Die Grundschuld wird in der Regel benötigt, wenn ein Haus gebaut oder eine Immobilie gekauft werden soll. Denn wird der Kreditnehmer zahlungsunfähig, kann die Bank notfalls das Haus zwangsversteigern. Doch was passiert mit der Grundschuld, wenn der Kreditnehmer das Haus abbezahlt hat? Wir erklären Ihnen alles, was Sie zur Löschung der Grundschuld wissen müssen!

Grundschuldlöschung im Überblick:

➤ Die Grundschuld ist eine Kreditsicherheit für den Kreditgeber die im Fall einer Zahlungsunfähigkeit eingesetzt werden kann.
➤ Die Kosten für eine Grundschuldlöschung betragen 0,2% - 0,4% des Grundschuldbetrages.
➤ Eine Grundschuldlöschung kann erst nach Abzahlung des Kredites aktiv vom Kreditnehmer mit einem notariell beglaubigten Löschungsantrag beantragt werden.
➤ Bei dem Verkauf einer Immobilie kann ein Grundschuld-Eintrag zu Verzögerungen führen.

Die unterschiedlichen Arten der Grundschuld

Es gibt zwei Arten der Grundschuld. Einerseits die Buchgrundschuld und andererseits die Briefgrundschuld. Die Buchgrundschuld wird nur im Grundbuch eingetragen. Die Briefgrundschuld jedoch wird darüber hinaus auch in einem Wertpapier verbrieft und kann durch die Übergabe des Grundschuldbriefes an eine andere Person übertragen werden. Aus diesem Grund ist auch die Vorlage des Originalbriefes auch zwingend erforderlich für die Löschung.

Tipp: Lesen Sie hier alles über die Grundschuld beim Hausverkauf

Löschung der Grundschuld: Ja oder nein?

Aufgrund der Kosten, die eine Löschung mit sich bringt, sollten Eigentümer prüfen, ob sie die Grundschuld nicht weiterverwenden können. Denn im Gegensatz zur Hypothek ist die Weiterverwendung der Grundschuld möglich. Es gibt schließlich alternative Möglichkeiten, mit denen man die Grundschuld für andere Zwecke nutzen und Geld sparen kann. Aber auch wenn die Löschung der Grundschuld relativ teuer ist, ist sie auch sicherer und sollte gut überlegt sein.

Grundschuld löschen - Welche Kosten können Sie erwarten?

Die Kosten der Grundschuldlöschung sind von der Höhe der Grundschuld abhängig. Handelt es sich beispielsweise um eine Grundschuld im Wert von 150 000 Euro, so würde die Löschung etwa 400 Euro kosten. Davon geht etwa die eine Hälfte an den Notar und die andere Hälfte an das Grundbuchamt.

Löschungsbewilligung - Wie und wann können Sie die Grundschuld löschen lassen?

Nachdem alle Kredite bei einem Kreditgeber vom Kreditnehmer abbezahlt worden sind, kann der Kreditgeber eine Löschungsbewilligung ausstellen. Diese Löschungsbewilligung ist für die Löschung der Grundschuld im Grundbuch notwendig und kann nur nach vollständiger Rückzahlung aller Darlehen und Kredite ausgestellt werden.

Alternativen zur Löschung des Grundbucheintrags

Es ist auch möglich, die Grundschuld einfach nicht aus dem Grundbuch zu löschen. Ist das Haus abbezahlt, kann sie nämlich im Gegensatz zur Hypothek weiterverwendet werden. Zum Beispiel, wenn man einen Kredit für den Ausbau, die Renovierung oder ein neues Auto braucht. Aber auch wenn das Haus verkauft wird, kann die Grundschuld weiterhin genutzt werden. Falls der Käufer ein Darlehen bei der selben Bank aufnimmt, sind auch keine Gebühren fällig, es sei denn, die Darlehenssumme übersteigt den Wert der Grundschuld. Der Eintrag würde in dem Fall genau so bleiben, wie er ist. Dort wird dann vermerkt, dass es einen anderen Eigentümer gibt. Außerdem kann die Grundschuld von Bank zu Bank weitergereicht werden, wenn man beispielsweise Angebote mit besseren Konditionen erhält.

Ist die Grundschuldlöschung ohne Grundschuldbrief möglich?

Insbesondere wenn es sich um eine Briefgrundschuld handelt, ist für die Löschung der Grundschuld der Originalgrundschuldbrief unbedingt erforderlich. Viele Eigentümer wissen dann aber gar nicht mehr, wo sich dieser Brief befindet, da der Kredit bereits vor Jahren getilgt wurde. In diesem Fall könnte man natürlich bei der Bank nachfragen, ob sie noch die Löschungsbewilligung oder den Grundschuldbrief haben. Dies funktioniert aber nicht immer, denn meistens schicken die Banken diese Dokumente direkt an den Eigentümer, nachdem der Kredit getilgt wurde. Und wenn man ihn dann nicht auftreiben kann, kann es zu einem zeitaufwendigen gerichtlichen Verfahren kommen, in dem nach vielen Monaten der Grundschuldbrief als kraftlos erklärt wird.

Die Grundschuld nicht zu löschen birgt Gefahren

Entscheidet man sich dazu, die Grundschuld nicht zu löschen, kann dies aber auch Probleme nach sich ziehen. Zum Beispiel dann, wenn die noch eingetragene Bank die Grundschuld an eine Institution verkauft, die dann die die Zwangsvollstreckung betreibt. Zwar lässt sich so ein Rechtsstreit gewinnen, doch das kostet Geld und Zeit.

Ein anderes Problem kann entstehen, wenn bei der Weiternutzung der Grundschuld für einen neuen Kredit, der neue Gläubiger die Grundschuld nicht anerkennt, z. B. weil er nicht eindeutig feststellen kann, ob die Grundschuld bereits gepfändet, verpfändet oder an einen Dritten abgetreten ist. Somit sollte man sich bei der Ersteintragung gleich für eine brieflose Grundschuld entscheiden, bei der alle Veränderungen, wie z. B. die Weitergabe an einen anderen Akteur, zwingend im Grundbuch vermerkt werden müssen. Damit ist für alle sichtbar, wer gerade Gläubiger ist.

Löschung der Grundschuld: Das Fazit

Letztlich hängt die Frage, ob man eine Grundschuld löschen sollte oder nicht, von der Abwägung zwischen Ersparnis und Sicherheit ab. Entscheidet man sich dafür, die Grundschuld nicht zu löschen, dann sollte man sich vom eingetragenen Kreditgeber eine Löschungsbewilligung geben lassen. Die bestätigt, dass die Grundschuld stillgelegt ist. Ist also absehbar, dass ein neuer Kredit benötigt wird, beispielsweise für Umbau, Sanierung oder auch für die Anschaffung von Luxusgütern, ist es sinnvoll, die Grundschuld nicht löschen zu lassen, sondern sie für den neuen Kredit einzusetzen. Der Vorteil: Sowohl die Kosten für die Löschung der Grundschuld als auch die Kosten für die Bestellung einer neuen Grundschuld bleiben erspart.

FAQ - Grundschuld löschen

Wie teuer ist die Löschung der Grundschuld?

Die Kosten belaufen sich auf ca. 0,2% bis 0,4% des Grundschuldbetrags. Davon gehen 50% an den Notar, der die Löschung beantragt und die anderen 50% an das bearbeitende Grundbuchamt. Bei einer Grundschuld von ca. 150.000€ könnte die Löschung ca. 400€ kosten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Wann kann man die Grundschuld löschen?

Sobald der Kredit für eine Immobilie bei einem Kreditgeber abbezahlt ist kann die Grundlöschung beantragt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Was ist eine Grundschuld?

Im Prinzip ist die Grundschuld eine Kreditsicherheit für den Kreditgeber. Er kann, falls Forderungen nicht nachgekommen wird, Zugriff auf das Grundstück erhalten, für welches der Kredit verwendet wurde. Alle Details dazu lesen Sie hier.

Sollte ich meine Grundschuld löschen?

Ja, wenn Sie bereit sind einen möglicherweise hohen Preis zu zahlen und eine Immobilie 'sauber' verkaufen wollen.

Nein, wenn Sie in Zukunft kostenintensivere Vorhaben planen wie beispielsweise Renovierungsarbeiten oder den Kauf eines neuen Autos. Lassen Sie sich hier jedoch eine Löschungsbewilligung vom Kreditgeber ausstellen. Mehr Details dazu erfahren Sie hier.

Was für Alternativen zur Löschung der Grundschuld gibt es?

Die Grundschuld kann als finanzieller Vorteil für die Finanzierung weiterer kostenintensiver Projekte genutzt werden. Hier muss keine neue Grundschuld beantragt und kein teurer Notarauftrag bezahlt werden. Darlehen in Höhe der Grundschuld können gebührenfrei beantragt werden, solange die Grundschuld hinterlegt ist. Mehr dazu können sie hier nachlesen.