Welche Arbeit übernimmt ein Immobilienmakler?
Interview mit Michael Welsch

Welche Aufgaben übernimmt eigentlich ein Immobilienmakler im Verkaufsprozess einer Immobilie? Das fragen sich sicherlich viele. Gerade jetzt, wo die Verkäufer einen Teil der Maklerprovision selbst zahlen müssen, ist dies eine triftige Frage. Unser Immobilienexperte Michael Welsch von Welsch & Partner Immobilien klärt Sie auf und zeigt, wie viel ein Immobilienmakler leistet.

Welche Aufgaben übernimmt ein Immobilienmakler beim Immobilienverkauf?

Ein Immobilienmakler übernimmt innerhalb eines Verkaufsprozess die verschiedensten Aufgaben. Gestartet wird normalerweise mit einer Wertermittlung der Immobilie und einer ausführlichen Verkaufsberatung vor Verkaufsstart. Im Anschluss daran erfolgt die Erstellung eines umfangreichen und vor allem verkaufsfördernden Exposés.

Parallel dazu wird das Objekt ansprechend auf der Makler-Website sowie in den bekannten Internetportalen online gestellt, wie zum Beispiel Immowelt, Immobilienscout, Immonet, Ebay Kleinanzeigen). Alle Anfragen von Kaufinteressenten laufen bei dem Makler ein, es werden Vorgespräche geführt, damit sich passende Käufer qualifizieren. So werden unnötige Besichtigungen vermieden. Ein Zeitfaktor, den man nicht unterschätzen darf.

Danach werden natürlich auch die Besichtigungen durchgeführt als auch die Verkaufsverhandlungen. Auf Wunsch unterstützt der Makler auch bei Finanzierungsfragen. Wenn ein passender Käufer gefunden wurde und man sich preislich geeinigt hat, hilft ein Makler auch bei den Vorbereitungen des notariellen Kaufvertrags und berät bzw. hilft bei offenen Fragen und Änderungswünschen. An Notarterminen nimmt der Makler ebenfalls teil und händigt am Ende ein finales Übergabeprotokoll aus. Generell kann man noch sagen, dass ein Makler dem Verkäufer immer beratend zur Seite steht, gerade im Hinblick auf Preisentwicklungen.

Muss der Verkäufer alle Aufgaben vom Immobilienmakler übernehmen lassen?

Nein, das muss er natürlich nicht. Es ist aber sehr zu empfehlen, dem Kunden, insbesondere den Verkäufern, eine umfangreiche Übernahme von Aufgaben anzubieten. Insbesondere auch, weil darin ein großer Gegenwert drin steckt. Hier wird ein wichtiger Teil des Gegenwerts für die seit Anfang 2021 von Verkäufern in den meisten Fällen zu zahlenden Maklerprovision abgegolten.

Welche Informationen bzw. Unterlagen benötigt der Immobilienmakler vom Verkäufer?

Das ist unterschiedlich. Bei Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern als Kapitalanlage benötigen Verkäufer:

  • die letzten drei Hausgeldabrechnungen
  • die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung
  • Mietvertrag
  • Teilungserklärung
  • Grundbuchauszug
  • Grundriss, Lageplan
  • Baubeschreibung (sofern vorhanden)
  • Energieausweis

Bei Häusern:

  • Grundrisse
  • Lageplan
  • Grundbuchauszug
  • Baubeschreibung
  • Angaben zur Historie des Hauses
  • Angaben zu Modernisierungsmaßnahmen

Bei Grundstücken:

  • Angaben zum Grad der Erschließung
  • Bebauungsplan
  • Fördermöglichkeiten und Zuschüsse für den Neubau u.a.

Wie lange dauert die Vermarktung einer Immobilie im Durchschnitt?

In der Regel dauert die Vermarktung drei bis vier Monate. Aber natürlich ist es wie überall: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Erstellt der Immobilienmakler den Kaufvertrag?

Nein, das macht der Notar. Aber ein guter Makler versteht den Kaufvertrag inhaltlich so weit, dass Käufer und Verkäufer beraten werden können.

Ist der Makler bei der Übergabe dabei?

Ja, Makler sind in der Regel dabei und erstellen in diesen Fällen auch ein Übergabeprotokoll.