Immobilienpreise Deutschland

Immobilienpreise: Mieten und Preise steigen

Die Immobilienpreise klettern weiter: Der Preis- und Mietenanstieg auf dem deutschen Wohnungsmarkt verlangsamt sich. Das zeigt der „F + B-Wohnindex Deutschland“ für die Jahresmitte 2014, der jüngst von der Forschung + Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH veröffentlicht wurde. Vom ersten Halbjahr 2013 bis zum ersten Halbjahr 2014 seien die Immobilienpreise in Deutschland insgesamt um 3,1 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal liege der Anstieg der Immobilienpreise bei 0,7 Prozent. Im längerfristigen Trend zeige sich seit 2004 ein moderater Anstieg der Preise und Mieten für Wohnungen, insgesamt habe der Wohn-Index in den letzten zehn Jahren nur um knapp 10 Prozentpunkte zugenommen.

„Die Preisentwicklung wird von allen Segmenten getragen, verläuft aber sehr unterschiedlich“, sagt Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt. „Der Anstieg der Immobilienpreise für Eigentumswohnungen in Bestand und Neubau spiegelt die nach wie vor hohe Attraktivität von Sachwertinvestitionen wider. Gleichzeitig sind Preissteigerungen ein überwiegend großstädtisches Phänomen: In den Metropolen Berlin, Hamburg und München stiegen die Preise für Eigentumswohnungen erheblich an.“

Hohe Immobilienpreise überwiegend ein großstädtisches Phänomen

Bei den Mieten sei seit einem Jahr eine Beruhigung der Entwicklung zu beobachten. Im Jahresvergleich stiegen sie lediglich um 1,2 Prozent bei Neuvermietung und um 0,9 Prozent in bestehenden Verträgen. Die Immobilienpreise für Einfamilienhäuser hätten dagegen ein um 2,9 Prozent und für Eigentumswohnungen um 4,3 Prozent höheres Niveau als noch vor einem Jahr. Deutlicher falle der Unterschied bei den Preisen für Eigentumswohnungen in den Millionenstädten Berlin, Hamburg und München aus. Einzig in Köln blieben die Immobilienpreise stabiler. Während sich die Preise von Eigentumswohnungen in den Millionenstädten seit 2004 im Durchschnitt um knapp 48 Prozent erhöht hätten, läge der Anstieg in den kleineren Städten durchschnittlich zwischen 11 und 22 Prozent.

„Die starke Preisdynamik ist allerdings erst wieder seit etwa fünf Jahren zu beobachten. Vorreiter bei den Preisen ist nach wie vor die Stadt München“, sagt Dr. Bernd Leutner. Obwohl die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen in Berlin nach wie vor moderat seien, liege die Hauptstadt mit einer Steigerungsrate von 8,1 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 5,2 Prozent.

Quadratmeterpreise im zweiten Quartal 2014 in Millionenstädten laut F+B-Wohn-Index:

München: ca. 4800 Euro pro Quadratmeter; 54, 3 Prozent mehr als 2009
Hamburg: ca. 3150 Euro pro Quadratmeter; 46, 5 Prozent mehr als 2009
Köln: ca. 2430 Euro pro Quadratmeter 28 Prozent mehr als 2009
Berlin: ca. 2100 Euro pro Quadratmeter; 42,2 Prozent mehr als 2009

München auch bei Neuvermietungen am teuersten

Auch bei den Neuvermietungsmieten toppt München laut dem F+B-Wohn-Index mit standardisierten Marktmieten von 12,30 Euro pro Quadratmeter für zehn Jahre alte, 75 Quadratmeter große Wohnungen alle anderen deutschen Städte. Der Mietenanstieg im letzten Jahr sei mit 1,1 Prozent zwar moderat gewesen, die Mieten der Stadt würden aber trotz der überdurchschnittlichen Einkommen für viele Bevölkerungsgruppen als kaum tragbar gelten.
„Die Mieten in Frankfurt (10,30 €/m², Rangplatz 4) und Stuttgart (9,60 €/m², Rangplatz 10) stiegen ebenfalls nur geringfügig um rund 1,5 Prozent im vergangenen Jahr. In Hamburg (Rangplatz 7) sogar nur um 0,4 Prozent auf nunmehr durchschnittlich 9,70 €/m². Im Metropolenvergleich nach wie vor günstig sind die Mieten in Berlin. Mit 7,30 €/m² für die Standardwohnung liegt die Stadt mit Rangplatz 131. In der Hauptstadt stiegen die Marktmieten im letzten Jahr damit um 2,8 Prozent, also nach wie vor überdurchschnittlich.