbstständige. Demnach ist die Kommunikation hier eher formeller und unpersönlicher als bei Kunden von Wohnimmobilien.

Aus dieser Vielfältigkeit des Kundenklientels lässt sich ein weiterer Unterschied ableiten: Aufgrund dessen, dass es sich bei den Kunden meist um solche handelt, die im wirtschaftlichen Bereich arbeiten, ist es oft von Vorteil, wenn ein Gewerbemakler betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder einen Abschluss in dieser Lehre vorweisen kann.

Einen weiteren Unterschied finden Sie im kommenden Abschnitt: Die Aufteilung der Maklerkosten zwischen den beiden Vertragsparteien.

Die Maklerprovision eines Gewerbemaklers

Bei der Vereinbarung der Höhe der Maklerprovision besteht bei Gewerbeimmobilien Vertragsfreiheit. Somit kann jeder Gewerbemakler beim Immobilienverkauf oder der Immobilienvermietung die Maklerprovision mit seinem Kunden verhandeln. Demnach findet hier, anders als bei den Wohnimmobilien, das Bestellerprinzip keine Anwendung und auch nicht die Außenprovision. Das heißt, dass die Maklerkosten zwischen den Vertragsparteien nicht aufgeteilt werden.

Hier kann die aktuelle Marktsituation als Maßstab dienen:

  • Nachfrage > Angebot: Es handelt sich um einen Verkäufermarkt. Die Maklerkosten trägt der Käufer oder der Mieter.
  • Angebot > Nachfrage: Es handelt sich um einen Käufermarkt, also um eine Innenprovision. Der Immobilieneigentümer wird die Maklerprovision selbst tragen müssen.

Bei einer Vermittlung eines Gewerbemietvertrags mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren, wird oft eine Maklerprovision von drei Monatsmieten angesetzt. Ist die Vermietungszeit länger, werden vier Monatsmieten und mehr veranschlagt. Einige Immobilienmakler für Gewerbeobjekte ziehen dafür die Bruttomonatsmieten heran. Andere greifen auf die Nettomonatsmieten zurück.

Einen guten Gewerbemakler finden

Als Gewerbemakler kann sich prinzipiell jeder bezeichnen, sofern er einen Gewerbeschein besitzt. Deswegen ist es besonders wichtig, sorgfältig nach einem geeigneten Makler für Gewerbeimmobilien zu suchen. Empfehlungen von Bekannten, Geschäftspartnern oder anderen Gewerbetreibenden können hilfreich sein. HAUSGOLD ist Ihnen gerne bei der Maklersuche behilflich. Denn alle unserer 3.000 Immobilienmakler sind sorgsam auf Qualität und Professionalität geprüft worden.

Einen guten Gewerbemakler erkennen

Ein Gewerbemakler muss einige Faktoren erfüllen, damit dieser als erfahren und gut in seinem Beruf gilt. Hier sind ein paar Grundkriterien, an denen Sie einen seriösen Makler für Gewerbeimmobilien erkennen können:

Professionelles Erscheinungsbild

Wie so oft zählt auch hier der erste Eindruck und das nicht nur bei dem ersten persönlichen Aufeinandertreffen, sondern auch in Bezug auf die Präsenz im Bekanntenkreis und im Internet:

  • Wirkt der Makler seriös und professionell?
  • Sind seine Kontaktdaten vollständig?
  • Kann er alle meine Fragen kompetent beantworten?

Der Nachweis von Referenzen

Ein erfahrener Gewerbemakler verfügt über einen soliden Kundenstamm und ist bereits seit Jahren im Immobilienmarkt aktiv. Seine Referenzen können Sie einsehen, um sich ein besseres Bild von seinem Geschäftsfeld zu machen. Natürlich können Sie auch bei den Gewerbekunden direkt nachfragen, wie Sie den Makler einschätzen und beurteilen. Als Faustregel können Sie sich jedoch merken: Je mehr Gewerbeimmobilien der Makler bereits vermarktet bzw. vermittelt hat, desto erfolgreicher ist dieser.

Gewerbemakler müssen gemäß § 34c der Gewerbeordnung einen Makler- bzw. Gewerbeschein besitzen, um eine Berufstätigkeit ausführen zu können. Auch ein betriebswirtschaftliches Studium oder eine kaufmännische Ausbildung dienen als verlässliche Referenzen.

Verbandsmitgliedschaften und Bewertungen

Ein weiteres Qualitätskriterium kann die Mitgliedschaft in Verbänden wie der RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) oder IVD (Immobilienverband Deutschland) sein. Online-Bewertungen erweisen sich oft ebenfalls als hilfreich, sofern sie authentisch sind. Des Weiteren helfen Makler-Zertifikate für unterschiedliche Geschäftsbereiche, denn sie weisen auf die Qualität des Gewerbemaklers hin.

Beratungsablauf

Bereits bei der Beratung merken Sie, wie kompetent ein Makler ist. Anstelle mit komplizierten Fachbegriffen zu glänzen, sollte er Ihnen, angepasst an Ihre Anforderungen, wertvolles Wissen vermitteln und Ihnen so die wichtigen Schritte eines Gewerbeimmobiliengeschäfts aufzeigen. Darüber hinaus sollte er sehr gut über die lokalen Standorte und über die Bedürfnisse seiner Kunden informiert sein, sodass er Sie in dieser Hinsicht bestens beraten kann.

Transparenter Arbeitsstil

Klare Rechnungen bewahren die Freundschaft. Bei Geschäftsbeziehungen ist dies nicht anders. Ein seriöser Gewerbemakler informiert Sie umfangreich und umgehend über die Kostenstruktur. Er legt Ihnen dar, wie hoch die Maklercourtage ist und ob er eine Außen- oder Innenprovision veranschlagt. Prüfen Sie auch den Maklervertrag auf Vollständigkeit und stellen Sie bei Bedarf Fragen. Hier sehen Sie, wie ein möglicher Maklervertrag (Alleinauftrag) aussehen könnte.

Fazit: Was für einen Gewerbemakler spricht

Wenn Sie Ihre Gewerbeimmobilie selbstständig vermieten oder verkaufen wollen, müssen Sie also nicht nur genügend zeitliche Kapazitäten aufbringen, sondern auch die notwendigen Kompetenzen besitzen, das Objekt erfolgreich zu vermarkten. Wenn Sie sich jedoch für einen Immobilienexperten entscheiden, werden Ihnen zahlreiche Aufgaben abgenommen. Es gibt also viele Gründe, die für die Beauftragung eines Gewerbemaklers sprechen. Hier sehen Sie einige der bereits aufgegriffenen Vorteile eines Maklers zusammengefasst:

umfassende Kenntnisse über die aktuelle Immobiliensituation und die Entwicklungstendenzen

professionelle und realistische Wertermittlung Ihres Gewerbes

erforderliche Fachkenntnisse und Qualifikationen für die vielfältigen Aufgaben

umfangreiches Wissen über das Gewerbemietrecht

großes Netzwerk inklusiver potenzieller Kunden

Verhandlungskompetenz und der richtige Umgang mit Kunden

schnellerer und sicherer Verkaufsprozess aufgrund der Bonitätsprüfung

Zögern Sie demnach nicht, nach einem professionellen Gewerbemakler Ausschau zu halten. Wir finden gerne einen lokalen Gewerbemakler für Sie!

Häufig gestellte Fragen:

Die Maklerprovision vereinbaren Makler und Auftraggeber frei. Dabei legt der Auftraggeber fest, inwiefern die Courtage zwischen ihm und dem Käufer bzw. Mieter geteilt wird. In der Praxis wird oft die Regelung im betreffenden Bundesland übernommen, welche auch für Wohnobjekte gilt.

Doch Achtung: Das muss nicht sein. Oft hängt es schlichtweg von der Marktsituation ab, wer letztlich die Maklerprovision zahlt. Dort, wo die Nachfrage nach Gewerbeobjekten das Angebot übersteigt, zahlt häufig der Käufer bzw. Mieter die Maklerprovision. Ist die Situation genau andersherum und handelt es sich somit um einen Mieter-/Käufermarkt, dann ist der Eigentümer eher dazu bereit, die Courtage zu übernehmen.

Hier erfahren Sie mehr!

Seit Ende 2020 gibt es eine Neuregelung für die Maklerprovision. Sie greift allerdings nicht für Gewerbemakler, denn es ist ein „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“.

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